Unwetter

Heftige Niederschläge: Murenabgänge und Überschwemmungen im Kleinwalsertal

Heftige Niederschläge führten am Sonntagabend zu Vermurungen und Überschwemmungen in Riezlern (Kleinwalsertal).

Heftige Niederschläge führten am Sonntagabend zu Vermurungen und Überschwemmungen in Riezlern (Kleinwalsertal).

Bild: www.feuerwehr-riezlern.at

Heftige Niederschläge führten am Sonntagabend zu Vermurungen und Überschwemmungen in Riezlern (Kleinwalsertal).

Bild: www.feuerwehr-riezlern.at

Heftige Niederschläge führten am Sonntagabend zu Vermurungen und Überschwemmungen in Riezlern (Kleinwalsertal).
17.08.2020 | Stand: 10:30 Uhr

Wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte, kam es zwischen 17.00 Uhr und 18.45 Uhr wegen heftiger Niederschläge in Außerriezlern und Unterwestegg zu mehreren Vermurungen und Straßenüberflutungen der L 201. Die Feuerwehr Riezlern war mit drei Fahrzeugen und 41 Personen im Einsatz. Auch die Straßenmeisterei, Zweigstelle Mittelberg/Bödmen, wurden zur Behebung der Schäden herangezogen.

Des Weiteren wurden private Firmen mit LKW, Radlager und Baggern angefordert. Die Straße war bis 19.00 Uhr teilweise nur einseitig befahrbar. Verletzt wurde niemand. Für Sonntagabend hatte der deutsche Wetterdienst vor starken Gewittern in den Landkreisen Oberallgäu, Ostallgäu, Unterallgäu sowie der Stadt Memmingen gewarnt.

Die Gewitter könnten eine Stärke von 2 bis 4 auf der vierstufigen Skala haben. Örtlich kann es Blitzschlag geben. Wie gefährlich dieser sein kann, erlebten am Freitag zwei deutsche Bergsteiger, die im Dachsteingebirge in Österreich von einem Blitz getroffen wurden. Sie überlebten beide. Großes Glück hatte auch ein Gleitschirm-Pilot aus der Nähe von München. Er geriet in Österreich in ein Gewitter und wurde durch den Sog der Gewitterwolken Hunderte Meter in die Luft gezogen worden.

 

Das Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes umfasst vier Skalen:

Stufe 1: Amtliche Warnungen (Gelb)

Wetterbedingte Gefährdungen können auftreten. Das Verhalten sollte entsprechend angepasst werden.

Stufe 2: Amtliche Warnung vor markantem Wetter (Orange)

Es können vereinzelt oder örtlich Schäden auftreten. Empfohlen wird: Lage im Blick behalten, Verhalten anpassen.

Stufe 3: Amtliche Unwetterwarnung (Rot)

Die erwartete Wetterentwicklung ist sehr gefährlich. Es können Schäden auftreten. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien.

Stufe 4: Amtliche Warnung vor extremem Unwetter (Dunkelrot)

Die erwartete Wetterentwicklung ist extrem gefährlich. Es können lebensbedrohliche Situationen entstehen und große Schäden und Zerstörungen auftreten. Aufenthalte im Freien sind zu vermeiden.

 

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Im Allgäu blieb es zuletzt vergleichsweise ruhig. Anders war dies in Schweinfurt (Landkreis Unterfranken) im Norden Bayerns. Wegen Unwetterschäden musste die Feuerwehr im Landkreis Schweinfurt in der Nacht auf Mittwoch mehrfach ausgerücken. Innerhalb von anderthalb Stunden seien 135 Notrufe eingegangen, teilte die Integrierte Leitstelle Schweinfurt mit. Ausgerückt sei die Feuerwehr im Landkreis unwetterbedingt dann 90 Mal. n den meisten Fällen handelte es sich den Angaben zufolge um vollgelaufene Keller.

Update: 11. August: Murenabgänge und Straßensperrungen in Tirol - Allgäu blieb verschont

Während es im Allgäu am Montagabend überwiegend trocken blieb, fegte eine heftige Unwetterfront über das benachtbarte Tirol. Bäche traten über die Ufer, Böschungen und Parkplätze wurden überschwemmt, Keller überflutet. Etwa 50 Einsätze verzeichneten die Rettungskräfte laut Medienberichten. Drei Murenabgänge gab es im hinteren Teil des Sellrain. Die Sellraintal Landesstraße (L13) wurde zwischen Gries und Sellrain in beiden Richtungen aus Sicherheitsgründen gesperrt. Am späten Abend verlagerte sich das Unwettergeschehen in Richtung Inntal.

Die Wetterkapirolen treiben in Tirol derzeit besondere Blüten. Dem Unwetter vorausgegangen waren Sommerhitze mit Temperaturen von über 35 Grad. Ganz anders hatte das noch am 4. August ausgesehen. Damals wurde von Metereologen von einm "Wetter-Wunder in Österreich" gesprochen. Grund: Die Schneefallgrenze sank teilweise auf 2.000 Meter.

Das führte dazu, dass jede Menge Neuschnee die Berge im Westen Österreichs überdeckte. Am Ötztaler Gletscher in Tirol fielen sogar über Nacht ganze 20 Zentimeter Neuschnee, wie der österreichische Wetter-Dienst berichtet. Auch die Zugspitze im österreichisch-deutschen Grenzgebiet war mit Schnee bedeckt.

Diese für August seltene Kunde war aber bald schon wieder aus den Schlagzeilen verschwunden: Am Wochenende fühlten sich die Tiroler ausnahmsweise nicht dem Wetter ausgeliefert, sondern dynamischen Prozessen im Erdinneren: Am Samstagabend (8. August) erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4 das Bundesland. Ein zweites Beben folgte in der Nacht.

Das Zentrum des Bebens um 21.44 Uhr lag bei Landeck in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern. Landeck liegt rund 40 Kilometer Luftlinie südöstlich von Oberstdorf.

Die Erschütterungen waren in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern zu spüren, meldete die Agentur APA. Das Beben hatte eine Stärke von 4,0. In der Richterskala gilt dies als "leichtes" Erdbeben, das viele Menschen dennoch verunsicherte. Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, gab es erschrockene Reaktionen von Einwohnern in den betroffenen Gebieten. Einwohner im Pitztal sollen ängstlich aus ihren Häusern ins Freie gerannt sein.