Feiern trotz hoher Corona-Zahlen

Umstrittene "Wirtshaus-Wiesn": Oktoberfest-Ersatz in München endet - Veranstalter zufrieden

Auch ohne Oktoberfest 2020: Ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es auch im Corona-Jahr in München.

Auch ohne Oktoberfest 2020: Ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es auch im Corona-Jahr in München.

Bild: Felix Hörhager, dpa

Auch ohne Oktoberfest 2020: Ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es auch im Corona-Jahr in München.

Bild: Felix Hörhager, dpa

Das Oktoberfest fiel aus, das Feiern ließen sich viele Münchener aber nicht nehmen. Die "WirtshausWiesn" wurde gut angenommen - trotz hoher Corona-Zahlen.
Auch ohne Oktoberfest 2020: Ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es auch im Corona-Jahr in München.
dpa
04.10.2020 | Stand: 12:35 Uhr

Hendl, Haxn, Wirtshausmusi und Tracht: Auch wenn heuer das Oktoberfest coronabedingt ausfiel - ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es trotzdem in München. In gut 50 Gaststätten und Biergärten luden Wirte zur "WirthausWiesn" mit "Ozapft is" zum Start am 19. September und traditionellen Schmankerln wie Ochs am Spieß. Für Wiesn-Flair sorgten die ungezählten Menschen in Dirndl oder Lederhosen. "Deutlich zeigte sich die Sehnsucht der Menschen nach Lebensfreude, nach etwas, das auch Mut macht", bilanzierte der Sprecher des Vereins der Münchner Innenstadtwirte, Gregor Lemke, zum Abschluss am Sonntag.

Die Gäste hätten sich an Corona-Regeln gehalten und friedlich gefeiert. Auch bei der Polizei war die Aktion kein Thema, über Verstöße gegen die Auflagen sei nichts bekannt, sagte ein Sprecher.

Mitten in der "WirtshausWiesn": München über dem Corona-Warnwert

"Die Menschen freuten sich über die wiesnmäßig geschmückten Gasthäuser und genossen die typischen Oktoberfest-Schmankerl", sagte Co-Wiesnwirte-Sprecher Christian Schottenhamel.

Um wilde Wiesn-Ersatzfeiern mit hohem Infektionsrisiko zu verhindern, hatte die Stadt zum Start der Aktion auf der Theresienwiese, wo sonst beim Oktoberfest Millionen Liter Bier fließen, ein Alkoholverbot verhängt.

Unter der Bavaria-Statue trafen sich am Sonntag einige Frauen, die normalerweise auf dem Oktoberfest die Gäste im Hofbräu-Zelt bedienen und am letzten Tag traditionell Kehraus feiern. 16 Tage Maßkrüge schleppen, Schweiß am ganzen Körper, mitunter Schmerzen und Müdigkeit - all das gab es in diesem Jahr nicht auf der Theresienwiese. "Das macht man, weil man das Wiesn-Fieber hat", erklärte Beli Babinger, die in diesem Jahr nun mehr Zeit für ihre zwei Kinder hatte.

Kellner-Kollegin Jil Wegener glaubt nicht, dass im nächsten Jahr alles wie immer sein wird. Bis es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe und alle Menschen geimpft seien, werde es dauern, sagte die 36-Jährige, die eigentlich im Gesundheitsbereich arbeitet.