Ausgangssperre, Musik- und Fahrschulen zu

Kreis Lindau: Diese schärferen Corona-Regeln gelten ab Sonntag

Schärfere Corona-Regeln gelten ab Sonntag in Lindau.

Schärfere Corona-Regeln gelten ab Sonntag in Lindau.

Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Schärfere Corona-Regeln gelten ab Sonntag in Lindau.

Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Neben Kaufbeuren hat jetzt auch der Landkreis Lindau den Inzidenzwert von 200 überschritten. Diese strengeren Corona-Regeln gelten dort ab Sonntag:

12.12.2020 | Stand: 20:25 Uhr

Die Zahl der neuen Infektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstag bei 214,7. Lindau lag in den vergangenen Tagen bereits zweimal über dem 200er-Wert - allerdings bei den Inzidenz-Werten des Landesamtes für Gesundheit (LGL). Ausschlaggebend für strengere Maßnahmen ist aber der 200er-Wert vom RKI und dieser wurde am Samstag erstmals überschritten.

Damit gelten ab Sonntag automatisch schärfere Maßnahmen, teilte das Landratsamt Lindau am Samstag mit. "Wir appellieren weiter an die Bürgerinnen und Bürger sich zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz ihrer Mitmenschen, an die Maßnahmen zu halten", heißt es. Im Landkreis Lindau steigt außerdem die Zahl der Corona-Toten.

Kaufbeuren hatte in der vergangenen Woche auch den Wert von 200 überschritten - dort gelten die strengeren Regeln bereits schon.

Hier die Regeln im Überblick:

  • Von 21 Uhr bis 5 Uhr ist der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung untersagt, es sei denn, dies ist begründet aufgrund
    • eines medizinischen oder veterinärmedizinischen Notfalls oder anderer medizinisch unaufschiebbarer Behandlungen,
    • der Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten oder unaufschiebbarer Ausbildungszwecke,
    • der Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts,
    • der unaufschiebbaren Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger,
    • der Begleitung Sterbender,
    • von Handlungen zur Versorgung von Tieren,
    • der Teilnahme an Gottesdiensten und Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften im Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember 2020 oder von ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen.
  • Märkte sind zum Warenverkauf sind nicht mehr erlaubt - dazu zählen beispielsweise Floh- oder Handwerkermärkte. Der Verkauf von Lebensmitteln im Rahmen regelmäßig stattfindender Wochenmärkte ist dagegen weiter erlaubt.
  • An allen Schulen mit Ausnahme der Schulen zur sonderpädagogischen Förderung sowie der Abschlussklassen findet ab der Jahrgangsstufe acht kein Unterricht in Präsenzform statt.
  • Der Unterricht an Musikschulen und Fahrschulunterricht ist in Präsenzform untersagt.
  • Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist durch eine Änderung der 10. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bereits seit Freitag generell ganztägig untersagt.

Die verschärften Regeln gelten so lange, bis der Inzidenzwert von 200 sieben Tage am Stück unterschritten wird.

Warum gibt es im Kreis Lindau so viele Neuinfektionen? Ein Grund für den schnellen Anstieg der Zahlen ist offenbar die Lage an den Heimen. „Wir hatten in den letzten zwei Wochen verstärkt Ausbrüche in Pflegeheimen mit einer großen Anzahl an betroffenen Personen sowohl bei den Bewohnern als auch beim Pflegepersonal“, sagte die Sprecherin des Landratsamtes Lindau, Sibylle Ehreiser, diese Woche. Dies führte dazu, dass der Inzidenzwert innerhalb von zwei Wochen stark anstieg. Am 27. November lag er nach Angaben des LGL noch bei 79. Kaum zwei Wochen später ist knapp die 200er- Marke erreicht.

Zahl der Neuinfektionen bayernweit hoch

In Bayern hatte es von Freitag auf Samstag laut RKI erneut mehr als 4000 Neuinfektionen gegeben. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, wurde binnen 24 Stunden bayernweit mit 89 angegeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg bayernweit nochmals an und erreichte am Samstag 192,7. Auch im Allgäu stieg die Zahl der Neuinfektionen am Samstag erneut an.