Berchtesgadener Bartgeier

Die Bartgeier Jungvögel "Wally" und "Bavaria" starten erste Flugversuche

Bartgeier

Bald heben die beiden Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden zum ersten Mal ab.

Bild: Rosi Rössner (Symbolbild)

Bald heben die beiden Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden zum ersten Mal ab.

Bild: Rosi Rössner (Symbolbild)

Die Bartgeier "Bavaria" und "Wally", die im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert wurden, stehen kurz vor dem ersten Flug. Was sie dabei motivieren soll.
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dpa
02.07.2021 | Stand: 11:19 Uhr

Die beiden im Nationalpark Berchtesgaden ausgewilderten Bartgeier stehen kurz vor ihrem Erstflug. "Sie flattern echt richtig viel - ich schätze, Mitte nächster Woche geht es los", sagte Projektleiter Toni Wegscheider vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die wesentlich kräftigere Bavaria schaffe inzwischen mehr als 370 Flügelschläge am Tag, die zierlichere Wally an guten Tagen deutlich über 200 - es können aber auch mal nur 80 sein. "Wenn junge Bartgeier stabil 200 Schläge pro Tag schaffen, ist die Ausdauer groß genug, dass sie den Erstflug packen", erläuterte Wegscheider.

Bartgeier-Dame "Wally" hinkt hinterher

"Wally ist aktuell deutlich hinterher. Die war anfangs sehr engagiert, hat aber etwas nachgelassen. Sie frisst jetzt mehr und verlegt sich eher auf die Gewichtszunahme", schilderte Wegscheider die Ergebnisse der durchgängigen Beobachtungen von Vogelschützern vor Ort.

"Bavaria aber hopst tollpatschig durch die Gegend, da könnte es sogar sein, dass sie als "Unfall" erstmals fliegt, wenn sie über die Kante purzelt bei ihren Ausflügen." Schon jetzt hebe Bavaria bei ihren Hopsern deutlich höher ab.

Auf jeden Fall liegt schon jetzt - für die scharfsichtigen Geier deutlich sichtbar - Futter außerhalb der abgezäunten Auswilderungsnische bereit. "Wenn sie nicht sofort wieder im Steigflug hochfliegen können, können sie zur Not sogar zu Fuß rübergehen und sich das holen."

Jungvögel aus Spanien im Nationalpark Berchtesgaden angesiedelt

Die beiden Jungvögel aus spanischer Zucht waren Anfang Juni im Rahmen eines europäischen Wiederansiedlungsprogrammes in die Felsnische im Nationalpark gebracht worden. Seit 1986 wird der vom Menschen einst ausgerottete, mit einer Spannweite von bis zu 2,90 Metern größte Brutvogel der Alpen wieder aufwendig angesiedelt.

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Allein das auf zehn Jahre angelegte Projekt im Nationalpark Berchtesgaden verschlingt rund eine Dreiviertelmillion Euro. Das Interesse der Bevölkerung ist enorm, der LBV verzeichnet bei den Zugriffszahlen der Live-Webcam Rekordzahlen.

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