Update zum Ischgl-Prozess

"Mir geht es um Gerechtigkeit": Angehörige des Corona-Opfers wollen Schadenersatz spenden

Peter Kolba (l-r) vom Verbraucherschutzverein, Alexander Klauser, Anwalt, bei der Verhandlung um Schadenersatz für Hinterbliebene eines Covid-Opfers.

Peter Kolba (l-r) vom Verbraucherschutzverein, Alexander Klauser, Anwalt, bei der Verhandlung um Schadenersatz für Hinterbliebene eines Covid-Opfers.

Bild: Hans Punz

Peter Kolba (l-r) vom Verbraucherschutzverein, Alexander Klauser, Anwalt, bei der Verhandlung um Schadenersatz für Hinterbliebene eines Covid-Opfers.

Bild: Hans Punz

Beim ersten Ischgl-Prozess haben die Angehörigen des Corona-Opfers aus Österreich klar gemacht: Sollte es Schadenersatz geben, werde er "natürlich" gespendet.
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dpa
17.09.2021 | Stand: 14:09 Uhr

Bei dem ersten Prozess um die tödlichen Corona-Ansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl geht es den Klägern nach eigenen Angaben nicht um Geld. Die Witwe und der Sohn eines an Corona gestorbenen Österreichers, der sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben soll, fordern rund 100 000 Euro Schadenersatz vom Staat. "Mir geht es um Gerechtigkeit", sagte der Sohn des Verstorbenen am Freitag am Rande des Prozesses im Wiener Landgericht. "Falls es einen Schadenersatz gibt, werden wir das Geld natürlich spenden", sagte er und verwies auf karitative Organisationen.

Die Kläger werfen österreichischen Politikern und Behörden vor, zur Verbreitung von Covid-19 in Ischgl und vielen anderen Ländern beigetragen zu haben - auf erste Fälle sei zu langsam reagiert worden, und die Schließung des Skigebietes habe zur unkontrollierten Abreise von Touristen geführt. Weitere ähnliche Klagen sollen in den kommenden Wochen in Wien verhandelt werden. (Lesen Sie auch: Corona Skandal in Ischgl: Ischgl-Prozess um Covid-Opfer - Staat Österreich lehnt Vergleich ab)