Heimenkirch

Schlägt in dieser Allgäuer Gemeinde besonders oft der Blitz ein?

Trafostation Oberhäuser

Schäden an der Hausfassade hat Robert Lanz in Oberhäuser nach einem heftigen Gewitter festgestellt. Die Trafostation in Oberhäuser befindet sich auf einem Betonmast, wie dies an vielen Stellen im Westallgäu üblich ist.

Bild: Olaf Winkler

Schäden an der Hausfassade hat Robert Lanz in Oberhäuser nach einem heftigen Gewitter festgestellt. Die Trafostation in Oberhäuser befindet sich auf einem Betonmast, wie dies an vielen Stellen im Westallgäu üblich ist.

Bild: Olaf Winkler

Bürger vermuteten, dass Schäden bei Unwetter in Heimenkirch-Oberhäuser mit der Umspannstation zusammenhängen.

31.07.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Es war ein heftiges Gewitter, das am 1. Juli über das Westallgäu gezogen ist. Während es vor allem in Scheidegg zu Überschwemmungen kam, gab es andernorts auch zahlreiche Blitzeinschläge. Die Folgen beschäftigen Robert Lanz aus Oberhäuser (Gemeinde Heimenkirch) noch immer. Er sieht einen Zusammenhang mit einer Trafostation, die sich nur wenige Meter neben seinem Grundstück befindet.

Die sogenannte Panzersicherung, die gegen Überspannungen aus dem Stromnetz absichern soll, war nach dem Gewitter ebenso defekt wie mehrere Telekommunikationsgeräte und ein Computer, berichtet Lanz. Und: „Die Telefondosen hat es regelrecht aus der Wand gerissen.“ Außerdem ist auch an der Hausfassade ein Loch entstanden.

Ist Trafostation in Heimkirch notwendig?

Einen direkten Blitzeinschlag in einem Gebäude kann sich Lanz nicht vorstellen, denn neben seinem eigenen Haus waren noch mindestens zwei weitere Gebäude betroffen. „Ich behaupte nicht, dass es an der Trafostation liegt“, sagt der 49-Jährige. Aber wirklich wohl fühlt er sich neben der Station nicht. „Ich habe keine gesundheitlichen Probleme“, stellt er fest. Doch seien die Überspannungsschäden für ihn Anlass, die Notwendigkeit der Station zu hinterfragen. Das tat er schon bei der Bürgersprechstunde der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Ich möchte die Gemeinde mit ins Boot holen.“ Bürgermeister Markus Reichart kündigte an, gemeinsam mit den Elektrizitätsnetzen Allgäu einen „Runden Tisch“ zu bilden. Der kam bislang aus Termingründen allerdings noch nicht zustande.

Trafostation Oberhäuser
Nach dem Unwetter sind an Hauswänden Schäden entstanden.
Bild: Olaf Winkler

Die in den 1970er Jahren errichtete Trafostation steht auf einem Betonmast – ein Bauwerk, das es in den ländlichen Bereichen des Westallgäus vielerorts gibt. Dort kommt eine Mittelspannungsleitung mit 20 000 Volt (20-KV-Leitung) an. Der Trafo sorgt für eine Umspannung an die in den angeschlossenen Haushalten benötigten 400 beziehungsweise 230 Volt. Von der Trafostation aus sind einzelne Gebäude in Oberhäuser per Erdkabel angeschlossen. Dass am 1. Juli auf diesem Weg Überspannungen in das Haus von Robert Lanz oder nahe gelegene Gebäude gekommen sind, schließt Horst Klehenz, Geschäftsführer der Elektrizitätsnetze Allgäu GmbH, aus. „Dann wären auch andere Häuser betroffen und dann wäre es bei uns auch zu einer Abschaltung gekommen“, erläutert er. Kurz gesagt: „Das Schadensbild wäre ein anderes.“ So kann Klehenz nur mutmaßen, dass es im Telekom-Netz zu einem Blitzeinschlag kam.

Trafostation entspricht neusten Stand der Technik

Für den Wunsch von Lanz, die Trafostation nicht mehr vor Augen zu haben, hat Klehenz Verständnis. „Allerdings entspricht sie dem aktuellen Stand der Technik.“ Dem Netzbetreiber sei es nicht möglich, die Freileitung zur Trafostation und die Station selbst zu ersetzen. „Da schaut die Bundesnetzagentur genau auf die Kosten“, sagt er. Eine Investition sei erst dann möglich, wenn technische Mängel auftreten. „Aber auch dann benötigen wir an dieser Stelle eine Trafostation“, so Klehenz. Nur so lasse sich die Stromversorgung der Gebäude in Oberhäuser sicherstellen. Der Ersatz der Freileitung durch ein Erdkabel sei zwar grundsätzlich denkbar, erfolge aber meist im Zusammenhang mit anderen Baumaßnahmen. „Auf Zuruf können wir da nichts machen.“

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