München

Baustaatssekretär Holetschek: Neue Bauleitlinien nach Corona notwendig

ARCHIV - Der Abgeordnete Klaus Holetschek (CSU) spricht am 29.06.2016 in München (Bayern) während einer Plenarsitzung im bayerischen Landtag. Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat das Ermittlungsverfahren gegen Holetschek wegen Verdachts der Untreue eingestellt. Es ging dabei um den Vorwurf, Holetschek habe in seiner Zeit als Bürgermeister von Bad Wörishofen (2002 bis 2013) zu wenig Fremdenverkehrsbeiträge von der Therme eingefordert, die ein Besuchermagnet des Unterallgäuer Kurortes ist. Foto: M

Baustaatssekretär Klaus Holetschek fordert: Nach Corona müssen neue Bauleitlinien entwickelt werden.

Bild: Matthias Balk/dpa (Archiv)

Baustaatssekretär Klaus Holetschek fordert: Nach Corona müssen neue Bauleitlinien entwickelt werden.

Bild: Matthias Balk/dpa (Archiv)

Die Corona-Krise trifft alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Auch die Bauplanungen. Welche Bauleitlinien der Allgäuer Baustaatssekretär Holetschek fordert.

dpa
03.06.2020 | Stand: 07:45 Uhr

Als Lehre aus der Corona-Krise fordert Bayerns Baustaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) völlig neue Leitlinien für künftige Bauplanungen: beispielsweise getrennte Ein- und Ausgänge bei öffentlichen Gebäuden, neue Raumaufteilungen und Lüftungssysteme.

"Wir müssen das Thema Bauen von Grund auf neu denken", sagte der Allgäuer Bausstaatssekretär der Deutschen Presse-Agentur in München. "Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Hotels, Gaststätten, öffentliche und private Gebäude - sie alle müssen auch baulich darauf ausgelegt sein, die Gesundheit jedes einzelnen zu schützen." Überall müssten Hygieneregeln eingehalten werden können. "Dazu können zum Beispiel getrennte Wege für den Ein- und Ausgang bei sämtlichen öffentlichen Gebäuden gehören, Hygieneschleusen in Krankenhäusern oder eigene Besuchszimmer in Pflegeeinrichtungen", erklärte er.

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Lüftungssysteme haben in Corona-Krise hohen Stellenwert

Zudem müsse man sich die Raumaufteilung anschauen - etwa ob diese für potenzielle Isolationsmaßnahmen geeignet sei oder ob die Räume groß genug seien, um Mindestabstände einzuhalten. "Und ganz wichtig ist natürlich immer die Frischluftzufuhr: Sie müssen wir bei allen Räumen, die wir planen und bauen, mitdenken", sagte Holetschek. "Denn Lüftungssysteme, Fenster, Balkone und Terrassen bekommen vor dem Hintergrund des Virus noch einmal einen viel höheren Stellenwert."

Corona-Pandemie trifft viele Bereiche

"Die Corona-Pandemie führt uns eindrücklich vor Augen, dass Fragen des Gesundheitsschutzes sämtliche Lebensbereiche betreffen", sagte Holetschek. "Das Virus hat uns noch immer fest im Griff, aber wir müssen schon jetzt an die Zukunft denken." Man müsse die aktuellen Erfahrungen klug für dauerhafte Verbesserungen nutzen, mahnte er.

Die Verbindung der Themen Gesundheit und Bauen gehe aber weit über Fragen der Virus-Eindämmung hinaus. "In welchem Umfeld wir uns bewegen, wo wir arbeiten, lernen, spielen, sporteln und leben, hat immer massive Auswirkungen auf unser gesundheitliches Wohlbefinden", sagte Holetschek. Deshalb müsse man auch auf gesundes Bauen achten.