Verkehr

Tempolimit in Lindenberg: Deshalb kamen Schilder erst später

Ab hier gilt auf der Durchfahrtstraße in Lindenberg wieder Tempo 50.

Ab hier gilt auf der Durchfahrtstraße in Lindenberg wieder Tempo 50.

Bild: Benjamin Schwärzler

Ab hier gilt auf der Durchfahrtstraße in Lindenberg wieder Tempo 50.

Bild: Benjamin Schwärzler

Wo endet Tempo 30 in Lindenberg? Die neue Regelung hat anfangs für Unklarheiten gesorgt. Wieso das Landratsamt Lindau nachträglich doch noch tätig geworden ist.
15.09.2020 | Stand: 12:19 Uhr

Eigentlich hat das Landratsamt bei der Ausweisung von Tempo 30 in Lindenberg einen „unnötigen Schilderwald“ vermeiden sollen. Deshalb sei zunächst „lediglich die vorgeschriebene Beschilderung“ aufgestellt worden, teilt Angela Wolf vom Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung mit – und begründet auch, weshalb die Behörde nun doch nachgebessert hat.

Jahrelang hatte die Stadt um die Ausweisung von Tempo 30 gekämpft. Im Juni schließlich hat die Regierung von Schwaben den Lärmaktionsplan genehmigt. Die Schilder folgten Anfang September. Und diese führten gleich zu Irritationen – denn etliche Autofahrer vermissten Schilder, die das Ende von Tempo 30 anzeigen. Bei Facebook war das ebenso Thema wie in Leserbriefen an unsere Redaktion.

Die Kreisbehörde begründet den anfänglichen Verzicht wie folgt: „In der Straßenverkehrsordnung ist für solche Fälle keine eindeutige Regelung vorhanden, wie weit eine Beschränkung gilt und ob dessen Ende grundsätzlich zu beschildern ist. In der Verwaltungsvorschrift dazu ist lediglich geregelt, dass eine Beschilderung nach Einmündungen zu wiederholen ist“, schildert Wolf und ergänzt: „Daraus kann abgeleitet werden, dass die Beschränkung nach einer solchen Einmündung endet und dass, wenn keine Wiederholung erfolgt, die Beschränkung endet und auf eine weitergehende Beschilderung verzichtet werden kann.“

Landratsamt und Polizei haben sich abgesprochen

Allerdings seien dem Landratsamt recht schnell Unsicherheiten über die Geltungsbereiche des Tempolimits zu Ohren gekommen, berichtet Wolf. In Absprache mit der Polizei Lindenberg hat die Behörde deshalb am 8. September das Aufstellen der zusätzlichen Schilder angeordnet – insbesondere in der Pfänderstraße in Fahrtrichtung Scheidegg. Dort sei das Ende von Tempo 30 „nicht eindeutig erkennbar“ gewesen, so Wolf.

Neun Schilder innerhalb von 700 Metern

Um keine weiteren Irritationen hervorzurufen, ob an den anderen Stellen jetzt die Beschränkung weiterhin gilt oder nicht, sei die Beschilderung für alle beschränkten Bereiche ergänzt worden. Das Straßenbauamt hat die Schilder Ende vergangener Woche aufgebaut. In der Oberen Hauptstraße stehen somit innerhalb von 700 Metern nicht weniger als neun Schilder.