Westallgäu

Fußball in Corona-Zeiten: Es gibt Probleme im Westallgäu

Symbolfoto Fußball

Die Fußball-Vereine des Bodenseekreises haben Probleme wegen Corona. Das hat auch historische Gründe.

Bild: imago images/ActionPictures (Symbol)

Die Fußball-Vereine des Bodenseekreises haben Probleme wegen Corona. Das hat auch historische Gründe.

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Bayern lockert die  Corona-Vorgaben für Fußballer langsamer als Württemberg. Welche Probleme das dem Bezirk Bodensee bereitet - und wer im Landkreis Glück hat.

02.08.2020 | Stand: 11:51 Uhr

„Was uns über Jahrzehnte ausgezeichnet hat, kommt nun als Bumerang zurück“, sagt Nuri Saltik. Der Bezirksvorsitzende spielt damit auf eine sportpolitische Besonderheit an. Denn dem Bezirk Bodensee, der organisatorisch dem Württembergischen Fußballverband untersteht, gehören seit der Nachkriegszeit auch Vereine aus Bayern an – darunter ein Dutzend aus dem Westallgäu. Weil beide Bundesländer unterschiedlich mit der Corona-Pandemie umgehen, erschwert das die Planungen für die neue Fußball-Saison enorm. „Wir können nur von Woche zu Woche schauen“, sagt Bezirksspielleiter Thomas Fuchs und ergänzt: „So schwierig wie in diesem Jahr war es noch nie.“

Fußballspiele mit 500 Zuschauern längst erlaubt in Württemberg

In Württemberg sind Fußballspiele aller Art längst erlaubt – inzwischen sogar mit bis zu 500 Zuschauern. Die Folge: Etliche bayerische Vereine haben ihre Vorbereitungsspiele in den letzten Tagen beim Nachbarn ausgetragen. Immerhin hat nun auch Bayern die Freigabe für Testspiele erteilt. Allerdings nur gegen bayerische Vereine und ohne Zuschauer. Liga- und Pokalspiele sind im Freistaat hingegen noch mindestens bis zum 16. August verboten. Vermutlich sogar noch länger. Der Bayerische Fußballverband hofft auf einen Re-Start zum 1. September. Das muss die Politik aber erst noch genehmigen.

Das wiederum macht den Verantwortlichen im Bezirk Bodensee Probleme. Denn schon am 22. August soll der Bezirkspokal starten und eine Woche später der Ligabetrieb. Die meisten Spielpläne stehen bereits. Was also tun? „Was wir durchziehen können, ziehen wird durch. Im Notfall werden wir das Heimrecht tauschen“, sagt Fuchs. Sprich: Die bayerischen Teams müssen zunächst auswärts gegen württembergische Gegner antreten. Sollte der Spielplan ein rein bayerisches Duell vorsehen, müsste dieses Spiel eben auf einen späteren Termin verlegt werden. „Wir haben im Terminkalender ein bisschen Luft. Wir müssen eben flexibel so jonglieren, dass wir durchkommen“, sagt Fuchs. Zugleich schwingt bei dem Röthenbacher ein bisschen auch die Angst mit, dass die Infektionszahlen durch die Sommerferien wieder so sehr steigen, dass die Politik dem Fußball schnell die Rote Karte zeigt – und den Spielbetrieb wieder ausbremst.

Situation der bayerischen Vereine bereitet Bezirksvorsitzenden Nuri Saltik Kopfzerbrechen

Die Situation der bayerischen Vereine bereitet auch Nuri Saltik Kopfzerbrechen. Derzeit könne er aber nichts dazu sagen, sagt der Friedrichshafener gegenüber unserer Redaktion. Nur, dass aktuell eine Anfrage des WFV beim Bayerischen Staatsministerium in München laufe. Sollte Bayern tatsächlich zumindest ab 1. September wieder Ligaspiele erlauben, hätten der TSV Heimenkirch und der SV Maierhöfen-Grünenbach Glück. Die beiden Bezirksligisten haben am 1. Spieltag am 30. August jeweils ein Auswärtsspiel in Württemberg – in Fronhofen (TSV) und in Leutkirch (SVM).

Die auf 20 Mannschaften gewachsene Liga wird bekanntlich als Einfachrunde mit anschließenden Play-offs gespielt. Die ersten 15 Spieltage finden bis 6. Dezember statt, die restlichen vier nach der Winterpause vom 7. bis 28. März. Nach Ostern starten die Meister- und die Abstiegsrunde mit je zehn Teams.

Heimenkirch und Maierhöfen haben in der Hauptrunde jeweils zehn Heim- und neun Auswärtsspiele. Und das fast jeweils gegen die gleichen Gegner. Beide haben beispielsweise schwere Auswärtsspiele in Beuren, Leutkirch und Oberzell. Das Derby zwischen den Westallgäuer Mannschaften steigt am 18. Oktober in Heimenkirch. Alles natürlich immer unter den Voraussetzungen, dass die Corona-Lage einen geregelten Fußballbetrieb zulässt. Und zwar in Württemberg und in Bayern.

Blick auf die Spiele der Bezirksligisten

 

TSV Heimenkirch

Die Heimspiele (10): SV Mochenwangen, SG Argental, TSV Ratzenried, SV Maierhöfen, SG Kisslegg, SV Bergatreute, SG Baienfurt, SV Seibranz, TSV Meckenbeuren, TSG Ailingen

Die Auswärtsspiele (9): SV Fronhofen, FC Leutkirch, TSG Bad Wurzach, SV Deuchelried, SV Kressbronn, SV Beuren, SV Achberg, SV Oberzell, VfL Brochenzell

  SV Maierhöfen

Die Heimspiele (10): SG Argental, TSV Ratzenried, SG Kisslegg, SV Kressbronn, SV Bergatreute, SG Baienfurt, SV Seibranz, TSV Meckenbeuren, TSG Ailingen, SV Mochenwangen

Die Auswärtsspiele (9): FC Leutkirch, TSG Bad Wurzach, SV Deuchelried, TSV Heimenkirch, SV Beuren, SV Achberg, SV Oberzell, VfL Brochenzell, SV Fronhofen (bes)