Startseite
Icon Pfeil nach unten
Marktoberdorf
Icon Pfeil nach unten

Urlaub in Marktoberdorf? Warum diese beiden Familien in der Kreisstadt im Ostallgäu gelandet sind

Urlaub im Ostallgäu

„Wenn wir mal nicht hinfahren, fehlt uns das“: Was Touristen an Marktoberdorf reizt

    • |
    • |
    • |
    Sei es das Fendt Forum, das Schwimmbad oder das Schloss Neuschwanstein: Für Touristen wie Carmen Gessner und ihren Mann (links oben) gibt es in der Gegend viel zu entdecken.
    Sei es das Fendt Forum, das Schwimmbad oder das Schloss Neuschwanstein: Für Touristen wie Carmen Gessner und ihren Mann (links oben) gibt es in der Gegend viel zu entdecken. Foto: Martina Diemand, Heinz Budjarek, Benedikt Siegert, Carmen Gessner (Archivbilder)

    Sei es eine Wanderung in den Bergen, ein Besuch des Schloss Neuschwanstein oder eine Schifffahrt über den Forggensee: Die Region hat viel zu bieten. Über eine Millionen Menschen kommen laut dem Landratsamt jährlich ins Ostallgäu. Auch Marktoberdorf ist ein beliebtes Ziel. 64.000 Übernachtungen von Urlaubern waren es 2024. Doch was zieht sie in die kleine Kreisstadt? Unsere Redaktion hat mit zwei Touristenfamilien gesprochen und nachgefragt.

    Die erste Familie ist an einem sonnigen Vormittag auf dem Wohnmobilstellplatz am Schlossberg anzutreffen. Ihr Camper ist der einzige, der dort steht. Das Kennzeichen verrät es schon: Flensburger. Was treibt Menschen, die mindestens 10 Stunden entfernt an der Grenze zu Dänemark wohnen, nach Marktoberdorf? „Wir sind auf der Durchreise“, sagt Sonja Müller-Rossen, die mit ihrem Mann, ihrem jugendlichen Sohn und ihrem Hund Pepe unterwegs ist.

    Urlaub im Ostallgäu: Familie aus Flensburg will ins Fendt Forum

    Die kleine Kreisstadt im Ostallgäu ist für die Familie aber kein zufälliger Zwischenstopp. Sohn Hendriks Berufswunsch ist es, Landwirt zu werden. „Deshalb wollen wir die Fendtwerke anschauen“, sagt Müller-Rossen. Die Marke ist den Flensburgern wohl bekannt, Zuhause hat die Familie selbst einen Fendt.

    Der Familie gefällt der Stellplatz, der von Bäumen und Büschen umgeben ist. „Nur der Strom hat nicht funktioniert“, sagt Müller-Rossen. Aber da sie sowieso nur eine Nacht hier sind, sei das nicht so schlimm. Die Familie kam am Vortag aus Österreich nach Marktoberdorf. Eines von Müller-Rossens liebsten Reisezielen, weil sie gerne wandert. Und die Menschen dort seien freundlich, man werde leichtsam gegrüßt. Das sei in ihrer Heimat im Norden Deutschlands anders.

    Marktoberdorf kommt bei Campern gut an

    Bei ihrer letzten Reise nach Österreich war die Familie noch mit dem Auto unterwegs. „Das ist mit der Zeit schon anstrengend.“ Nun sind sie zum ersten Mal mit dem Wohnmobil unterwegs, was sehr gut klappt, sagt Müller-Rossen.

    Auch wenn sie nur kurz da sind, hat die Familie von Marktoberdorf einen recht positiven Eindruck gewonnen. „Als wir gestern angekommen sind, hatten fast alle Restaurants zu“, erzählt Müller-Rossen. Doch dann hätten sie doch noch ein Lokal entdeckt, dass geöffnet hatte. „Es war total toll, das Essen war gut.“ Sobald die Fendt-Werke besichtigt sind, will die Familie noch in Mannheim einen Zwischenstopp machen, bevor es zurück nach Flensburg geht.

    Seit 20 Jahren macht diese Familie Ferien in Weibletshofen

    Etwas weiter außerhalb, in Weibletshofen, ist Carmen Gessner mit ihrer Familie untergebracht. Sie kommen jedes Jahr hierher, erzählt sie. Weibletshofen ist für die Unterfranken wie ein zweites Zuhause geworden. Mittlerweile haben sie sogar Freundschaften geschlossen. „Wenn wir mal nicht hinfahren, fehlt uns das“, sagt sie. Das war zum Beispiel während der Corona-Pandemie der Fall. In Weibletshofen kennen sie auch fast alle Einwohner.

    Das erste Mal kam die Familie vor etwa 20 Jahren in die Gegend. Zuerst waren sie in Unterthingau und Kraftisried untergebracht. „Wir wollten einfach ein bisschen Bergluft schnuppern.“ In Weibletshofen lernten sie dann aber eine Familie kennen, die eine Landwirtschaft hat und schlossen Freundschaft mit ihnen. Gessners Kinder konnten dort mit in den Stall gehen und sich die Kühe anschauen. Das gefiel ihnen. Jedes Jahr wollten sie wieder ins Allgäu.

    Das Schloss Neuschwanstein, Hallenbad und Eisessen: Das steht auf dem Urlaubs-Plan

    Mittlerweile sind Gessners Kinder schon erwachsen, eine Tochter hat selbst schon ein Kind. Die beiden sind dieses Jahr wieder mit dabei, und nun kann auch Gessners Enkel Ferien auf dem Allgäuer Bauernhof erleben. „Hier sind alle total freundlich und offen, man wird überall willkommen geheißen“, erzählt Gessner von ihren Erfahrungen in der Region.

    Als sie die ersten Male im Allgäu waren, standen die typischen Sehenswürdigkeiten auf der Tagesordnung, wie zum Beispiel das Schloss Neuschwanstein. Heute unternehmen die Gessners andere Dinge. „Wir gehen in die Therme, ins Fendt Forum, ins Hallenbad oder zum Eisessen.“ Oder mit dem Enkel in den Märchenwald bei Schongau. Ihnen gefällt an der Region, dass es viele Möglichkeiten gibt. „Das Allgäu ist für alle“, sagt Gessner. Man müsse nicht unbedingt wanderbegeistert sein, um hier etwas unternehmen zu können.

    Jahrelang war der Urlaub im Allgäu der einzige, den die Familie unternommen hat. Meistens zehn Tage lang blieben die Gessners. Mittlerweile machen Carmen Gessner und ihr Mann auch noch andere Urlaube, deshalb sind sie diesmal nur noch sieben Tage lang da. Dennoch genug Zeit, um sich mit den Freunden zu treffen und die Allgäuer Luft zu schnuppern.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden