Aichach-Friedberg

Zu kritisch geäußert? Leiter des Gesundheitsamtes Aichach kritisiert "Strafversetzung"

Aichachs Gesundheitsamtsleiter kritisierte Teile von Bayerns Corona-Strategie. Nun wird ihm eine neue Stelle zugeteilt. Er spricht von "Strafversetzung".

Aichachs Gesundheitsamtsleiter kritisierte Teile von Bayerns Corona-Strategie. Nun wird ihm eine neue Stelle zugeteilt. Er spricht von "Strafversetzung".

Bild: Wolfgang Müller, Landratsamt Aichach-Friedberg (Archivbild)

Aichachs Gesundheitsamtsleiter kritisierte Teile von Bayerns Corona-Strategie. Nun wird ihm eine neue Stelle zugeteilt. Er spricht von "Strafversetzung".

Bild: Wolfgang Müller, Landratsamt Aichach-Friedberg (Archivbild)

Aichachs Gesundheitsamtsleiter kritisierte Teile von Bayerns Corona-Strategie. Nun wird ihm eine neue Stelle zugeteilt. Er spricht von "Strafversetzung".
04.11.2020 | Stand: 13:41 Uhr

Der bisherige Leiter des Gesundheitsamtes des schwäbischen Landkreises Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, hat sich über seine Versetzung ins Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschwert. Pürner hatte sich zuvor kritisch über die Corona-Strategie der bayerischen Landesregierung geäußert.

"Da wird ein Exempel an mir statuiert, damit ja kein anderer Amtsarzt auf die Idee kommt zu widersprechen", sagte der Mediziner unserer Redaktion. Pürner nannte die Entscheidung eine "Strafversetzung", von der er am Dienstagmorgen "völlig überraschend" telefonisch erfahren habe. "Ich bin überrascht, dass man angesichts der Zahlen gerade und der Arbeitsbelastung tatsächlich einen erfahrenen Leiter des Gesundheitsamts wegtut", erklärte der 53-Jährige.

Pürner hatte unter anderem die bayerische Corona-Teststrategie als verfehlt kritisiert - genauso wie die seiner Ansicht nach sinnlose Maskenpflicht in Schulen und Kindergärten sowie die Schließung von Klassen oder ganzen Schulen wegen positiver Testergebnisse. "Ich finde den Vorgang ungeheuerlich, dass ich als Fachmann und Leiter eines Amtes meine Meinung nicht mehr sagen darf, ohne dass daraus solche Konsequenzen erwachsen", so der 53-Jährige.

Am Landesamt für Gesundheit wird laut der Regierung von Schwaben ein neues Sachgebiet für den Öffentlichen Gesundheitsdienst aufgebaut, woran Pürner mitwirken soll.