Trotz Krankheit ehrenamtlich engagiert

Otto Fischer wird für sein Engagement mit der Silberdistel ausgezeichnet

Sport ist die größte Leidenschaft von Otto Fischer.

Sport ist die größte Leidenschaft von Otto Fischer.

Bild: Thorsten Jordan

Sport ist die größte Leidenschaft von Otto Fischer.

Bild: Thorsten Jordan

Otto Fischer aus Unterdießen lebt für den Sport. Seit Jahren engagiert er sich ehrenamtlich in vielen Bereichen – und das trotz schwerer Erkrankung.
28.10.2021 | Stand: 19:43 Uhr

Wenn man Otto Fischer erreichen will, probiert man es am besten direkt auf dem Handy. Er ist fast immer unterwegs. Der Unterdießener engagiert sich trotz einer schweren Erkrankung in mehreren Bereichen im Landkreis Landsberg ehrenamtlich. Für seinen Einsatz erhält er die Silberdistel unserer Zeitung.

27.000 Euro Spendengelder hat Otto Fischer über die Jahre gesammelt

Alles begann für den 59-jährigen Vater von drei erwachsenen Kindern damit, dass er im Jahr 2008 eine Anzeige eines Fitnessstudios las. Das suchte nach 50 untrainierten Personen, die fit für den Stadtlauf gemacht werden sollten. „Jetzt oder nie“, dachte sich Fischer, meldete sich an und absolvierte zwei Monate später die Zehn-Kilometer-Strecke. Es war der Anfang einer neuen Leidenschaft des gelernten Fliesenlegers, der später 15 Jahre beim Automobilzulieferer Hirschvogel arbeitete. Fischer schloss sich einer Laufgruppe an und lief in der Spitze bis zu 3,5 Stunden am Stück. „Ohne Sport fehlt etwas“, sagt er.

Die Freude am Laufen wollte er auch an andere weitergeben. Deswegen schloss er sich 2013 der FT Jahn an – er ist zweiter Abteilungsleiter der Leichtathleten – und organisiert seitdem den Silvesterlauf in Landsberg. Neben dem sportlichen gibt es bei der Veranstaltung auch einen wohltätigen Aspekt: Die Startgeldspenden kommen in einen Topf, für den Fischer noch zusätzliche Spenden von Firmen einwirbt. Insgesamt knapp 27.000 Euro sind so über die Jahre zusammengekommen. Spenden gingen beispielsweise an das Kinderhospiz Bad Grönenbach, die Klinikclowns, den Bunten Kreis, die Landsberger Tafel und die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. Seine Bekanntheit hilft beim Spendeneinwerben. „Wen man nicht kennt, dem gibt man nichts“, sagt er.

Inzwischen können auch Walker beim Silvesterlauf antreten, etwas, was auch ein Stück weit mit Otto Fischers Leben zu tun hat. Er erkrankte 2019 an Lungenkrebs. Die gesundheitlichen Auswirkungen waren so groß, dass er inzwischen Frührentner ist. „Rennen schaffe ich von der Belastung nicht mehr. Ich walke und fahre viel Fahrrad.“ Unter der Woche seien es oft 30 bis 50 Kilometer am Tag, am Wochenende auch mal Radtouren bis 70 Kilometer. Oft hat er den Fotoapparat dabei und hält so manch schönes oder auch überraschendes Motiv fest, die es auch schon als Leserfoto in die Zeitung geschafft haben.

"Wenn sich keiner engagiert, sterben die Vereine und das Dorfleben"

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Die Corona-Pandemie habe ihn in seinen Aktivitäten wenig eingeschränkt, sagt der 59-jährige Risikopatient. „Auf dem Land ist es einfacher, Abstand zu halten.“ Sich zu engagieren, ist Otto Fischer ins Blut übergegangen. In seiner Heimatgemeinde Unterdießen bringt er sich als Kirchenpfleger ein, organisiert Aufräumaktionen mit Kindern und saß von 2008 bis 2014 auch im Gemeinderat. „Die Familie steckt schon oft zurück“, gibt er zu und sagt dann: „Ohne Herzblut funktioniert es allerdings nicht und wenn sich keiner ehrenamtlich engagiert, sterben die Vereine und das Dorfleben.“

Die Heimat ist für ihn etwas sehr Wichtiges und Landsberg sei „eine der schönsten Städte Deutschlands“, betont er. Deswegen fahre er nur ungern weg, am ehesten noch in die Berge ins nahe Allgäu. Seit vergangenem März hat er noch eine weitere ehrenamtliche Aufgabe im Landkreis übernommen: Er gibt einmal in der Woche Essen bei der Landsberger Tafel aus.

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