Söder will keine Ausnahme

Bischöfe erbitten für Christmetten Ausnahme von Ausgangsbeschränkung

Die Ausgangssperre sei eine "schmerzhafte Entscheidung", so bayerische Bischöfe. Sie plädieren für eine Ausnahme an Weihnachten.

Die Ausgangssperre sei eine "schmerzhafte Entscheidung", so bayerische Bischöfe. Sie plädieren für eine Ausnahme an Weihnachten.

Bild: Felix Kästle, dpa (Archivbild)

Die Ausgangssperre sei eine "schmerzhafte Entscheidung", so bayerische Bischöfe. Sie plädieren für eine Ausnahme an Weihnachten.

Bild: Felix Kästle, dpa (Archivbild)

Weihnachten für die Gläubigen ohne Messe? Katholische Bischöfe in Bayern hoffen auf eine Ausnahme. Sie wollen den Heiligen Abend retten. Doch Söder lehnt ab.
Die Ausgangssperre sei eine "schmerzhafte Entscheidung", so bayerische Bischöfe. Sie plädieren für eine Ausnahme an Weihnachten.
dpa
15.12.2020 | Stand: 14:39 Uhr

Die katholischen Bischöfe und Erzbischöfe in Bayern haben für Heiligabend um eine Ausnahme für die "schmerzhafte Entscheidung der Ausgangssperre" gebeten. Die zeitliche Ausweitung der Gottesdienste über den ganzen Abend würde das Infektionsrisiko mindern im Gegensatz zu einer Verdichtung in der Zeit vor 19.30 Uhr, erklärten die Oberhirten am Dienstag nach einer Telefonkonferenz.

Den bayerischen Bischöfen sei der Ernst der Lage voll bewusst. Es sei ihr Anliegen, für die von der Staatsregierung erbetene Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung alles daran zu setzen, dass von den Weihnachtsgottesdiensten kein erhöhtes Infektionsrisiko ausgehe.

Weihnachten für Katholiken ohne Messe?

Man sei sich aber auch einig, dass am Heiligen Abend so viele Gottesdienste wie möglich gefeiert werden sollten. "Der Besuch der Christmette trägt zudem mit der religiösen Stärkung erheblich zur seelischen Gesundheit und Stabilisierung der Menschen in dieser Krisenzeit bei", heißt es in der Mitteilung. Die Christmette sei ursprünglich eine Mitternachtsmesse und gehöre gerade in Bayern zu den wichtigsten Gottesdiensten des Jahres. In den meisten Pfarreien beginne sie am späten Abend um 22.00 Uhr oder 22.30 Uhr.

Die Vorbereitungen hierfür durch Haupt- und Ehrenamtliche seien weitgehend abgeschlossen: Es seien strenge Hygienekonzepte entwickelt, persönliche Platzkarten - teils fälschungssicher - ausgegeben und das Gottesdienstangebot erheblich erweitert und somit entzerrt worden. Auch deshalb treffe die strikte Ausgangsbeschränkung ab 21.00 Uhr alle Beteiligten hart.

(Lesen Sie auch: Ausgangssperre in Bayern auch an Weihnachten und Silvester - 500 Euro Bußgeld drohen.)

Kardinal Marx hofft - Söder widerspricht

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Augsburger Bischof Bertram Meier, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, der Passauer Bischof Stefan Oster, der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Würzburger Bischof Franz Jung hatten an der Schalte teilgenommen.

Ministerpräsident Söder (CSU) betonte, dass es für Kirchgänger über Weihnachten keine Ausnahmen von den verschärften Ausgangsbeschränkungen geben wird . "Es wird keine Sonderregelung geben für Familien und auch nicht für Kirchen", sagte Markus Söder am Dienstag in seiner Regierungserklärung im bayerischen Landtag.

Söder betonte, dass der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bereits sein Verständnis dafür angekündigt habe. Zugleich verwies Söder darauf, dass in Rom sogar der Papst angekündigt habe, seine Christmesse wegen der Corona-Regeln nach vorne verlegt habe.