Selbstmord in Gefängnis

Wegen Missbrauchs angezeigter Jugendleiter bringt sich in Zelle um

ARCHIV - 27.11.2018, Niedersachsen, Sehnde: Ein kleines Fenster in einer Zellentür gewährt einen Einblick in eine Gefängniszelle. In Niedersachsen und Bremen haben im vergangenen Jahr über 4300 Menschen im Gefängnis gesessen, weil sie ihre Geldstrafen nicht bezahlt haben. (zu dpa "Tausende Niedersachsen wegen nicht gezahlter Geldstrafe in Haft" vom 15.02.2020) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

In seiner Zelle in der JVA Ansbach hat sich der 56-jährige Ex-Jugendleiter umgebracht. Er saß dort in Untersuchungshaft, weil er sich an 30 Buben vergangen haben soll.

Bild: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)

In seiner Zelle in der JVA Ansbach hat sich der 56-jährige Ex-Jugendleiter umgebracht. Er saß dort in Untersuchungshaft, weil er sich an 30 Buben vergangen haben soll.

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Weil er 30 Buben missbraucht haben soll, war ein Jugendleiter aus Mittelfranken in Untersuchungshaft. Nun hat sich der 56-Jährige in seiner Zelle umgebracht.

dpa
04.06.2020 | Stand: 14:15 Uhr

Ein ehemaliger Jugendleiter eines Wassersportvereins in Mittelfranken, der sich an mindestens 30 Buben vergangen haben soll, hat sich im Gefängnis umgebracht. Die Leiche des 56-Jährigen sei am Donnerstag in einer Zelle der Ansbacher Justizvollzugsanstalt gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Mann hatte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern etwas mehr als eine Woche in Untersuchungshaft gesessen. Zuletzt hatte der Verdächtige zu den Vorwürfen geschwiegen.

56-Jähriger war langjähriger Jugendleiter im Wassersportverein

Der 56-Jährige hatte seit 1991 als Jugendleiter des Wassersportvereins im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gearbeitet. Vor etwa zwei Jahren hatte er damit aufgehört. Ein Opfer hatte den Mann angezeigt und dadurch die Ermittlungen ins Rollen gebracht.