Sport-Welt gegen Rassismus in den USA

"Black lives matter": Auch Eishockey-Liga NHL sagt alle Play-off-Spiele bis Samstag ab

Keine NHL-Eishockey-Spiele gab es in der Nacht in Nordamerika. Ausgelöst von einem historischen Playoff-Boykott der Milwaukee Bucks verzichteten zuvor bereits Teams und Spieler in der NBA, MLB, MLS und WNBA auf ihre Wettkämpfe.

Keine NHL-Eishockey-Spiele gab es in der Nacht in Nordamerika. Ausgelöst von einem historischen Playoff-Boykott der Milwaukee Bucks verzichteten zuvor bereits Teams und Spieler in der NBA, MLB, MLS und WNBA auf ihre Wettkämpfe.

Bild: Jason Franson/The Canadian Press/AP/dpa

Keine NHL-Eishockey-Spiele gab es in der Nacht in Nordamerika. Ausgelöst von einem historischen Playoff-Boykott der Milwaukee Bucks verzichteten zuvor bereits Teams und Spieler in der NBA, MLB, MLS und WNBA auf ihre Wettkämpfe.

Bild: Jason Franson/The Canadian Press/AP/dpa

Nach der NBA und anderen Sport-Ligen in den USA hat auch die nordamerikanische Eishockey-Liga NHL aus Protest gegen Rassismus ihre Spiele bis Samstag abgesagt.

Keine NHL-Eishockey-Spiele gab es in der Nacht in Nordamerika. Ausgelöst von einem historischen Playoff-Boykott der Milwaukee Bucks verzichteten zuvor bereits Teams und Spieler in der NBA, MLB, MLS und WNBA auf ihre Wettkämpfe.
dpa
28.08.2020 | Stand: 07:26 Uhr

Die nordamerikanische Eishockey-Liga (NHL) hat die für Donnerstag (Ortszeit) angesetzten Playoff-Spiele abgesagt. Mit der auf der Homepage verkündeten Entscheidung folgte die Liga anderen US-Profiligen, die mit dem Aussetzen der Partien auf die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen schwarzen Amerikaner reagiert hatten. Der 29 Jahre alte Familienvater Jacob Blake war am Sonntag im US-Bundesstaat Wisconsin durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden.

Der NHL-Entscheidung vorausgegangen waren Gespräche zwischen der Liga und den Spielern. Der Co-Chef der Hockey Diversity Alliance, Evander Kane, hatte einen formellen Antrag der Gruppe an die NHL gestellt, alle Playoff-Spiele am Donnerstag auszusetzen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass dies eine klare Botschaft aussendet, dass die Menschenrechte Vorrang vor dem Sport haben", schrieb er bei Twitter. Die Hockey Diversity Alliance war im Juni nach dem Tod des Afro-Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt in Minnesota von schwarzen Spielern gegründet worden.

Die Protestwelle hatten am Mittwoch die Basketballer der Milwaukee Bucks ausgelöst, die nicht zum Spiel gegen die Orlando Magic angetreten waren. Auch Spiele der Major League Baseball, der Major League Soccer und der Basketballerinnen in der WNBA waren Mittwochabend aus Protest gegen die Rassenungerechtigkeit verschoben worden. Dagegen hatte die NHL ihre Mittwoch-Spiele durchgeführt.

Eishockey: Überwiegend weiße Spieler in den NHL-Teams

Ein Tag später aber verkündeten die Eishockey-Profis in einem Auftritt voller Geschlossenheit ihre Play-off-Pause im Kampf gegen Rassismus in den USA. "Das hier ist eine viel stärkere Botschaft als alles, was ein oder zwei Spieler auf dem Eis machen könnten", sagte Ryan Reaves von den Las Vegas Golden Knights. "Es ist toll, dass die NBA und die MLB und die WNBA das gemacht haben, aber die haben viele schwarze Spieler in diesen Ligen. Dieses Statement ist sehr stark, insbesondere aus dieser Liga", sagte der schwarze Eishockey-Profi am Donnerstag (Ortszeit). "Das Gespräch hat angefangen mit weißen Spielern von anderen Teams, die sprechen wollten. Das ist stark."

Einen Tag nach der beispiellosen Protestwelle in der NBA, WNBA, MLS und MLB entschied die NHL auf die für Donnerstag und Freitag geplanten Playoff-Partien zu verzichten. "Der Grund, warum wir hier sind, ist, dass niemand im Raum glücklich ist darüber, was passiert", sagte Pierre-Edouard Bellemare von den Colorado Avalanche.

NHL-Proteste: Spieler aus verschiedenen Mannschaften stehen zusammen

Mehrere Dutzend Profis der in der NHL-Blase in Edmonton aktiven Teams der Las Vegas Golden Knights, der Colorado Avalanche, der Vancouver Canucks und Dallas Stars standen hinter den Sprechern in dem vollen Raum und verliehen der Video-Pressekonferenz damit eine bemerkenswerte Atmosphäre.

Dass die NHL im Gegensatz zu den anderen Ligen tags zuvor noch gespielt hatte, begründeten die Spieler mit der Kurzfristigkeit der Entwicklungen. Man habe sich seither austauschen und die gemeinsame Entscheidung treffen können.