Neu-Ulm

Mitten in der Nacht: Falsche Polizeibeamte wollen Senioren am Telefon betrügen

Ganz aktuell versuchen falsche Polizeibeamte im Landkreis Neu-Ulm, Senioren um Geld zu betrügen.

Ganz aktuell versuchen falsche Polizeibeamte im Landkreis Neu-Ulm, Senioren um Geld zu betrügen.

Bild: Marc Müller, dpa

Ganz aktuell versuchen falsche Polizeibeamte im Landkreis Neu-Ulm, Senioren um Geld zu betrügen.

Bild: Marc Müller, dpa

Am Dienstagabend haben falsche Polizeibeamte im Landkreis Neu-Ulm versucht, Senioren um Geld zu betrügen.
22.06.2021 | Stand: 23:36 Uhr

Am späten Dienstagabend haben Kriminelle mit Telefonanrufen versucht, Senioren um ihr Geld zu bringen. Das berichtete die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.

Mehrere Betroffene hätten sich gemeldet und berichtet, soeben einen Anruf der Kriminalpolizei erhalten zu haben, wonach Einbrecher festgenommen worden seien. Bei ihnen wäre eine Liste mit weiteren Einbruchsopfern aufgefunden worden. Um Wertgegenstände vor Diebstahl zu schützen, sollten diese zur Sicherheitsverwahrung Polizeibeamten übergeben werden.

Dabei handelt es sich um eine Betrugsmasche, betont die Polizei. Die Angerufenen erkannten die Masche und gingen bislang nicht auf die Gespräche ein oder beendeten diese sofort.

Die Vorgehensweise des „falschen Polizeibeamten“ ist nicht neu und wird von Betrügern über Callcenter perfide angewandt, so die Polizei, die zu folgenden Verhaltenshinweisen rät:

• Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse; Behörden fordern Sie nicht zur Herausgabe von Bargeld auf.

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"Enkeltrickbetrug": So schützen Sie sich vor Betrug am Telefon

• Setzen sie Familienangehörige und Nachbarn über diese Vorgehensweisen in Kenntnis.

• Sie herhalten keine Anrufe von der Notrufnummer 110.

• Legen Sie auf und rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110.

• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung.

Die äußerst professionellen und sehr sprachgewandten Anrufer stellen sich den Ermittlungen zufolge als Polizeibeamte vor. Durch geschickte Manipulation gelingt es ihnen dann häufig, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen. Um sich zu legitimieren wird das Opfer teils aufgefordert bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. "Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen", so die Polizei.