Kultur mit 2G plus

Kritik an Corona-Regeln im Theater: "Bier geht vor Kultur"

Corona-Regeln im Theater und in der Kneipe: Der Verband Freie Darstellende Künste in Bayern sieht sich wegen stärkerer Einschränkungen im Nachteil gegenüber der Gastronomie.

Corona-Regeln im Theater und in der Kneipe: Der Verband Freie Darstellende Künste in Bayern sieht sich wegen stärkerer Einschränkungen im Nachteil gegenüber der Gastronomie.

Bild: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)

Corona-Regeln im Theater und in der Kneipe: Der Verband Freie Darstellende Künste in Bayern sieht sich wegen stärkerer Einschränkungen im Nachteil gegenüber der Gastronomie.

Bild: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)

Im Theater sind die Corona-Regeln strenger als in den Kneipen. Für die Kulturbranche ein unhaltbarer Zustand. Sie kritisiert deshalb die bayerische Regierung.
##alternative##
dpa
12.01.2022 | Stand: 09:56 Uhr

Der Verband Freie Darstellende Künste in Bayern (VfdKB) sieht die Kultur bei den Corona-Beschränkungen stark benachteiligt, vor allem gegenüber der Gastronomie. "Wir können das nur noch so bewerten, dass die Aussage "Bayern ist ein Kulturstaat" ein leere Hülse ist: Bier geht vor Kultur", sagte Daniela Aue vom Vorstand des Verbands der Deutschen Presse-Agentur in München.

Kultur bei 2G+, Gastronomie bleibt bei 2G

Aue kritisierte einen Beschluss des bayerischen Kabinetts, wonach in Lokalen weiter die 2G-Regel (geimpft oder genesen) gelten soll. Bei Kulturveranstaltungen dagegen müssen sich Geimpfte und Genesene zusätzlich testen lassen, zudem dürfen nur 25 Prozent der Plätze besetzt werden.

Diese Ungleichbehandlung hält Aue für nicht nachvollziehbar. "Wir haben gute und funktionierende Hygienekonzepte, die Theaterhäuser haben effektive Lüftungskonzepte. Gerade letztere sind in der Gastronomie so sicherlich nicht vorhanden und dort sitzen die Gäste häufig dicht auf dicht", kritisierte sie.

Funktionierende Corona-Hygienekonzepte in Kulturstätten

Aue sieht darin ein "fatales Zeichen mit fatalen Folgen". Man sende das Signal aus, dass das Ansteckungsrisiko bei Kulturveranstaltungen groß sei, diese würden in der Folge gemieden. Existenzen von Kulturschaffenden würden dadurch gefährdet.

Ähnlich äußerte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Florian von Brunn (SPD). "Die übermäßig harten, unfairen und nicht nachvollziehbaren Einschränkungen für die Kultur sind existenzgefährdend", sagte er. "Im Gegensatz zur Gastro hat der Kulturbetrieb auch kein zusätzliches Geschenk wie die Mehrwertsteuersenkung bekommen. Offenbar ist die Kultur dieser Staatsregierung ziemlich egal."

Kultur fordert Gleichbehandlung: Klage beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt

Lesen Sie auch
##alternative##
Neue Corona-Regeln

So sehen die neuen Corona-Maßnahmen ab Herbst 2022 aus

Auch Andreas Schessl, Geschäftsführer des Konzertveranstalters Münchenmusik, drängt darauf, bei Veranstaltungen wie Theater oder Konzerten wieder mehr Zuschauer zuzulassen. Deshalb hat er auch Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt, um sich gegen die Beschränkung auf 25 Prozent der Zuschauerkapazität zu wehren.

Es sei unverständlich, warum von der Kultur wieder ein Sonderopfer erzwungen werde. Beim Restaurantbesuch vor oder nach einer Vorstellung könnten alle an einem Tisch sitzen, im Theater seien dagegen Abstand und Masken Pflicht. "Da setzen wir uns für eine Gleichbehandlung ein und fordern das auch von der Staatsregierung."

Mehr Nachrichten aus Bayern.