Eltern gehörten "Zwölf Stämme"-Sekte an

Elfjährige Shalomah aus Eppisburg weiter vermisst - Polizei hat "keine heiße Spur"

Für Kinder eingerichtet: das Anwesen der Familie Strobel in Eppisburg. Dort hatte Shalomah Hennigfeld acht Jahre lang ein Zuhause.

Für Kinder eingerichtet: das Anwesen der Familie Strobel in Eppisburg. Dort hatte Shalomah Hennigfeld acht Jahre lang ein Zuhause.

Bild: Berthold Veh (Archiv)

Für Kinder eingerichtet: das Anwesen der Familie Strobel in Eppisburg. Dort hatte Shalomah Hennigfeld acht Jahre lang ein Zuhause.

Bild: Berthold Veh (Archiv)

Seit Mitte Oktober wird die elfjährige Shalomah aus Eppisburg vermisst. Die Ermittler suchen weiterhin nach dem Kind und den leiblichen Eltern.
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dpa
03.11.2021 | Stand: 10:22 Uhr

Von dem Mitte Oktober in Schwaben verschwundenen elfjährigen Shalomah aus einer Pflegefamilie fehlt weiter jede Spur. "Aktuell suchen wir immer noch", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. "Eine heiße Spur hat sich bisher nicht ergeben." Auch nach den leiblichen Eltern des Kindes suchen die Ermittler demnach weiter.

Die Eltern sollen der umstrittenen Sekte "Zwölf Stämme" nahestehen. Die Polizei geht Hinweisen nach, wonach die beiden ihre Tochter mitgenommen haben könnten. Eine entsprechende E-Mail aus dem Umfeld der "Zwölf Stämme" an die Pflegeeltern des Kindes hatten die Ermittler zunächst als glaubwürdig eingestuft.

Die Elfjährige aus Eppisburg wird seit Mitte Oktober vermisst

Das Kind war Mitte Oktober beim Joggen in Eppisburg im Landkreis Dillingen verschwunden und nicht mehr nach Hause zur Pflegefamilie Strobel zurückgekehrt. Das Mädchen lebte seit acht Jahren in der Pflegefamilie, nachdem es damals von den Behörden zusammen mit zahlreichen weiteren Kindern wegen Prügelvorwürfen gegen die Sekte aus der Gemeinschaft der "Zwölf Stämme" geholt wurde. (Lesen Sie auch: Vermisste Shalomah: Ist die Elfjährige bei den Zwölf Stämmen? Auch der Bruder wurde entführt)

Die Sekte betrachtet die Züchtigung von Kindern als angemessene Erziehungsmethode. Nach Sorgerechtsstreitigkeiten mit Jugendämtern um insgesamt 40 Kinder im Jahr 2013 hatten die "Zwölf Stämme" ihre Gemeinschaft in Nordschwaben aufgelöst und waren nach Tschechien ausgewandert. "Was wir dort bisher an Anlaufstellen kennen, haben wir überprüft", sagte ein Polizeisprecher. "Aber wir geben deswegen nicht auf."

Lesen Sie auch: Shalomahs Pflegevater sagt: "Dass es dem Kind gut geht, ist das Wichtigste"

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