Ein Toter bei Hagelsturm in Oberbayern

Schweres Unwetter in Bayern: Radfahrer von Baum erschlagen - großer Stromausfall bei Freising

Der Wetterdienst hatte vor einem extremen Unwetter in Oberbayern gewarnt - zu Recht, wie sich zeigte. Im Landkreis Freising erwischte es viele Gemeinden schwer.

Der Wetterdienst hatte vor einem extremen Unwetter in Oberbayern gewarnt - zu Recht, wie sich zeigte. Im Landkreis Freising erwischte es viele Gemeinden schwer.

Bild: Armin Weigel, dpa

Der Wetterdienst hatte vor einem extremen Unwetter in Oberbayern gewarnt - zu Recht, wie sich zeigte. Im Landkreis Freising erwischte es viele Gemeinden schwer.

Bild: Armin Weigel, dpa

Beim Unwetter im Landkreis Freising wurde ein Radfahrer von einem Baum erschlagen. Auch in München wütete ein Gewitter. Die Aufräumarbeiten werden noch dauern.
##alternative##
dpa
21.06.2022 | Stand: 14:34 Uhr

Ein 15-jähriger Fußgänger sowie ein Autofahrer wurden von umstürzenden Bäumen während des Unwetters in Oberbayern schwer verletzt, wie die Polizei weiter berichtete. In der rund 20.000 Einwohner zählenden Stadt Moosburg an der Isar und mehreren Gemeinden im Umland fiel der Strom aus: "Es liegt alles im Dunkeln", sagte die Sprecherin des Landratsamtes.

Für Altenheime, wo Beatmungsgeräte ausgefallen waren, richtete das Technische Hilfswerk eine Notstromversorgung ein. Der Zugverkehr zwischen Freising und dem niederbayerischen Landshut wurde wegen Unwetterschäden bis einschließlich Dienstag gesperrt.

Unwetter in Moosburg: Radfahrer wird von Baum getroffen - tot

Der Dienststellenleiter der Polizei in Moosburg, Christian Bidinger, sagte, ein 53-jähriger Mann aus Baden-Württemberg sei mit seiner Frau auf einem Radweg in Moosburg von dem Unwetter überrascht worden. Ein umstürzender Baum habe ihn voll getroffen. Seine Frau blieb unverletzt. Ein 15-Jähriger, der mit einem Freund am Amperufer unterwegs war, wurde von einem Baum schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Münchner Krankenhaus geflogen. Der Freund blieb unverletzt.

In Au in der Hallertau wurde ein Auto von einem Baum getroffen, der Fahrer wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht. Stundenlang sichten Wasserwacht, Taucher und ein Polizeihubschrauber nach einer Frau, die nach Zeugenaussagen möglicherweise in einem Badesee bei Moosburg von dem Unwetter überrascht worden sein könnte. Die Suche blieb erfolglos. Es gab auch keine Vermisstenanzeige und keine Gegenstände am Ufer, die auf eine nicht zurückgekehrte Schwimmerin hingewiesen hätten.

Gewitter führten zu einem großen Stromausfall in Oberbayern
Gewitter führten zu einem großen Stromausfall in Oberbayern
Bild: Armin Weigel, dpa

Gewitter in Oberbayern führt zu großem Stromausfall

Von dem Stromausfall waren nach Angaben der Stadtwerke München etwa 13 000 Haushalte rund um Moosburg betroffen. Wegen des starken Sturms waren die Aufhängungen an den Freileitungen gerissen, so dass diese durchhingen. Bis 4.00 Uhr in der Nacht sei der Großteil der Kundinnen und Kunden wieder an die Stromversorgung angeschlossen gewesen, sagte eine Sprecherin. Die Reparatur der Schäden werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bahn stellt wegen Unwetter Züge zwischen Freising und Landshut ein

Lesen Sie auch
##alternative##
Wetter in Bayern

Ein Toter, ein Vermisstenfall: Die Bilanz der schweren Unwetter in Bayern

Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungsdienste seien mit 400 Einsatzkräften im Einsatz. Weil die Bahn den Zugverkehr einstellte, seien viele Fahrgäste am Bahnsteig versorgt worden, sagte der Kreisbrandrat. Sie seien später mit Bussen weitergefahren worden. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde der Zugverkehr zwischen Freising und Landshut über Moosburg bis einschließlich Dienstag eingestellt. Wegen Unwetterschäden zwischen Bruckberg und Moosburg seien keine Zugfahrten mehr möglich. Züge aus Richtung München wendeten in Freising, Züge aus der Gegenrichtung in Landshut, dazwischen sei ein Busnotverkehr eingerichtet.

Wegen der Unwetterschäden seien allerdings auch Straßen gesperrt. Auf Gehwegen und Straßen lagen stellenweise große Mengen von Hagelkörnern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte vor extremen Gewittern in Ober- und Niederbayern gewarnt und die höchste Warnstufe 4 ausgerufen. Der Aufenthalt im Freien solle vermieden werden.

Auch in München wütete ein Unwetter am Montagabend. Die Feuerwehr München rückte zu insgesamt 35 Einsätzen aus. Dabei handelte es sich vor allem um abgebrochene Äste, die die Fahrbahn blockierten oder große Äste, die zu fallen drohten. Die betroffenen Gebiete wurden weiträumig abgesperrt. Verletzt wurde in München niemand.

Mehr Polizei-Nachrichten aus der Region, Bayern und aus Deutschland laufend aktuell hier.