Wohmbrechts

Die Probleme drängen

Die dringendsten Problembereiche sind: Kurzzeitpflegeplätze, Unterstützung für pflegende Angehörige und der wachsende Bedarf an Pflegeplätzen in den Altenheimen im Landkreis Lindau. Gerade hier erweise sich die Situation bereits als Versorgungsnotstand, denn teilweise könnten freie Betten mangels Personal nicht belegt werden, sagte Vorsitzender Bert Schädler bei der Mitgliederversammlung des Kreisseniorenbeirats in Wohmbrechts. Grund für den Personalmangel ist zum Teil die schlechte Bezahlung und die fehlende Wertschätzung.

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Von karin Grunwald
01.10.2019 | Stand: 15:22 Uhr

Landrat Stegmann stuft die Situation der Kurzzeitpflege als schwierig ein. Immerhin gebe es 14 Plätze im Kreis, die gebündelt auf der Internetseite im Landratsamt für jeden einzusehen sind. Damit vereinfache sich für Angehöre die Suche nach einem freien Pflegeplatz.

Bert Schädler zeigte sich dankbar für die Unterstützung durch das Landratsamt und das gute Miteinander. Aufgrund der demographischen Entwicklung nehme der Anteil älterer Menschen in den kommenden Jahren zu und führe zu einem erhöhten Bedarf an Pflegeplätzen, sowohl in Heimen als auch in der häuslichen Betreuung. Das bedeute „Arbeit für alle“, so der Vorsitzende.

Wichtig vor Ort seien die Seniorenbeauftragten der Gemeinden. Sie erfassen die Wünsche und Nöten der älteren Menschen und bemühen sich um Verbesserungen. Beim „Seniorenspaziergang“ können alle neuralgischen Punkte angesehen und mit kommunaler Unterstützung verbessert werden.

Leidiges Thema ist der öffentliche Nahverkehr. Die Fahrpläne seien kaum lesbar, schwer verständlich und teuer. Weitere Themen waren die hausärztliche Versorgung und das Fehlen von Fachärzten im oberen Kreis. Landrat Stegmann sah bei der öffentlichen Verkehrssituation wenig Einflussmöglichkeit. Eine Vereinfachung der Fahrpläne sei Sache der Verkehrsbetriebe und die Haltestellen liegen in der Verantwortung der Gemeinde, so der Landrat. In Lindau sei es einfacher, statt dem Auto den Bus zu nehmen als im oberen Kreis. Fachärzten könne man leider nicht vorschreiben, wo sie ihre Praxis eröffnen wollen, sie haben freie Ortswahl, so der Landrat.

In den verschiedenen Gremien werde intensiv nach Lösungen gesucht. So nehmen an der „Seniorenplattform Bodensee“ alle Anrainerstaaten teil, von der Schweiz bis nach Liechtenstein. Helmut Gebhard verglich die Rentenmodelle von Schweiz und Österreich mit dem deutschen Modell, die sich sehr stark unterscheiden. Die drei Säulen Staat, Versicherung und privat sind ähnlich, nicht aber die Grundrenten. Hier könne man sich mehr abschauen.

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Hermine Schediwy konnte einen Kassenbericht mit einem Überschuss von etwa 10 000 Euro vorlegen, der allerdings dem guten Verkauf des Vorsorgeordners geschuldet sei. Die Entlastung von Kassierin und der gesamten Vorstandschaft erfolgte einstimmig. Bei der Neuwahl gab es keine Überraschung, alle Mitglieder stellten sich wieder zu Wahl und wurden einstimmig für drei Jahre gewählt. Im einzelnen sind das: Vorsitzender Bert Schädler, Stellvertreterin Claudia Sigolotto, Schriftführerin Irmgard Schmid, Stellvertreterin Maria Straub, Kassierin Hermine Schediwy, Stellvertreterin Christa Meller, Kassenprüfung Christel Steib, Beiräte Erika Fischer, Helmut Gebhard und Brunhilde Krenn.