Fachmarktzentrum und Verkehr

Ikea stellt in Memmingen neues Konzept vor

So könnte der neue IKEA-Markt in Memmingen aussehen.

So könnte der neue IKEA-Markt in Memmingen aussehen.

Bild: Ikea

So könnte der neue IKEA-Markt in Memmingen aussehen.

Bild: Ikea

Wie sehen die neuen Ikea-Pläne aus? Das wollten über 200 Interessierte bei einer Infoveranstaltung des Möbelriesen und der Stadt wissen. Die Bürger stellten zahlreiche Fragen zur geplanten Niederlassung am Autobahnkreuz. Was Ikea plant, liest du auf allgaeu.life
14.12.2016 | Stand: 17:07 Uhr

Wie berichtet, hat Ikea sein ursprüngliches Konzept überarbeitet, nachdem von verschiedenen Seiten – vor allem aber von Händlern in der Innenstadt – Kritik an einem neben dem eigentlichen Möbelhaus geplanten Fachmarktzentrum geübt worden war. 

Die abgespeckte Version sieht jetzt 9.000 Quadratmeter weniger Verkaufsfläche vor (siehe Infokasten). Gleichzeitig betonte Andreas Glötzl-Dinauer von Ikea, dass dieses Konzept „innenstadtverträglich“ sei. Denn die Überschneidungen mit dem Angebot in der Altstadt seien gering.

Zugleich würde das innerstädtische Sortiment aber mit neuen Waren wie Baby-Bedarf und Sportgroßgeräten ergänzt. „Und wir bringen viele neue Kunden nach Memmingen – und zwar auch in die Innenstadt“, versprach der Expansions-Manager. Dafür werde zum Beispiel eine entsprechende Busverbindung eingerichtet und eine enge Zusammenarbeit mit den Händlern in der Altstadt angestrebt.

---------------------------------

Das plant Ikea in Memmingen

Möbelhaus:

Das eigentliche Möbelhaus soll in einer ersten Ausbaustufe 18.000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. In einer möglichen zweiten Stufe soll die Fläche auf 25.500 Quadratmeter vergrößert werden.

Fachmarktzentrum:

Die Größe des Zentrums soll gegenüber dem ersten Konzept um 9.000 Quadratmeter auf 22.200 Quadratmeter verkleinert werden. Die Zahl der Märkte reduziert sich von 16 auf zwölf.

Bei den Textilmärkten sinkt die Verkaufsfläche um 1.800 auf 1.700 Quadratmeter und im Sportbereich um 1.000 auf 2.000 Quadratmeter. Im Einzelnen sollen in dem Fachmarktzentrum folgende Geschäfte entstehen:

  • Bau- und Gartenmarkt (9.000 m²)
  • Elektrofachmarkt (2.500 m²)
  • Markt für Sport- und Campingartikel, Fahrräder und Boote (2.000 m² – davon 950 m² für klassische Sportartikel wie Schuhe und Kleidung)
  • Zwei Textilfachmärkte (1.700 m²)
  • Drogeriemarkt (1.500 m²)
  • Babyfachmarkt (1.400 m²)
  • Zoofachmarkt (1.100 m²)
  • Heimtextilien-Bettwaren (1.000 m²)
  • Lebensmittel-Discounter (1.000 m²)
  • Schuhe (500 m²)
  • Sonderpostenmarkt (500 m²)

---------------------------------

Mit Blick auf das Fachmarktzentrum, das Ikea bauen und vermieten möchte, stellte eine Zuhörerin die Frage: „Warum benötigen sie überhaupt die Fachmärkte?“ Mit dem großen Möbelhaus müsste man allein doch schon genug verdienen. Das würde man leider nicht, antwortete Ikea-Projektleiter Norbert Kopczynski: „Ohne das Fachmarktzentrum können wir an diesem Standort keine Wirtschaftlichkeit erreichen.“ Schließlich würden etwa 100 Millionen Euro in Memmingen investiert.

„Warum geht es an anderen Standorten ohne ein Fachmarktzentrum?“, wollte ein Bürger wissen. Laut Glötzl-Dinauer strebt Ikea bei fast allen neuen Standorten mittlerweile Fachmarktzentren an. Außer in Orten, wo das bestehende Angebot bereits so groß sei, dass sich weitere Fachmärkte nicht mehr lohnen würden – wie etwa in Magdeburg.

Neben dem Fachmarktzentrum als Konkurrenz zur Innenstadt drehten sich die meisten Fragen der Zuhörer um das Thema „Straßenverkehr“. Die Fragesteller befürchten, dass es zu einem „Chaos“ auf den Straßen und Autobahnabschnitten rund um Memmingen kommen könnte. „Die A7 ist doch schon jetzt an den meisten Wochenenden total verstopft“, sagte ein Zuhörer.

Und ein anderer ergänzte, dass die Zufahrt über die Europastraße aufgrund des jetzt schon großen Verkehrsaufkommens „nicht vernünftig zu machen ist“. Hier versuchten ein Verkehrsgutachter und ein Vertreter der Autobahndirektion die Bedenken auszuräumen.

So würden laut dem Gutachter durch bauliche Veränderungen bei der Ikea-Zufahrt und beim Kreisverkehr an der Buxheimer Straße die Voraussetzungen geschaffen, „dass der Verkehr leistungsfähig abgewickelt werden kann“. Gleiches gelte etwa bei der A7. Dort kann gemäß Autobahndirektion kurzfristig die Einfädelspur in Richtung Ulm bis zur Brücke bei Egelsee verlängert werden. Ebenso die Ausfädelspur aus Richtung Ulm.