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Sind Labubu-Fans irre oder Trendsetter? Ein Pro und Contra

Pro und Contra

Sind Labubus ein süßer Trend oder nur irre Abzocke?

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    Labubus liegen derzeit voll im Trend.
    Labubus liegen derzeit voll im Trend. Foto: Jens Kalaene, dpa (Symbolbild)

    Pro: Sind doch süß und wer kauft schon nur, was er wirklich braucht

    Manche kaufen sich Designerhandtaschen für den Preis eines Gebrauchtwagens. Andere vernaschen goldverzierte Schokolade à la Dubai. Und jetzt zahlen Leute halt bis zu 50 Euro für eine Labubu-Blindbox. Ja, 50 Euro für ein 10 cm kleines Plüsch-Viech mit schielenden Kulleraugen, das man sich nicht einmal selbst aussuchen kann.

    Was nach kapitalistischem Wahnsinn klingt, kann durchaus Sinn ergeben. Dieser Nervenkitzel, ausgelöst durch die Ahnungslosigkeit, welches Tierchen sich nun in der mysteriösen Blindbox verbirgt, scheint etwas zu sein, wonach der Mensch immerzu strebt. „Ist es vielleicht das super-duper seltene blaue Labubu??“ Was früher die Sticker oder Sammelkarten waren, sind nun eben chinesische Kobolde, die man als Accessoire tragen kann. Wie Lotto, nur süßer. Subjektive Meinung.

    Fairerweise muss auch erwähnt werden, dass der stattliche Preis des Labubus erst durch den Mega-Hype dieses Jahres so explodiert ist. Bevor Promis wie Rihanna oder Kim Kardashian sich diese Wesen an die Handtaschen befestigten, konnte ein Labubu für bereits umgerechnet 13 Euro erworben werden.

    Warum jetzt also auf die armen kleinen Monster einschlagen, warum die großen Monsterfans verhöhnen, weil die - hahaha - einer perfiden Werbeidee auf den Leim gehen? Da vielleicht dann doch ersteinmal sich im eigenen Leben umschauen, ob man all das wirklich benötigt, mit dem man sich umgibt. Und vielleicht ist ein Labubu genau das, was manche Menschen gerade brauchen: Zwischen Inflation, Weltschmerz und Rentenangst eine Art Mini-Flucht aus dem Ernst des Alltags. Etwas, das einen bisschen froher macht. Echt jetzt, kann man dagegen etwas haben? (Anabel Kufeld)

    Die Eröffnung des Labubu-Ladens in Berlin sorgte für großen Andrang.
    Die Eröffnung des Labubu-Ladens in Berlin sorgte für großen Andrang. Foto: Jens Kalaene, dpa (Symbolbild)

    Contra: Man kann Menschen jeden Schrott verkaufen, solange er in Sozialen Medien auftaucht

    Wirklich niemand braucht Labubus. Das einzige Aushängeschild des diesjährigen Kauftrends, an den sich kommendes Jahr kaum mehr jemand erinnern wird: Die Figuren sehen irgendwie komisch aus, wirken durch die übergroßen Augen und dem weichen Fell aber zumindest ein bisschen niedlich. Nachdem das aber alleine nicht reicht, hat die chinesische Firma Pop-Mart sich einen besonderen Clue einfallen lassen. Man verrät den Kundinnen und Kunden einfach nicht, für welches Labubu sie da gerade ihr Geld herauswerfen.

    Stattdessen kauft man eine sogenannte Blind-Box. Das Auspacken sorgt so für den Überraschungsmoment. Bekomme ich beim Kauf nur das langweilige Rote oder eben doch das superseltene „Secret Labubu BlackGold“? Was soll das? Niemand würde im Supermarkt auf die Idee kommen, eine Mystery-Tomatenpackung zu kaufen: Sind sie rot? Sind sie grün? Haben sie ein flauschiges, weißes Fell?

    Dass die kleinen Trollfiguren überhaupt beliebt sind, liegt rein an Social Media. Durch eine groß angelegte Werbekampagne spülen sich Labubus in unseren Feeds rauf und runter: Von Unboxing-Videos bis hin zu „Ich habe das einzige 24-Karat Labubu“ (hier absolute Wegsehempfehlung). Verstärkt wird der Hype noch durch die Verknappung des Produkts. Lange Liefertermine, ewige Schlangen vor den Läden.

    Hat man schließlich alle Mühen überwunden und hält endlich die heiß ersehnte Figur in den Händen, um auf Instagram und TikTok damit prahlen zu können, ist der Trend leider längst vorbei. Das Labubu verschwindet schnell mit dem ganzen anderen Müll im Schrank. Aber Hauptsache, man war dabei. (Michael Stelzl)

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