Lindenberg

Flohmarkt im Hallenbad: Stadt Lindenberg vom Andrang überrascht

Flohmarkt Hallenbad

Etliche Westallgäuer kamen, um sich Erinnerungsstücke an das Hallenbad zu sichern. Rainer Lanz und Diane Milz haben beispielsweise zwei gelbe Liegen erworben.

Bild: Anna Feßler

Etliche Westallgäuer kamen, um sich Erinnerungsstücke an das Hallenbad zu sichern. Rainer Lanz und Diane Milz haben beispielsweise zwei gelbe Liegen erworben.

Bild: Anna Feßler

Die Stadt Lindenberg verkauft Liegen, Spinde, Startblöcke und vieles mehr. Zahlreiche Westallgäuer sichern sich Erinnerungsstücke. Was besonders gefragt war.

08.06.2020 | Stand: 07:04 Uhr

Eineinhalb Stunden lang hat Franziska Heitsch vor dem Lindenberger Hallenbad gewartet. „Wir wollten unbedingt eine Liege haben“, sagte sie. Für sie hat das über 40 Jahre alte Bad eine ganz besondere Bedeutung: „Ich habe hier schwimmen gelernt.“ Wie sie wollten zahlreiche Westallgäuer sich vor dem Abriss des Schwimmbads noch letzte Erinnerungsstücke sichern. Eine lange Schlange bildete sich schon eine halbe Stunde vor Öffnung vor der Einrichtung. Einlass war wie überall zu Corona-Zeiten nur mit Mundschutz möglich, zudem musste jeder Besucher Name und Kontaktdaten hinterlassen.

Bürgermeister Eric Ballerstedt ist vom Andrang überrascht

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Schwimmbad-Liebhaber gibt“, zeigte sich Bürgermeister Eric Ballerstedt überrascht. Nach nur zehn Minuten waren alle Liegen und Startblöcke verkauft – und das, obwohl jeder nur zwei Teile mitnehmen durfte. „Sonst wäre das ja ungerecht. Wer will, kann sich aber natürlich noch einmal anstellen“, sagte Ballerstedt.

Ein Rettungsring stand auf der Wunschliste von Hans Ruther aus Lindenberg. „Den würde ich an die Wand im Garten neben den Pool hängen – als Deko, aber auch zur Rettung“, sagte er. Tochter Laura hingegen hoffte auf ein „Nicht vom Beckenrand springen“-Schild. „Da würde ich dann das ‘nicht’ durchstreichen“, sagte sie.

Ein paar Spinde hat die Wasserwacht Weiler bekommen

Zahlreiche große und kleine Gegenstände waren auf dem Boden und auf Tischen im Vorraum des Bads aufgebaut: altes Badespielzeug, Poolnudeln, Stoppuhren, Spinde, Schilder, Garderobenteile, das alte Geschirr aus dem Kiosk und vieles mehr. Verkauft wurde alles für kleinere Eurobeträge, was nicht niet- und nagelfest ist. „Die Feuerwehr hat ein paar Edelstahlteile bekommen und die Wasserwacht Weiler ein paar Spinde, alles andere wird heute hier verkauft“, sagte Ballerstedt. Bis auf einige Spinde, Pflanztröge und ein paar andere Kleinigkeiten war innerhalb von zwei Stunden auch alles weg. Nach Angaben der Stadt kamen so rund 800 Euro zusammen. Was mit dem Geld passiert, ist laut Ballerstedt noch nicht genau klar. „Das bleibt erst einmal bei der Stadt.“

Kurze Zeit später standen auf den Parkplätzen zahlreiche gelbe Liegen und die glücklichen neuen Besitzer versuchten diese in und auf die Autos zu packen. Zufrieden blickte auch Franziska Heitsch auf ihre Liege im Kofferraum. „Ich freue mich schon darauf, mich damit in den Garten zu liegen.“ Das lange Warten hat sich gelohnt.