Wintersport ade

Nach 50 Jahren: Skilift am Flucken in Maierhöfen wird abgebaut

Noch steht der Fluckenlift in Maierhöfen – in Betrieb gehen wird er jedoch nicht mehr. Stattdessen soll er noch vor Winterbeginn demontiert werden.

Noch steht der Fluckenlift in Maierhöfen – in Betrieb gehen wird er jedoch nicht mehr. Stattdessen soll er noch vor Winterbeginn demontiert werden.

Bild: Olaf Winkler

Noch steht der Fluckenlift in Maierhöfen – in Betrieb gehen wird er jedoch nicht mehr. Stattdessen soll er noch vor Winterbeginn demontiert werden.

Bild: Olaf Winkler

Das Aus kommt ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Unzählige Westallgäuer haben hier das Skifahren gelernt. Warum sich kein neuer Betreiber gefunden hat.
10.10.2020 | Stand: 15:50 Uhr

Nur wenige Wochen nach den Panorama-Liften in Hopfen (Gemeinde Stiefenhofen) erfolgt wohl schon in den nächsten Tagen der zweite Abbau eines Skiliftes im Westallgäu: Die Fluckenlifte in Maierhöfen gehen ausgerechnet im Jubiläumsjahr endgültig außer Betrieb. Vor 50 Jahren hatten einige Bürger eine Gesellschaft zu deren Betrieb gegründet.

Die Fluckenlifte waren für die Einwohner von Maierhöfen aber auch aus dem nahen Isny über Jahrzehnte ein Anziehungspunkt. Vor allem Familien kamen hierher, und unzählige Westallgäuer haben hier das Skifahren erlernt.

Ein Interessent war gefunden, aber der Verkauf ist gescheitert

Einige Jahre hatte Georg Keck den Lift allein betrieben. Nach seinem Tod machte sich dessen Tochter Sarah Götz auf die Suche nach einem Käufer. Der schien auch schon gefunden – und so ging der Fluckenlift 2018/19 nochmals in Betrieb. Letztlich kam der Verkauf aber doch nicht zustande – und andere Interessenten fand Sarah Götz nicht.

Die zuletzt immer häufiger schneearmen Winter sind dafür wohl ein Grund gewesen. Mitunter lief die Anlage nur an wenigen Tagen im Jahr, 2013/14 gar nur an zwei Tagen. So blieb der in Isny wohnhaften Sarah Götz nur die Entscheidung, die Anlage demontieren zu lassen. Dafür hat sie eine Spezialfirma beauftragt. Ein Großteil der Liftanlagen wird verschrottet, nur einen kleinen Kinderlift konnte Götz verkaufen. Für einen Weiterbetrieb wären beachtliche Investitionen notwendig gewesen. Insgesamt sei alles in den vergangenen Jahren aber bereits ein Minusgeschäft gewesen.

Die Schneesituation ist einfach zu unsicher

Aus Sicht der Gemeinde Maierhöfen ist der Abbau des Liftes unweit der Ortsmitte „sehr schade“, wie Bürgermeister Martin Schwarz sagt. „Aber der Wandel lässt sich nicht aufhalten.“ Auch er weiß, dass die anstehenden Investitionen zu hoch gewesen wären – „und auch keinen Sinn gemacht hätten angesichts der unsicheren Schneesituation“.

Es gibt eine Loipen-Kooperation mit Isny

Eine Zukunft für das alpine Skilaufen sieht er in der Höhenlage von Maierhöfen auf rund 750 Metern nicht mehr. „Wir werben auch schon seit Jahren nicht mit dem Skifahren“, sagt Schwarz. Einzig das Langlaufen stellt die Gemeinde in der Tourismuswerbung heraus. Schließlich gibt es einen Loipen-Zusammenschluss mit dem benachbarten Isny. Aber auch dort macht sich der Klimawandel bemerkbar. „Im letzten Winter ist das Loipenspurgerät nicht an einem einzigen Tag gefahren.“

Kein Schnee: Der Iberglift lief letztes Jahr gar nicht

Ein Trost bleibt der Gemeinde Maierhöfen: Im Ortsteil Riedholz gibt es mit dem Iberglift noch eine Anlage, die weiter betrieben wird. Im letzten Winter lief der Lift dort allerdings mangels Schnee nicht. Für den Bürgermeister ist ein Skilift vor Ort wichtig: „Sonst lernen die Kinder eines Tages das Skifahren nicht mehr.“