Maierhöfen/Argental

Kostenlose Fahrten zum Arzt: So funktioniert das Bürgermobil Argental

Pfarrer Werner Karl Badura und Diakon Fidelis Keck segneten das Argenmobil nach dem Gottesdienst in Maierhöfen. In dem VW Caddy befindet sich ein Platz für Rollstuhlfahrer. Die Umrüstung hat die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, mit 6000 Euro unterstützt. Mit an Bord hat der Caddy eine Christophorusplakette, die Margarete Mader, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, segnen ließ. Johannes Buhmann würdigte in einer kleinen Feier im Ibergzentrum Maierhöfen alle, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben..

Pfarrer Werner Karl Badura und Diakon Fidelis Keck segneten das Argenmobil nach dem Gottesdienst in Maierhöfen. In dem VW Caddy befindet sich ein Platz für Rollstuhlfahrer. Die Umrüstung hat die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, mit 6000 Euro unterstützt. Mit an Bord hat der Caddy eine Christophorusplakette, die Margarete Mader, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, segnen ließ. Johannes Buhmann würdigte in einer kleinen Feier im Ibergzentrum Maierhöfen alle, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben..

Bild: Peter Mittermeier

Pfarrer Werner Karl Badura und Diakon Fidelis Keck segneten das Argenmobil nach dem Gottesdienst in Maierhöfen. In dem VW Caddy befindet sich ein Platz für Rollstuhlfahrer. Die Umrüstung hat die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, mit 6000 Euro unterstützt. Mit an Bord hat der Caddy eine Christophorusplakette, die Margarete Mader, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, segnen ließ. Johannes Buhmann würdigte in einer kleinen Feier im Ibergzentrum Maierhöfen alle, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben..

Bild: Peter Mittermeier

Das Bürgermobil im Argental nimmt den Betrieb auf. Es wird ehrenamtlich betrieben und soll vor allem ältere oder kranke Menschen befördern.

01.09.2020 | Stand: 12:15 Uhr

Landrat Elmar Stegmann spricht von einem „tollen Projekt“. Am heutigen Dienstag startet das Bürgermobil im Argental, betrieben von einem Verein, mit ehrenamtlichen Fahrern am Steuer und finanziert von Spendern. „Wir verbessern die Lebensqualität von vielen Menschen in der Region“, sagte Johannes Buhmann bei der Segnung des Fahrzeugs. Der Gestratzer Altbürgermeister ist Geschäftsführer des Vereins „Bürgermobilität Argental“.

Das Argental ist eine eigene kleine Region im Westallgäu. In den vier Gemeinden leben gut 6400 Menschen, verteilt auf 170 Filialen. Das klingt nach Idylle, hat in Sachen Nahverkehr aber erhebliche Nachteile. Der Bus fährt an den meisten Ortschaften vorbei. Ein Problem ist das vor allem für ältere oder kranke Menschen. Daran, sagte Buhmann, „wird sich auch nichts ändern, wenn der Kreis den Nahverkehr ausbaut“.

So kam das Bürgermobil zustande

Das Bürgermobil soll das Problem lösen. An zwei Tagen in der Woche ist es künftig unterwegs. Angelehnt ist es an entsprechende Projekte in Amtzell und Argenbühl. „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden“, sagte Buhmann. Er ist mit der früheren stellvertretenden Landrätin Margarete Mader Motor des Projektes. Binnen weniger Monate haben sie das Mobil zum Laufen gebracht. Anfang Juni wurde der Verein Bürgermobilität Argental gegründet. Mit „null Euro“, wie Buhmann schilderte. Das änderte sich schnell – weil die Beteiligten die Werbetrommel rührten und Überzeugungsarbeit leisteten. Immerhin galt es 32 000 Euro für ein Auto zusammenzubringen.

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Das ist dem Verein gelungen, gut sogar. Derzeit hat der Verein – nach dem Kauf eines VW Caddy – ein Haben. 5100 Euro sind an privaten Spenden eingegangen, der Landkreis steuerte 20 000 Euro bei. Dieses Geld kommt je zur Hälfte aus dem Topf für Nahverkehrs- und dem Nachbarschaftsprojekte. Für Landrat Stegmann ist das Bürgermobil ein „Pilotprojekt“. Er ermunterte andere Städte und Gemeinden, dem Beispiel zu folgen. Der Kreis sei offen für weitere Projekte unterhalb der Linien des Kreises.

Verein hofft auf weitere Spenden

Hilfe kam auch von anderer Seite. So hat die Kartei der Not, das Hilfswerk unserer Zeitung, den behindertengerechten Ausbau des Caddy mit 6000 Euro unterstützt. „Ganz erfreulich“, nannte Buhmann das. Einen noch höheren Beitrag leistete die Heidi- und Christian-Schnicke-Stiftung, die ihren Ursprung in Opfenbach hat. Dessen Geschäftsführer Christian Klose ließ sich einen Tag lang im Argental informieren und fuhr dabei auch durch abgelegene Filialen wie Motzgatsried oder Tannen.

Der Verein wird den Betrieb selber finanzieren. Derzeit läuft ein Crowdfunding über die Raiffeisenbank Westallgäu. Zudem hoffen Buhmann und seine Mitstreiter weiter auf Spenden und Mitgliedsbeiträge. 60 Personen haben sich bereits als Mitglieder eingetragen mit steigender Tendenz. Sie zahlen jeweils zehn Euro. Und sollte der Verein trotz allem in finanzielle Not geraten, hat Buhmann schon eine Lösung ins Auge gefasst. „Dann spielen wir Theater“, kündigte er an.

Alle Informationen rund um das Bürgermobil Argental

  • Wie sieht das Auto aus? Der Verein nutzt einen VW Caddy Maxi. Gekauft hat er ihn gebraucht für 32 000 Euro. Das Auto hat 17 000 Kilometer auf dem Tacho.
  • Wann fährt das Mobil? Jeden Mittwoch und Donnerstag zwischen 9 Uhr und 16 Uhr. Bei Bedarf werden die Angebote eventuell auf andere Tage ausgeweitet.
  • Wer darf mit? Gedacht ist das Mobil vor allem für ältere und kranke Menschen. Sie können sich zu Ärzten, Behörden oder zum Einkaufen fahren lassen, aber auch zur Pflege sozialer Kontakte und zu Veranstaltungen. Mindestens zwei Drittel der Fahrgäste müssen hilfsbedürftig sein.
  • Wer sitzt am Steuer? Beim Verein haben sich 15 Fahrer gemeldet, beispielsweise Jung-Rentner und Frauen. Sie sind ehrenamtlich tätig und voll versichert.
  • Wo muss ich mich melden? Fahrten müssen bis spätestens Dienstag einer Woche gemeldet werden unter 0170/5405582.
  • Was kostet es? Für Gäste ist die Fahrt gratis.
  • Was ist mit Corona? „Wir nehmen die Coronaregeln ernst“, sagt Geschäftsführer Johannes Buhmann. Fahrer und Beifahrer trennen eine Scheibe. Zudem transportiert das Mobil derzeit nur einzelne Personen, bei Bedarf mit Begleitperson.
  • Wo ist das Bürgermobil untergebracht? Unentgeltlich in der Garage der Familie Striebel im Gestratzer Ortsteil Horben.
  • Wer ist im Vorstand? Zwölf Personen bilden den Vorstand des Vereins Bürgermobil Argental, drei aus jeder der vier Gemeinden. Stellvertreterin von Buhmann ist Margarete Mader.
  • Was wird aus dem Bürgernetz? Es besteht weiter und bietet seine Dienste, die vor allem Familien entlasten sollen, weiter an. Allerdings wird es keine Fahrten für Bürger mehr übernehmen. Die Fahrer waren anders als beim Bürgermobil nicht versichert. „Wir sind gefahren mit dem Schutzengel im Himmel“, sagte Mader bei der Segnung. Das Bürgermobil bezeichnete sie als „Segen für die Menschen in unseren Gemeinden“.