Umfrage

Das denken Westallgäuer über die Corona-Warn-App

Den Nutzen der Corona-App halten die Westallgäuer laut einer nicht repräsentativen Umfrage zumindest für fragwürdig.

Den Nutzen der Corona-App halten die Westallgäuer laut einer nicht repräsentativen Umfrage zumindest für fragwürdig.

Bild: Ralf Lienert

Den Nutzen der Corona-App halten die Westallgäuer laut einer nicht repräsentativen Umfrage zumindest für fragwürdig.

Bild: Ralf Lienert

Menschen aus Weiler und Lindenberg sind sich einig: Ob die Corona-App hilft, die Pandemie einzudämmen, ist fraglich. Warum das auch an der Bevölkerung liegt.
27.09.2020 | Stand: 07:04 Uhr

„Die App ist mittlerweile fester Bestandteil des Pandemiealltags“, sagte am Mittwoch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz zum Stand der Dinge in Sachen Corona-App. Doch gehört die Software, die zur Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten dient, wirklich schon zum Alltag in Deutschland, wie der Minister meint?

Wir haben uns umgehört, was Westallgäuer von der App halten – und ob sie überhaupt auf ihrem Handy gelandet ist.

Lindenbergerin benutzt die App - ob sie etwas bringt, bezweifelt sie allerings

  • Liugard Kant, 66 Jahre, Lindenberg: „Ich benutzte die App, seit es sie gibt, denn ich denke, das ist eine sinnvolle Maßnahme. Ich hoffe nur, dass ich wirklich eine Meldung bekomme, wenn ich durch einen Corona-Infizierten gefährdet wurde. Da bin ich mir allerdings nicht so sicher: Es melden über die App ja nur sehr wenige eine Infektion, und in meinem Umfeld kenne ich fast niemanden, der die App auch hat. Ob sie also etwas bringt, speziell da, wo ich mich bewege, kann ich nicht sagen. Ich fände es sinnvoll, wenn ich wüsste, wann ich mit einem Infizierten Kontakt hatte – aber da schränkt einen der Datenschutz natürlich ein. Es ist außerdem schade, dass die App nicht auf jedem Smartphone funktioniert – ich kenne viele, die damit Probleme haben. Trotzdem lasse ich die App im Hintergrund weiterlaufen. Mal abwarten, ob sie jetzt in Richtung Herbst und Winter vielleicht doch noch richtig relevant wird.“
  • Jessica Foresta, 25 Jahre, Weiler-Simmerberg: „Ich bin der Meinung, dass eine App einen nicht wirklich vor Krankheit schützen kann. Und darum geht es ja am Ende. Mich hat die App bisher nicht interessiert, deshalb habe ich sie auch nicht heruntergeladen. Ich halte mich an die Corona-Regeln und lasse mich im Zweifelsfall testen, so wie es eigentlich alle Menschen tun sollten. Wäre das der Fall, dann bräuchte man erst recht keine App.“

Weilerer lehnt moderne Medien ab und kritisiert Corona-App-Nutzer

  • Georg Rabenstein, 59 Jahre, Weiler-Simmerberg: Ich lehne moderne Medien größtenteils ab – ich besitze kein Smartphone. Mein Klapphandy habe ich nur, weil ich es im Dienst aufs Auge gedrückt bekommen habe. Ich halte von der Corona-App an sich nicht viel. Sie wird von vielen in der Bevölkerung nicht richtig umgesetzt, dafür eher als Zurschaustellung genutzt. Wenn ich höre, dass bei 18 Millionen Downloads gerade einmal 15 000 Infektionen gemeldet wurden, entsteht der Eindruck, dass die App für die Pandemie nicht wirklich relevant ist. Was zählt, ist offenbar, dass man die App jedem stolz vorzeigen kann.“
  • Mario Sailer, 25 Jahre, Weiler-Simmerberg: „Ich habe die App nicht. Sie scheint bei den Leuten nie wirklich angekommen zu sein. Eher haben viele, die aber selbst in sozialen Netzwerken aktiv sind, Angst, dass ihre Daten missbraucht werden. Ich persönlich halte mich einfach an die Regeln und das reicht, denke ich. Nachdem die Infektionszahlen sowieso wieder steigen, ist mir nicht ganz klar, was die App bisher effektiv gebracht haben soll.“
  • Christine Wagner, 58 Jahre, Lindenberg: „Ich habe die App auf meinem Handy. Aber nachdem ich gelesen habe, dass ich wohl eine der wenigen bin, scheint sie nicht viel zu bringen beziehungsweise bislang kein großer Erfolg zu sein. Doch jeder muss für sich selbst wissen, ob er sie herunterlädt. Ich bin von dem guten Datenschutz der App überzeugt – Whatsapp dagegen habe ich beispielsweise nicht, da ist der Schutz ja deutlich schlechter. Im Endeffekt geht es bei der App nicht darum, dass sie mir hilft, sondern dass andere wissen, ob sie gefährdet sind.“