Krieg in der Ukraine

Nach Öl-Embargo: Alexander Dobrindt für längere AKW-Laufzeit

Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef, fordert längere AKW-Laufzeiten.

Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef, fordert längere AKW-Laufzeiten.

Bild: Kay Nietfeld, dpa

Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef, fordert längere AKW-Laufzeiten.

Bild: Kay Nietfeld, dpa

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will die drei noch laufenden Meiler länger am Netz halten.
06.05.2022 | Stand: 10:49 Uhr

Das gerade beschlossene Öl-Embargo gegen Russland soll einerseits den Zufluss in die Kriegskasse von Präsident Wladimir Putin reduzieren. Wenn er nach einer Übergangsfrist von sechs Monaten kein Öl mehr an den Westen verkaufen kann, hat er weniger Geld für den Waffenkauf zur Verfügung. Das Embargo birgt aber auch Risiken für Europa, denn die Preise für Öl werden voraussichtlich steigen.

Da liegt der Gedanke nicht fern, eine Energiequelle zu nutzen, die in Deutschland eigentlich vor dem Aus steht: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprach sich am Donnerstag dafür aus, mit einer schnellen Entscheidung die Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen.

Alexander Dobrindt: "Kernkraftwerke länger laufen lassen"

„Deutschland darf jetzt keinen Ausstiegsschaden riskieren, sondern muss die Kernkraftchancen nutzen“, sagte Dobrindt unserer Redaktion. Neue Sanktionen machten es „zwingend notwendig, auch immer wieder über den Energiemix in Deutschland zu entscheiden“.

Dazu gehört nach Dobrindts Einschätzung auch, „jetzt die Kernkraftwerke länger laufen zu lassen." Der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Bundestag steht mit dieser Meinung nicht alleine da. Ökonomen wie Nicholas Stern sind derselben Auffassung, auch CSU-Chef Markus Söder spricht sich dafür aus.

Bundesregierung will an Atom-Ausstieg festhalten

Die Bundesregierung hingegen will am Atomausstieg festhalten. Aktuell sind in Deutschland noch die Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 in Betrieb. Ende des Jahres sollen auch sie abgeschaltet werden. SPD, Grüne und FDP sind in einer Interessensabwägung, bei der unter anderem Fragen der Kosten und der Sicherheit einflossen, zu dem Schluss gekommen, dass ein Weiterbetrieb keinen Sinn macht.

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