Wegen Corona

Die Handball-Saison ist für den TSZ Lindenberg vorzeitig beendet

Für die Damen der HSG Lindenberg/Isny (rechts Claire Perrot-Minot) endet die Saison, ohne ein einziges Spiel bestritten zu haben.

Für die Damen der HSG Lindenberg/Isny (rechts Claire Perrot-Minot) endet die Saison, ohne ein einziges Spiel bestritten zu haben.

Bild: Florian Wolf

Für die Damen der HSG Lindenberg/Isny (rechts Claire Perrot-Minot) endet die Saison, ohne ein einziges Spiel bestritten zu haben.

Bild: Florian Wolf

Der Verband hat die Spielzeit 2020/21 ohne Wertung abgebrochen. Dabei hatten die Damen kein einziges Spiel. Was das für den Verein aus dem Westallgäu bedeutet.
17.02.2021 | Stand: 14:18 Uhr

Echte Hoffnungen hatten sich die Handballer in der Region ohnehin nicht mehr gemacht. Jetzt haben sie endgültig Gewissheit: Der Handballverband Württemberg (HVW) hat aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie die Saison 2020/21 abgebrochen. „Es war abzusehen. Wir haben alle damit gerechnet“, sagt Abteilungsleiterin Stella Zuber vom TSZ Lindenberg. Durch den in Röthenbach wohnhaften Bezirksvorsitzenden Heiko Griebel sei der Verein immer auf dem Laufenden gewesen.

Die Saison stand von Haus aus unter keinem guten Stern. Schon zu Beginn im Oktober wurden Spiele gegen Gegner aus Vorarlberg untersagt, weil dort die Infektionszahlen so hoch waren. Und dann folgte im November auch schon der Lockdown, der bis heute den Amateursport zum Stillstand verdammt.

Herren des TSZ Lindenberg hatten nur ein einziges Spiel

Die Folge: Die Damen der HSG Lindenberg/Isny von Trainerin Imke Otten haben kein einziges Saisonspiel absolviert. Und die Herren der HSG Oberstaufen/Lindenberg in der Kreisliga A Bodensee nur ein einziges. Am 11. Oktober besiegte die Spielgemeinschaft von Trainer Patrick Klimek die HSG Fischbach/Friedrichshafen II zuhause mit 29:26.

Und es kommen auch definitiv keine weiteren Spiele mehr hinzu. Nachdem der Verband im Dezember bereits die Saison der Jugend für beendet erklärt hatte, ist nun auch für die Erwachsenen vorzeitig Schluss. Aus Sicht der Verantwortlichen ist es nicht möglich, selbst nur eine Einfachrunde (restliche Hinrunde) bis zum 30. Juni ausspielen zu können – zumal man den Mannschaften nach der langen Pause eine vier- bis sechswöchige Vorbereitungszeit einräumen müsste, um Verletzungen vorzubeugen.

Es gibt keine Aufsteiger und keine Absteiger

Der HVW hat beschlossen, dass es durch den Abbruch keine sportlichen Auf- und Absteiger geben wird. Die Spielklasseneinteilung im aktiven Bereich bleibt für die Saison 2021/22 erhalten – und auch die alten Spielpläne sollen möglichst einfach übernommen werden. Vereine, die sich sportlich oder wirtschaftlich nicht in der Lage sehen, eine Spielklasse zu halten, können aber freiwillig eine Klasse tiefer antreten.

„Inzwischen bin ich emotionslos. Man ärgert sich gar nicht mehr“, sagt Zuber über den Abbruch der Saison, der unterm Strich mehr als ein Jahr ohne Handball bedeutet. „Uns fehlen die Einnahmen durch Sponsoren und den Verkauf in der Halle. Und viele Leute fallen weg, vor allem freiwillige Helfer“, bedauert die 29-Jährige, die die Abteilung seit Mai 2019 leitet.

Situation für Kinder und Jugendliche besonders traurig

Traurig sei die Situation vor allem für den Nachwuchs. „Die Kinder und Jugendlichen wollen unbedingt Handball spielen, dürfen aber nicht, werden total verrückt und rufen uns Trainer ständig an“, sagt sie. Zuber selbst hatte extra die C-Lizenz gemacht und wollte, auch durch gute Neuzugänge aus Wangen, mit der männlichen A-Jugend die Meisterschaft gewinnen. „Die ganze Saison ist ins Klo gefallen“, stellt sie fest.

Den Jugendbereich hat auch der HVW im Blick. Nach eigenen Angaben will der Verband versuchen, „unter allen Umständen eine sportliche Qualifikation für die Runde 2021/22 zu ermöglichen“. Die Quali, mittels derer die Jugendmannschaften in leistungsgerechte Spielklassen eingestuft werden, findet normalerweise im April oder Mai statt. 2020 musste sie allerdings wegen der Pandemie ausfallen, die Ligen wurden ohne Quali eingeteilt.