Westallgäu

So verändert Corona die Urlaubspläne von Westallgäuer Jugendlichen

Große Veränderungen gibt es auch in den Ferien vieler Schüler. Sechs von ihnen erzählen.

Große Veränderungen gibt es auch in den Ferien vieler Schüler. Sechs von ihnen erzählen.

Bild: Ralf Lienert

Große Veränderungen gibt es auch in den Ferien vieler Schüler. Sechs von ihnen erzählen.

Bild: Ralf Lienert

Westallgäuer Schüler erzählen, wie sich ihre Ferienpläne durch das Virus verändert haben. Was sie alles umplanen mussten - und was ihnen Probleme bereitet.

Große Veränderungen gibt es auch in den Ferien vieler Schüler. Sechs von ihnen erzählen.
Von Katharina Sutter
29.07.2020 | Stand: 09:19 Uhr

Jana Sutterlitte aus Heimenkirch und ihre Familie wagen in diesem Sommer etwas ganz Neues: Sie werden ihren Familienurlaub in diesem Jahr zum ersten Mal in Deutschland verbringen. In anderen Jahren sind sie nach Italien gefahren, um dort zu campen. „Es ist zwar traurig, aber man kann auch hier schöne Sachen unternehmen“, glaubt die 16-Jährige. Aus Vorsicht will sie in diesem Sommer auch eher in abgelegenen Seen baden gehen und das Leiblachbad meiden.

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Jana Sutterlitte
Bild: Jana Sutterlitte

Gestratzer Lucas Müller: Radtour statt Besuch aus Polen

Der 15-jährige Lucas Müller aus Gestratz hat mit seiner Familie beschlossen, den Familienurlaub in diesem Jahr ganz ausfallen zu lassen und nicht wie im vergangenen Jahr fort zu fahren. „Das kann man halt nicht ändern“, sagt er. Auf dem Programm stehen nun Grillen, Baden, Radfahren und Familienfeiern. Lucas hatte auch andere Dinge geplant, die nicht stattfinden können. Mit dem katholischen Jugendnetzwerk war der 15-Jährige im vergangenen Jahr in Polen. Dieses Jahr hätte der Gegenbesuch stattfinden sollen, doch wegen Corona muss er ausfallen und soll auf nächstes Jahr verschoben werden. Stattdessen startet Lucas heuer eine mehrtägige Radtour mit Freunden.

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Lucas Müller
Bild: Lucas Müller

Die Scheideggerinnen Amelie Kunrath, 17, und Alice Kunrath, 15, freuen sich auf den Familienurlaub in Frankreich – und hoffen, dass er wie geplant möglich ist. Endgültig entschieden hat die Familie noch nicht, ob sie in den Südwesten Frankreichs aufbricht. Die Schwestern hatten vor, dort zu surfen, Volleyball zu spielen und Zeit mit einer befreundeten Familie verbringen. Diese hat die Reise allerdings bereits abgesagt – wegen Corona. „Wir hoffen einfach, dass es noch klappt, letztes Mal war es so schön da“, erklärt Amelie. Die Kunraths machen sich bereits Gedanken über alternative Aktivitäten: Unter anderem ist ein mehrtägiger Ausflug nach Bregenz zum Surfen oder eine Städtetour geplant. Was die Familie allerdings sicher umsetzen wird, ist der Besuch bei den Großeltern in Donauwörth. Den unternimmt sie jedes Jahr.

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Alice und Amelie Kunrath
Bild: Silvia Kunrath

Brasilianerin in Lindenberg kann ihre Familie nicht besuchen

Am meisten ändert Corona wohl für die Pläne von Isabela Oliveira Leite. Die 17-Jährige ist vor einem Jahr von Brasilien nach Lindenberg gekommen, um hier zur Schule zu gehen, ihr Abitur in Bayern zu machen und in Deutschland zu studieren. Eigentlich hatte sie vor, in den Ferien ihre Familie zu besuchen. Derzeit aber liegt Brasilien bei den Infektionszahlen weltweit auf Platz drei hinter den USA und Russland. „Würde ich nach Brasilien gehen, würde ich mein Visum verlieren und könnte nicht mehr zurück nach Deutschland“, erklärt Isabela.

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Deswegen ist es der 17-Jährigen nicht möglich, ihre Familie in Sao Paulo zu besuchen. Das macht sie eher traurig. Die Reise war bereits geplant und sie hatte sich sehr auf das Wiedersehen gefreut. Stattdessen bleibt sie den Sommer über in Deutschland. „Ich will viel lesen und meine Zeit mit Freunden verbringen“, sagt Isabela. Zugleich hofft sie, ihre Familie an Weihnachten besuchen zu können.

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Isabela Oliveira Leite
Bild: Isabela Oliveira Leite

Die aus Heimenkirch stammende Anna Huberwird mit ihrer Familie trotz Corona wie gewohnt in den Familienurlaub reisen. Die 17-Jährige und ihre Familie wollen mit dem Auto nach Kroatien in eine Ferienwohnung fahren. „Der Ort, in dem wir Urlaub machen, ist sehr klein und abgelegen“, beschreibt Anna ihr Reiseziel. Dorthin könne man guten Gewissens auch trotz Corona fahren. Auch Anna wird in diesem Jahr nicht ins Leiblachbad gehen, sie kühlt sich stattdessen lieber im Waldsee ab.