Fußball-Bundesliga

Trainerfrage beim BVB und Bayern-Transfers: Ex-Nationalspieler Hamann spricht zum Rückrunden-Start

Früher stand Dietmar Hamann selbst auf dem Spielfeld, heute ist er Experte bei Sky. Er spricht über die Zukunft von Freiburgs Christian Streich oder die Transfers des FC Bayern.

Früher stand Dietmar Hamann selbst auf dem Spielfeld, heute ist er Experte bei Sky. Er spricht über die Zukunft von Freiburgs Christian Streich oder die Transfers des FC Bayern.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Archivbild)

Früher stand Dietmar Hamann selbst auf dem Spielfeld, heute ist er Experte bei Sky. Er spricht über die Zukunft von Freiburgs Christian Streich oder die Transfers des FC Bayern.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Archivbild)

Die Fußball-Bundesliga geht nahtlos von der Hinrunde in die Rückrunde über. Ex-Nationalspieler und Sky-Experte Dietmar Haman über das Wichtigste zum Start.
Früher stand Dietmar Hamann selbst auf dem Spielfeld, heute ist er Experte bei Sky. Er spricht über die Zukunft von Freiburgs Christian Streich oder die Transfers des FC Bayern.
dpa
21.01.2021 | Stand: 11:01 Uhr

Nur zwei Tage nach dem Ende der Hinrunde beginnt in der Fußball-Bundesliga bereits die Rückrunde. Ex-Nationalspieler und Sky-Experte Dietmar Hamann beantwortete Christoph Lother von der Deutschen Presse-Agentur vor dem Auftakt des 18. Spieltags zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach am Freitagabend acht Fragen.

Spielen die Dortmunder Topstars Erling Haaland und Jadon Sancho ihr letztes Halbjahr in der Bundesliga?

Dietmar Hamann: Dass beide gehen, glaube ich nicht. Bei Sancho halte ich einen Abgang aber für wahrscheinlicher als bei Haaland. Er hatte in der Hinrunde einen ganz schönen Durchhänger, der vielleicht auch dem geschuldet war, dass es im Sommer das Interesse von Manchester United gab. Beiden würde ein weiteres Jahr Bundesliga sicher guttun. Und bei Haaland glaube ich auch, dass er es genauso sieht. Letztlich dürfte viel davon abhängen, wie sich die Trainerfrage entscheidet und welche Perspektiven sich daraus für die Spieler beim BVB ergeben. Und der Verein muss natürlich abwägen, ob er eine hohe Ablösesumme in finanziell schwierigen Zeiten wie diesen nicht gebrauchen kann.

Halten Sie Edin Terzic auch für eine langfristige Lösung als Dortmunder Trainer oder glauben Sie, dass im Sommer Marco Rose von Borussia Mönchengladbach kommt?

Hamann: Ich könnte mir schon vorstellen, dass Terzic bleibt und das hinkriegt. Die zweite Halbzeit, die der BVB kürzlich in Leipzig gezeigt hat, war herausragend. So gut habe ich die Mannschaft in ihrer gesamten Zeit unter Lucien Favre selten gesehen. Aber dann kommt wieder so ein Auftritt wie in Leverkusen - und das liegt in meinen Augen nicht am Trainer, sondern an den Spielern. Würden sie mal konstanter spielen und eine Serie hinlegen, würde das auch Terzic' Standing verbessern. Gelingt das nicht, halte ich es für wahrscheinlich, dass der BVB versucht, Rose aus Gladbach zu holen.

Hat RB Leipzig Chancen auf den Meister-Titel?

Schaffen Mats Hummels, Jérôme Boateng und/oder Thomas Müller doch noch den Sprung auf den EM-Zug?

Hamann: Ich glaube, mindestens einen nimmt Bundestrainer Joachim Löw noch mit, ja. Von der Leistung her verdient hätten es sogar alle drei. Wenn ich es entscheiden dürfte, würde ich Hummels und Müller auf jeden Fall mitnehmen und es bei Boateng davon abhängig machen wie verletzungsfrei er durch die Rückrunde kommt.

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Hamann: Vorstellen kann ich es mir. Für mich sind die Leipziger derzeit der gefährlichste Rivale für die Bayern. Die werden trotz ihres aktuellen Vorsprungs diesmal nicht so locker durchmarschieren.

Hat Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Kader der Bayern angesichts der hohen Belastung diese Saison breit genug aufgestellt?

Hamann: Ich finde ihn nicht breit genug, würde da aber auch auf den Trainer verweisen. Mit Eric-Maxim Choupo-Moting, Bouna Sarr oder Marc Roca wurden mehrere Spieler verpflichtet, die für Entlastung sorgen sollten, bislang aber kaum eine Rolle spielen. Hasan Salihamidzic befindet sie offenbar für gut genug, Hansi Flick nicht. Da besteht also ein gewisses Konfliktpotenzial. Angesichts des Programms, das die Bayern noch erwartet, glaube ich nicht, dass sie wieder die Champions League gewinnen, und auch in der Bundesliga wird es eng.

Didi Hamann sieht Rekord für den FC Bayern München und Abstieg für Schalke

Knackt Bayerns Robert Lewandowski diese Saison den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller?

Hamann: Nein, den knackt er nicht. Grundsätzlich traue ich es ihm zu. Aber ich glaube nicht, dass sich die Bayern in der Rückrunde die Vielzahl der Chancen erspielen werden, die sie in der Vergangenheit hatten. Diese Dominanz fehlt ihnen derzeit. Deshalb wird Lewandowski in der zweiten Saisonhälfte auch nicht mehr so viele Tore schießen.

Bleibt Christian Streich auch über kommenden Sommer hinaus Trainer in Freiburg oder macht er womöglich doch noch mal was anderes?

Hamann: Mein Gefühl sagt mir, dass er etwas Neues macht. Ich würde ihn auch gerne mal woanders sehen. Würden die Freiburger absteigen, würde er sie sicher nicht hängen lassen. Aber das wird nicht passieren, sie landen mindestens im gesicherten Mittelfeld. Was soll dann noch groß kommen? Der Zeitpunkt, den Schritt raus zu wagen, wäre ideal. Und es gibt ja durchaus Traditionsvereine, bei denen etwas frei werden könnte. Ich kann mir Streich in Gladbach oder Dortmund vorstellen - und auch, dass er dort Erfolg hätte.

Kann Klaas-Jan Huntelaar Schalke vor dem Abstieg retten?

Hamann: Er ist sicher eine Hilfe - vermutlich aber mehr eine emotionale als eine sportliche. Was die Identifikation mit dem Club betrifft, könnte er für einen ähnlichen Impuls sorgen wie Sead Kolasinac. Das sind Jungs mit Schalker Blut. Natürlich weiß er auch noch, wo das Tor steht, und wenn du ihn in den letzten 20 Minuten bringst, kann er immer für Gefahr sorgen. Aber insgesamt weht hier schon ein anderer Wind als in der Eredivisie. (Lesen Sie auch: BVB-Sportdirektor Zorc: Traum vom Meistertitel zu Ende).