Brauchtum

Die wilde Klausenhatz in Erkheim

Da darf man sich schon mal gruseln! Beim Klausentreiben in Erkheim gab's Gestalten zum Fürchten!

Da darf man sich schon mal gruseln! Beim Klausentreiben in Erkheim gab's Gestalten zum Fürchten!

Bild: Stephan Michalik

Da darf man sich schon mal gruseln! Beim Klausentreiben in Erkheim gab's Gestalten zum Fürchten!

Bild: Stephan Michalik

Dumpfes Schellengeläut, wilde Schreie und lodernde Feuer erhellten die Nacht in Erkheim. Die sonst so beschauliche Gemeinde wurde am Samstag von zahlreichen schaurigen Gesellen heimgesucht, die für eine wilde Party sorgten. Die schönsten Fotos siehst Du bei uns.
04.12.2017 | Stand: 05:31 Uhr

Die zotteligen Klausen mit ihren selbst gebundenen Reisigruten, dem struppigen Fell und den Hanfbärten bildeten den Hofstaat rund um den Bischof Nikolaus, der von 14 Gastgruppen begleitet wurde. Perchten, Krampusse und die weiblichen Moosweiberln, die Bärbele, zogen durch die Straßen.

Bereits im Sommer hatte der 98-köpfige Verein der Erkheimer Klausen mit den Vorbereitungen zum zweiten Nachtumzug begonnen. Unter ihnen Tom Vorraber und Christof Moser, die auch am Wochenende mit von der Partie waren und für einen reibungslosen Ablauf im Hintergrund sorgten. „Wir haben sogar eine Klausenschule, wo man lernt, wie man die Originalruten und Hanfbärte bindet“, sagten die beiden mit Stolz.

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Klausentreiben in Erkheim

Es ist eine lebendige Tradition in Erkheim, der auch das älteste Mitglied seit Beginn im Jahr 1964 nachgeht. „Heuer bin ich der Heilige Bischof Nikolaus“, sagte Toni Kößler. Die Mitra auf dem Kopf, der weiße Rauschebart und der rote Samtum-hang machten ihn zum Heiligen.

Er verkörperte das Gute und diente als Mahnmal, sich in der Weihnachtszeit wieder auf die christlichen Werte zu besinnen. Seine finsteren Gesellen, die mit einer wilden Hetz durch die Straßen zogen, sollten die „echten“ Dämonen und bösen Geister davon abhalten, in den Häusern und Ställen ihr Unwesen zu treiben.

Die Masken, wie die von den österreichischen Gästen, waren teuflische Fratzengesichter, die einem trotz des Wissens um ihre harmlosen Träger das Blut gefrieren ließen. „Deswegen ist der Umzug nichts für ganz kleine Kinder“, erklärte Ulrich Schmid. Die Kleinen durften dann am Sonntag zur Kinderbescherung kommen.

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Das Treiben der Maskenträger begleitete eine Feuershow, die bei den rund 1000 Zuschauern am Straßenrand für einen zusätzlichen Schauder sorgte, auch weil der eine oder andere nicht ganz so brav war – und dafür einen kleinen Klaps mit der Rute bekam.

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