Grafing bei München

56-Jähriger setzt Gegenstände in Zug in Brand und verbrennt sich selbst

In Grafing bei München hat ein 56-jähriger Mann zunächst am Bahngleis einen Mülleimer in Brand gesetzt und danach in der Bahn einen Sitz sowie ein Hemd angezündet.

In Grafing bei München hat ein 56-jähriger Mann zunächst am Bahngleis einen Mülleimer in Brand gesetzt und danach in der Bahn einen Sitz sowie ein Hemd angezündet.

Bild: Bundespolizeidirektion München

In Grafing bei München hat ein 56-jähriger Mann zunächst am Bahngleis einen Mülleimer in Brand gesetzt und danach in der Bahn einen Sitz sowie ein Hemd angezündet.

Bild: Bundespolizeidirektion München

In Grafing bei München hat ein 56-Jähriger einen Sitz und ein Hemd in der Bahn angezündet und sich selbst Verbrennungen zugezogen. Wie er die Taten erklärt.

09.09.2020 | Stand: 11:04 Uhr

Ein 56-jähriger Mann hat in der Nacht zum Dienstag mehrere Einsätze der Bundes- und Landespolizei verursacht. Zunächst hatte er laut Polizei in der Schnellbahn S4, die in Grafing stand, gegen 20.20 Uhr grundlos die Notentriegelung aktiviert und dabei die Plombe beschädigt. Obwohl ihn der S-Bahn-Fahrer mehrmals aufforderte, die Bahn zu verlassen, weigerte sich der 56-Jährige. Als die verständigten Landes- und Bundespolizisten eintrafen, gab er die Sachbeschädigung zu und wurde von den Beamten entlassen.

Mülleimer im Zug in Brand gesetzt

Gegen 23 Uhr jedoch zündete der 56-jährige Österreicher nach Angaben der Polizei dann Gegenstände in einem Mülleimer am Bahnsteig an. Über dem qualmenden Mülleimer wärmte er sich anschließend die Hände. Der Lokführer der Regionalbahn nach Wasserburg am Inn, der am Gleis 2 stand, bemerkte den qualmenden Mülleimer und sah sich diesen laut Polizei genauer an.

Noch während der Zugführer ausstieg, bemerkte er, wie sich der 56-Jährige dem "Filzenexpress" näherte und in diesem Platz nahm. Gemeinsam mit dem Fahrdienstleiter löschte der Lokführer den Brand mit einem Feuerlöscher.

Am Grafinger Bahnhof hat der Mann Gegenstände in einem Mülleimer in Brand gesteckt und sich über dem Feuer die Hände gewärmt.
Am Grafinger Bahnhof hat der Mann Gegenstände in einem Mülleimer in Brand gesteckt und sich über dem Feuer die Hände gewärmt.
Bild: Bundespolizeidirektion München

56-Jähriger zündelte in Regionalbahn

Währenddessen informierten zwei junge Männer die Bahnmitarbeiter darüber, dass im Zug jemand zündelte. Als der Lokführer zum Zug zurückging, qualmte es bereits aus der Türe der Regionalbahn.

Auf einem Sitz saß der 56-Jährige laut Polizei neben einem verkokelten, rauchenden Sitzbezug. Auf dem Boden lag ein größtenteils verbranntes, vereinzelt noch leicht glühendes Hemd. Zudem hatte der Mann selbst an mehreren Stellen an der Brust, unter dem Arm sowie am Rücken Verbrennungen.

Die beiden Männer, die den zündelnden Mann meldeten, hatten zuvor das brennende Hemd durch Tritte löschen können. Im Abteil des "Filzenexpress" saßen noch weitere Reisende.

Bei den Zündeleien wurde auch ein Sitz in der Regionalbahn beschädigt.
Bei den Zündeleien wurde auch ein Sitz in der Regionalbahn beschädigt.
Bild: Bundespolizeidirektion München

Zündelnden Mann in Münchner Krankenhaus gebracht

Ein Rettungswagen brachte den 56-Jährigen mit Begleitung durch Bundespolizisten in ein Münchner Krankenhaus, damit dort die Brandwunden des 56-Jährigen versorgt werden konnten. Von der Staatsanwaltschaft wurde noch in der Nacht, wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung, eine Richtervorführung angeordnet. Der Beschuldigten wurde daraufhin im Krankenhaus über seine vorläufige Festnahme informiert.

Am darauffolgenden Morgen jedoch wurde die Straftat auf eine Sachbeschädigung reduziert, sodass die vorläufige Festnahme wieder aufgehoben wurde. 

56-Jähriger gab an, Drogen konsumiert zu haben

Der 56-jährige Mann gab an, dass er von einem Drogenentzug in Nürnberg kam. Laut Polizei soll er gesagt haben, dass er unter Entzugserscheinungen leidet und deswegen Cannabis und Speed konsumiert hatte.

Derzeit befindet er sich in einer Münchner Klinik. Dort soll der 56-Jährige wegen seiner Brandverletzungen dritten Grades in den kommenden Tagen operiert werden.

(Wie die Polizei nach zwei Bränden in Oggenried (Ostallgäu) nach dem Feuerteufel sucht und was der betroffene Landwirt nach den Großbränden in Opfenbach (Westallgäu) sagt, lesen Sie im jeweiligen Artikel.)