Corona-Krise

Verstummt: Musiker-Protest im Netz gegen Corona-Bühnen-Verbot

John Magiriba Lwanga (links) und Chino con Estilo von der Band Culcha Candela setzen Corona-Bühnen-Verbote zu.

John Magiriba Lwanga (links) und Chino con Estilo von der Band Culcha Candela setzen Corona-Bühnen-Verbote zu.

Bild: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa (Archivfoto)

John Magiriba Lwanga (links) und Chino con Estilo von der Band Culcha Candela setzen Corona-Bühnen-Verbote zu.

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Musiker sind auf der Bühne - mit ihren Instrumenten. Aber zu hören ist nichts. Mit stummem Protest machen sie auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam.
John Magiriba Lwanga (links) und Chino con Estilo von der Band Culcha Candela setzen Corona-Bühnen-Verbote zu.
dpa
03.11.2020 | Stand: 07:07 Uhr

Ob bei den Münchner Philharmonikern oder der Band Culcha Candela: Die Bühnen-Musik ist wegen der Corona-Pandemie deutschlandweit verstummt. Mit einer Aktion unter dem Motto #SangUndKlanglos haben am Montagabend zahlreiche Orchester, Musiker und Bands aus Deutschland ihren "Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur" zum Ausdruck gebracht. Sie stellten Auftritte ins Internet, bei denen sie und ihre Instrumente stumm blieben.

Unter der Federführung der Aktionsgemeinschaft #AlarmstufeRot kamen etwa die Ensembles um 20 Uhr auf die Bühne und verweilten 20 Minuten in Stille, ehe sie wieder abtraten. Wegen der Corona-Pandemie sind Auftritte Kulturschaffender bis Ende November komplett untersagt worden. Zuvor galten schon monatelang strenge Regeln bei den Besucherzahlen.

Culcha Candela mit Klebestreifen auf dem Mund

Die Musiker von Culcha Candela hatten sich dicke Klebestreifen auf den Mund geklebt oder die Hände mit einem Kabel verbunden. Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers saß mit einer Gitarre vor einer weißen Wand, besorgt in die Kamera schauend - und blieb minutenlang stumm. Nach knapp zehn Minuten sagte er: "Ganz schön still, ja?"

An der Aktion beteiligten sich unter anderem auch die Bamberger Symphoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, die Staatsoper Hannover und das Gewandhausorchester aus Leipzig. In einem Statement der Leipziger heißt es: "So sehr wir nachvollziehen können, dass den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung hohe Priorität eingeräumt wird, so schwer fällt es zu verstehen, weshalb gerade Konzerthäuser und Theater als besonders risikoreich angesehen werden." (Lesen Sie auch: Corona-Lockdown: Die Kulturschaffenden im Allgäu sind enttäuscht, empört und wütend)