Prozess

Bundesgerichtshof verhandelt über Miesbacher Sparkassenaffäre

Der damalige Angeklagte Jakob Kreidl (rechts) und der Mitangeklagte Gustav Georg Bromme (liks), ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, stehen vor der Urteilsverkündung im Prozess um die Miesbacher Sparkassenaffäre zusammen. Nun geht der Fall in die nächste Runde.

Der damalige Angeklagte Jakob Kreidl (rechts) und der Mitangeklagte Gustav Georg Bromme (liks), ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, stehen vor der Urteilsverkündung im Prozess um die Miesbacher Sparkassenaffäre zusammen. Nun geht der Fall in die nächste Runde.

Bild: Peter Kneffel, dpa/Archiv

Der damalige Angeklagte Jakob Kreidl (rechts) und der Mitangeklagte Gustav Georg Bromme (liks), ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, stehen vor der Urteilsverkündung im Prozess um die Miesbacher Sparkassenaffäre zusammen. Nun geht der Fall in die nächste Runde.

Bild: Peter Kneffel, dpa/Archiv

Das Landgericht München II verurteilte den Miesbacher Ex-Sparkassenchef und Ex-Aufsichtsratschef wegen Untreue. Der Fall sorgt nun beim BGH für Lacher.
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dpa
04.05.2021 | Stand: 12:57 Uhr

Der Bundesgerichtshof hat sich am Dienstag mit der Miesbacher Sparkassenaffäre befasst. Die Richter des ersten Strafsenats bekamen Einblicke in ein Geflecht aus Geschenken an Kommunalpolitiker und Verwaltungsräte sowie an einen Tiroler Landesjagdschutzverein, angeblich gedacht für ein Projekt zum Schutz von Steinadlern. Nicht nur das entlockte den Richtern in Karlsruhe Lacher. Sie fragten sich auch, wie teuer der Wein bei einem Entenessen mit Restaurantkosten von mehreren Tausend Euro sein muss.

Am Nachmittag wollten sie verkünden, ob sie zu einem Urteil in dem Revisionsverfahren um Ex-Sparkassenchef Georg Bromme und den früheren CSU-Landrat und Verwaltungsratsvorsitzenden Jakob Kreidl gekommen sind oder noch eine Weile darüber nachdenken müssen. Der Vorsitzende Richter Rolf Raum ging angesichts des komplexen Falls zunächst davon aus, dass der Senat mehr Zeit brauche.

Sparkasse Miesbach soll über Jahre hinweg Geschenke für Politiker und Verwaltungsräte mitfinanziert haben

Das Landgericht München II hatte im April 2019 den Ex-Vorstandschef Georg Bromme sowie den einstigen CSU-Landrat und Verwaltungsratsvorsitzenden Jakob Kreidl zu Bewährungsstrafen verurteilt. Bromme bekam wegen Untreue eineinhalb Jahre. Kreidl, der Verwaltungsratsvorsitzender war, erhielt wegen Untreue elf Monate.

Unter Bromme als Vorstandschef soll die Kreissparkasse über Jahre hinweg teure Reisen in Fünf-Sterne-Hotels, Einladungen und Geschenke für Kommunalpolitiker und Verwaltungsräte mitfinanziert haben. In einem Fall gab es auch Geld für einen Schießstand in Tirol. Bromme und Kreidl waren als Hauptverantwortliche angeklagt.

Viele Anklagepunkte in Miesbacher Sparkassen-Affäre fallengelassen

Im Laufe des Verfahrens waren viele Anklagepunkte fallengelassen worden. Die Staatsanwaltschaft wollte allerdings für Bromme zweieinhalb Jahre Haft - und damit eine Gefängnisstrafe. Für Kreidl hatte sie ein Jahr und vier Monate gefordert. Das Gericht wertete zugunsten der Angeklagten, dass sie sich nicht persönlich bereichert hatten, sich entschuldigten und einen Teil des Schadens mit Zahlungen an die Sparkasse wiedergutmachten.

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Die Anwälte hatten höchstens neun Monate Haft auf Bewährung in Brommes Fall und eine Strafe von unter einem Jahr für Kreidl gefordert. Bromme und die Staatswaltschaft legten Revision ein.