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Corona Testzentrum in Lindau: Wer sich dort kostenlos testen lassen kann

Das Corona-Testzentrum befindet sich auf dem Gelände des Wertstoffhofes am Bösenreutiner Steig. Der Abstrich erfolgt durch das Autofenster.

Das Corona-Testzentrum befindet sich auf dem Gelände des Wertstoffhofes am Bösenreutiner Steig. Der Abstrich erfolgt durch das Autofenster.

Bild: Stefanie Gronostay

Das Corona-Testzentrum befindet sich auf dem Gelände des Wertstoffhofes am Bösenreutiner Steig. Der Abstrich erfolgt durch das Autofenster.

Bild: Stefanie Gronostay

In Lindau eröffnet ein Corona-Testzentrum. Landrat Stegmann mahnt: Die Kapazitäten sind beschränkt. Wie der Test abläuft und was Interessierte beachten müssen.

27.08.2020 | Stand: 17:58 Uhr

Vier Minuten pro Person: So lange soll der kostenlose Corona-Test in Lindau dauern. Ab Freitag geht dort ein Bayerisches Testzentrum in Betrieb. Im Fokus stehen vor allem Reiserückkehrer, mit denen auch Neu-Infektionen in den Landkreis zurückgekehrt sind. „Corona ist nicht weg“, sagt Landrat Elmar Stegmann. Im Gegenteil: Nachdem Lindau über fünf Wochen keine neuen Fälle zu verzeichnen hatte, steigen die Zahlen wieder. Grund dafür sind auch Bürger, die sich nicht an die Sicherheitsmaßnahmen halten. „Die Akzeptanz schwindet“, sagt Stegmann.

266 Personen im Landkreis sind momentan positiv auf das Virus getestet worden. 2400 befinden sich nach Angaben des Landrates in Quarantäne. „Das bedeutet für uns einen immensen Verwaltungsaufwand“, sagt der Landrat. Betroffene müssten abtelefoniert werden, ob sie Symptome zeigen, ob sie zu Hause sind und mit wem sie Kontakt hatten. Zudem wurden 487 Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. „Manche nehmen die Quarantäne nicht ernst“, sagt Stegmann. Mitarbeiter des Landratsamtes seien beschimpft worden; Corona werde verharmlost. Dabei seien in Deutschland und in Bayern schnelle und richtige Maßnahmen umgesetzt worden. „Man muss konsequent vorgehen“, sagt Stegmann.

Wann hat das Testzentrum in Lindau geöffnet?

Konsequent und effizient sollen auch ab Freitag die Corona-Tests in Lindau ablaufen. An vier Tagen die Woche können sich alle Personen, die einen Wohnsitz im Landkreis Lindau haben, oder in einer sozialen Einrichtung in Lindau arbeiten, auf dem Gelände des Wertstoffhofs am Bösenreutiner Steig testen lassen. Der Standort sei aus mehreren Gründen gut geeignet: „Er liegt an einer Kreisstraße gut angebunden und es gibt keine Nachbarn, die sich gestört fühlen“, sagt Stegmann. Die Abstriche werden abends von 17.30 bis 19.30 Uhr gemacht. „So können auch Berufstätige kommen.“ Zudem hat das Testzentrum am Sonntag geöffnet. Damit nimmt der Landkreis insbesondere Reiserückkehrer in den Fokus. „Sie kommen am Samstag an und können am Sonntag gleich zum Test.“

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Wie läuft der Corona-Test in Lindau ab?

Betrieben wird die Station zusammen mit der Firma Allgäu Medical Service. Die Mitarbeiter nehmen zunächst die Daten der Testpersonen auf. Das soll nicht auf handgeschriebenen Zetteln, sondern digital erfolgen. „Am besten ist, eine Krankenversicherungskarte und den Ausweis mitzubringen“, sagt der Betriebsleiter Wolfgang Strahl. Danach geht es weiter zum Abstrich. Die Betroffenen bleiben während des gesamten Vorgangs im Auto sitzen. Der Test wird kontaktlos über das Autofenster erledigt. Das Ergebnis gibt es innerhalb von 24 Stunden mittels eines QR-Codes. Die Daten werden parallel an das Gesundheitsamt weitergeleitet. „Wir arbeiten komplett digital, damit es zu weniger Fehlern kommt“, sagt Stegmann. Zudem wird das Ergebnis zeitnah übermittelt.

Corona Testzentrum
Landrat Elmar Stegmann freut sich, dass das Testzentrum in Lindau in den Betrieb geht.
Bild: Stefanie Gronostay

Wer kann sich in Lindau testen lassen?

Testen lassen kann sich theoretisch jeder, so oft er mag. „Jedoch ist es nicht sinnvoll, wenn der gesamte Landkreis kommt“, sagt Stegmann. Der Corona-Test sollte gut überlegt sein. „Zudem sollen die Testpersonen keine Symptome haben“, erklärt Stegmann. In dem Lindauer Testzentrum erfolgt keine ärztliche Diagnose. Es gibt lediglich ein positives oder negatives Ergebnis. „Menschen mit Krankheitssymptomen wenden sich bitte an ihren Arzt oder an die Fiebersprechstunde.“

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Das Angebot sei kein Ersatz, sondern lediglich eine Ergänzung, betont der Landrat. „Die Kapazitäten sind begrenzt.“ Der Landkreis fühlt sich gut vorbereitet. Bereits am Mittwochabend wird der erste Probelauf gemacht. Um die Infektionsketten im Fall der Fälle zeitnah nachvollziehen zu können, wurde auch das Personal am Gesundheitsamt aufgestockt. „Wir bekommen 15 bis 18 zusätzliche Stellen“, sagt Stegmann. Darunter befinden sich auch Mitarbeiter eines „contact tracing teams“, deren Aufgabe es sein wird, die Corona-Kontaktpersonen ausfindig zu machen.