Röthenbach

Gemeinde Röthenbach öffnet Freibad doch - aber erst später

Freibad Rentershofen

Die Gemeinde Röthenbach wird ihr Freibad am 15. Juni öffnen. Bis dahin haben Hubert Kirchmann (links) und Oliver Feldmann noch einiges an Arbeit zu erledigen.

Bild: Benjamin Schwärzler

Die Gemeinde Röthenbach wird ihr Freibad am 15. Juni öffnen. Bis dahin haben Hubert Kirchmann (links) und Oliver Feldmann noch einiges an Arbeit zu erledigen.

Bild: Benjamin Schwärzler

Obwohl sie sparen muss, will die Gemeinde ihren Bürgern in der Corona-Krise etwas bieten. Wie der Betrieb geregelt wird und wieso sich die Öffnungszeiten ändern.

05.06.2020 | Stand: 11:52 Uhr

Verkürzte Öffnungszeiten, höhere Eintrittspreise, keine Jahreskarten: Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat Röthenbach beschlossen, unter diesen Voraussetzungen das Freibad in Rentershofen heuer doch zu öffnen. Der Badespaß beginnt allerdings aufgrund der noch benötigten Vorbereitungszeit erst nach den Pfingstferien am 15. Juni und somit eine Woche später als andernorts. Sollte es am letzten Ferienwochenende allerdings sonnig und heiß sein, will Bademeister Hubert Kirchmann die Tore etwas früher aufsperren.

Eigentlich hatte es danach ausgesehen, als ob Röthenbach das Freibad heuer aufgrund der Pandemie komplett geschlossen lassen würde. Und auch in der Sitzung betonte Bürgermeister Stephan Höß, dass die Gemeinde das rein finanziell betrachtet auch tun müsste. Das Freibad verursacht jährlich ein Defizit in Höhe von 70 000 Euro. Eine Summe, die die Gemeinde bislang gerne bereit war zu zahlen. Doch die sie sich heuer angesichts des 700 000-Euro-Einbruchs bei der Gewerbesteuer durch die Corona-Krise eigentlich nicht leisten kann.

Sie tut es dennoch. Das hat gute Gründe: „Wir müssen den Leuten etwas bieten, die im Urlaub zuhause bleiben müssen“, sagte Höß. Viele Bürger hätten sich bereits im Rathaus gemeldet. Und auch Norbert Kirchmann betonte: „Es ist ohnehin schon so viel im Ort weggefallen.“ Unter anderem wurden das Frühlingsfest und das Bezirksmusikfest abgesagt. Da ist zumindest die Aussicht auf Freibadbesuche ein wenig Balsam für die Seele.

267 Besucher dürfen in das Freibad Röthenbach

Bademeister Hubert Kirchmann, der auch im Gemeinderat sitzt, erläuterte seinen Ratskollegen, wie der Betrieb ablaufen soll. Im Freibad dürfen demnach immer nur 267 Badegäste auf einmal sein. Die Zahl errechnet sich anhand der Größe von Liegefläche und Becken. An schönen Tagen kämen normalerweise zwar mehr Besucher, doch das sei „eine ansprechende Zahl“. Schilder und Durchsagen sollen auf die Einhaltung des Mindestabstands hinweisen. Zusätzliches Personal soll es dafür nicht geben. Hier sei die Eigenverantwortung der Badegäste gefragt. Daraufhin merkte Josefine Feßler an: „Wenn das nicht funktioniert, dann schließen wir sofort.“

Bademeister Hubert Kirchmann: Hygieneauflagen sind zu erfüllen

Die Hygieneauflagen sind streng, aber aus Sicht des Bademeisters gut zu bewältigen. Die abgeschlossenen Duschen und Umkleiden seien dabei ein großer Vorteil. Auch das Desinfizieren könne das Personal leisten: „Wir gehen eh alle halbe Stunde, Stunde durch die Toiletten.“ Auch Ein- und Ausgang können wie vorgeschrieben getrennt werden. Um die Zahl der anwesenden Badegäste kontrollieren zu können, soll es nur Tageskarten geben, welche die Besucher beim Verlassen in eine Sammelbox werfen müssen. So könne man immer nachzählen, wie viele sich gerade im Bad aufhalten. Dabei könne es sein, dass Besucher abgewiesen werden müssen: „Wenn voll ist, ist voll. Wie bei jeder anderen Veranstaltung“, sagte Kirchmann.

Personalkosten als entscheidender Faktor für das Defizit

Rund 15 000 bis 20 000 Euro hat die Gemeinde bereits für das Freibad ausgegeben – unter anderem für das Chlor. „Den Unterhalt haben wir trotzdem“, sagte Höß. Um das Defizit dennoch möglichst weit zu drücken, schlug Josefine Feßler vor, das Becken ausnahmsweise nicht zu beheizen. Doch das sei kein großer Kostenfaktor, stellte Kirchmann klar. Ganz anders die Personalkosten, die sich auf fast 50 000 Euro belaufen. „Nur die Öffnungszeiten bringen uns was“, unterstrich Gudrun Stimm. Das Gremium beschloss deshalb, diese deutlich zu verkürzen und unter der Woche erst zwei Stunden später zu öffnen. Hubert Kirchmann stimmte seiner Sitznachbarin zu – und ergänzte, dass die Gemeinde durch den deutlich späteren Saisonstart jetzt schon rund 20 Prozent Personalkosten eingespart habe.

Neue Öffnungszeiten und Eintrittpreise im Freibad Röthenbach

  • Öffnungszeiten: Das Bad ist von Montag bis Freitag von 11.30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Der Langbadetag am Dienstag entfällt. Am Wochenende sowie generell in den Ferien ist das Bad von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet.
  • Eintrittspreise: Erwachsene zahlen nun 3,50 Euro statt 2,50 Euro. Für Familien werden sieben Euro statt fünf Euro fällig. Es gibt generell in diesem Sommer nur Tageskarten. (bes)