Protest im Westallgäu

Nicht alle Landwirte stehen hinter der Bauern-Demo bei Hochland

Bei Hochland in Heimenkirch wollen Milchbauern am 11. Juni protestieren.

Bei Hochland in Heimenkirch wollen Milchbauern am 11. Juni protestieren.

Bild: Matthias Becker

Bei Hochland in Heimenkirch wollen Milchbauern am 11. Juni protestieren.

Bild: Matthias Becker

Die Erzeugergemeinschaften, die Hochland mit Milch beliefern, fordern ihre Mitglieder auf, sich nicht an der Kundgebung am 11. Juni in Heimenkirch zu beteiligen.
10.06.2021 | Stand: 12:14 Uhr

Die Kundgebung des Bundes Deutscher Milcherzeuger (BDM) am Freitagvormittag (11. Juni) in Heimenkirch sorgt unter den Landwirten für Diskussionen. Jetzt haben die Erzeugergemeinschaften, die Hochland beliefern, ihre Mitglieder aufgerufen, sich nicht an den Protesten in Heimenkirch zu beteiligen. „Die Proteste treffen ein Unternehmen, das nicht nur Vorreiter im Milchpreis ist, sondern überdies auch soziale Verantwortung beweist, sagt Thomas Bertl, der Sprecher der Erzeugergemeinschaften.

Hochland verarbeitet an seinem Standort in Schongau Milch. Sie kommt von etwa 800 Landwirten. Entsprechende Verträge hat das Unternehmen mit Erzeugergemeinschaften geschlossen. Deren Vertreter distanzieren sich in einer Pressemitteilung von der Kundgebung in Heimenkirch.

Erzeuger: Hochland zahlt hohen Milchpreis

Nach eigenem Bekunden unterstützen sie zwar ausdrücklich Aktionen, die darauf abzielen, die politischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Sie haben aber „überhaupt kein Verständnis“ für die „exemplarische Auswahl“ der Molkerei Hochland für die Protestaktion.

Das Unternehmen zahle nicht nur seit Jahren einen überdurchschnittlichen Milchpreis, sondern lasse die Milcherzeuger auch am wirtschaftlichen Erfolg der Molkerei teilhaben, in dem es die vertraglich vereinbarten Milchpreise überzahle.

Die Erzeugergemeinschaften verweisen zudem darauf, dass das Westallgäuer Unternehmen vor drei Jahren Milcherzeuger aus Baden-Württemberg aufgenommen hatte, die nach der Insolvenz einer Molkerei keine Abnehmer mehr hatten. Damit habe das Unternehmen die Betriebe „vor einer Notlage gerettet“.

Kundgebung am 11. Juni bei Hochland in Heimenkirch

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Den Ort hat der BDM gewählt, weil der Vorstandsvorsitzende der Hochland SE, Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrieverbandes mit 80 angeschlossenen Unternehmen ist.

Dem BDM geht es nach eigenem Bekunden nicht darum, „Hochland zu diffamieren“ oder um ein paar Cent mehr Milchgeld zu betteln. Ziel sei ein Systemwechsel, um zu verhindern, dass die Milchviehbetriebe komplett ausbluten.