Röthenbach

„Pflegerisches Niemandsland“

Josefsheim

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Bild: Ingrid Grohe

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Bild: Ingrid Grohe

Senioren Bürgerinitiative drängt auf mehr Pflegeplätze. Gemeinderat Röthenbach verweist auf laufende Gespräche zwischen Allgäustift und Landratsamt
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Von owi
08.11.2019 | Stand: 16:45 Uhr

Die Pläne für ein Demenzdorf mit rund 100 Wohneinheiten im Röthenbacher Ortsteil Oberhäuser sind vom Tisch. Die Bürgerinitiative (BI), die sich gegen das Projekt gegründet hatte, hat jetzt auf die schlechte Versorgung mit Pflegeplätzen aufmerksam gemacht. Ein öffentliches Schreiben der BI verlas Bürgermeister Stephan Höß in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die Argentalgemeinden und die angrenzenden Kommunen Stiefenhofen und Oberreute sieht BI-Sprecher Werner Wegscheider als „pflegerisches Niemandsland“.

Mit der Entscheidung des Landratsamtes gegen den Bau eines Demenzdorfes in Röthenbach ist die BI zufrieden. „Die eigentlichen Probleme im Pflegebereich im oberen Landkreis sind damit aber noch nicht erledigt“, stellt Wegscheider fest. Er regt in seinem Schreiben an, dass sich die insgesamt sechs Gemeinden zusammentun und ihren Bedarf an Pflegeplätzen ermitteln sollten. Insbesondere geht es der BI auch um die Themen Kurzzeitpflege und Betreutes Wohnen. Einbezogen werden sollten aus Sicht der BI Ärzte, Pfarrgemeinden, das Lindenberger Krankenhaus sowie das bestehende Familiennetzwerk. Denn es gehe auch um niederschwellige Angebote wie Haushaltshilfen und Fahrdienste. Bürgerinnen und Bürger sollten einen Überblick über alle Angebote erhalten.

Bürgermeister Stephan Höß verwies in der Gemeinderatssitzung auf die laufenden Gespräche zwischen dem Allgäustift als Betreiber des Josefsheims und dem Landratsamt. Darin gehe es um mögliche Erweiterungen des Pflegebereiches. Die noch ausstehenden Ergebnisse dieser Gespräche sollte die Gemeinde abwarten, bevor sie konkreter auf das Schreiben der BI reagiere, waren sich Höß und die Mitglieder des Gemeinderates einig.

Für eine „bedarfsgerechte Erweiterung“ des Josefsheims spricht sich auch die Bürgerinitiative in ihrem Schreiben aus. Insbesondere Kurzzeitpflegeplätze würde sie sich hier wünschen. Auch „entsprechende Neubauten“ heißt die BI gut. Allerdings sollte es aus ihrer Sicht auch mehr Angebote und Dienstleister für ambulante Pflege und Betreuung im Argental sowie in Stiefenhofen und Oberreute geben.

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