Gesundheitsamt

Corona: Bayern setzt nicht alle Kräfte zur Kontakt-Nachverfolgung ein

Die Mitarbeiter in den bayerischen Gesundheitsämtern sind seit Monaten an der Belastungsgrenze. Doch Bayern hätte noch Personal-Reserven, die bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen können.

Die Mitarbeiter in den bayerischen Gesundheitsämtern sind seit Monaten an der Belastungsgrenze. Doch Bayern hätte noch Personal-Reserven, die bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen können.

Bild: Britta Pedersen, dpa (Symbolbild)

Die Mitarbeiter in den bayerischen Gesundheitsämtern sind seit Monaten an der Belastungsgrenze. Doch Bayern hätte noch Personal-Reserven, die bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen können.

Bild: Britta Pedersen, dpa (Symbolbild)

Die Gesundheitsämter in Bayern sind an der Belastungsgrenze. Doch es werden nicht alle Kräfte zur Kontakt-Nachverfolgung von Corona-Infizierten eingesetzt.
Die Mitarbeiter in den bayerischen Gesundheitsämtern sind seit Monaten an der Belastungsgrenze. Doch Bayern hätte noch Personal-Reserven, die bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen können.
dpa
14.01.2021 | Stand: 14:34 Uhr

Trotz der seit Monaten extremen Arbeitsbelastung an den Gesundheitsämtern setzt Bayern noch nicht alle verfügbaren Zusatzkräfte zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten ein. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. Demnach wurde das Hilfskräfte-Potenzial bislang noch nicht ausgeschöpft, weshalb es auch keine Notwendigkeit gebe, auf die Unterstützung weiterer externer Dienstleister zurückzugreifen.

Inzidenz über 50

Wegen der seit Wochen hohen Inzidenz von deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche in einer Region ist eine Nachverfolgung aller Ansteckungsketten schon lange nicht mehr möglich. Bund und Länder hatten immer wieder betont, dass eine Nachverfolgung erst wieder möglich sei, wenn die Inzidenz von 50 erreicht wird.

Für die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Christina Haubrich, ist dies nicht nachvollziehbar: "Das macht schon stutzig." Es sei lange bekannt, dass die Gesundheitsämter am Anschlag arbeiteten, aber mit der Nachverfolgung von Kontakten nicht hinterherkämen. Wenn in einer solchen Lage Personal-Reserven ungenutzt blieben, "muss die Söder-Regierung das untersuchen und eingreifen".

Beamte und Mitarbeiter im Einsatz

Nach Angaben des Ministeriums stammt im Freistaat das Personal für die Kontaktnachverfolgung "bislang nahezu ausschließlich" aus eigenen Mitarbeitern und der Bundeswehr. Das Ministerium bezifferte die Zahl der eingesetzten Soldaten auf rund 560.

Ferner kritisierte Haubrich, dass die Art und Weise der Kontaktnachverfolgung nach wie vor nicht effizienter gestaltet werde. So erfolge die Erfassung von möglichen Kontakten auf einem klassischen Notizblatt und nicht digital. Es gebe zudem keine Analyse, wie lange es dauere, bis nach einem positiven Befund alle Kontakte identifiziert werden können.

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