Saisonstart der DEL wieder aufgeschoben

Eishockey-Profis kritisieren DEL nach erneuter Start-Verschiebung

Auf DEL-Eishockey müssen die Fans in Deutschland in der Corona-Krise noch länger verzichten. Der Start der Saison 2020/21 wurde erneut verschoben.

Auf DEL-Eishockey müssen die Fans in Deutschland in der Corona-Krise noch länger verzichten. Der Start der Saison 2020/21 wurde erneut verschoben.

Bild: Uwe Anspach, dpa (Symbolfoto)

Auf DEL-Eishockey müssen die Fans in Deutschland in der Corona-Krise noch länger verzichten. Der Start der Saison 2020/21 wurde erneut verschoben.

Bild: Uwe Anspach, dpa (Symbolfoto)

Die neu gegründete Spielergewerkschaft SVE im deutschen Eishockey hat mit Unverständnis auf die erneute Verschiebung des Saisonstarts in der DEL reagiert.
Auf DEL-Eishockey müssen die Fans in Deutschland in der Corona-Krise noch länger verzichten. Der Start der Saison 2020/21 wurde erneut verschoben.
dpa
03.10.2020 | Stand: 08:20 Uhr

"Aus einem konkreten Starttermin im November ist für Euch Fans und uns Spieler ein Blick ins Ungewisse geworden. Anstelle von mutmachenden Antworten und einer berechtigten Hoffnung auf eine Rückkehr auf’s Eis und in die Fankurven, hat der heutige Tag viele Fragen und große Enttäuschung hinterlassen", postete die SVE am Freitagabend in den sozialen Netzwerken.

Zuvor hatte die Deutsche Eishockey Liga (DEL) den für den 13. November avisierten Saisonstart wegen der Coronakrise und der wirtschaftlichen Not vieler Clubs erneut verschoben - diesmal auf einen unbestimmten Termin. Ziel der DEL sei es, Ende Dezember in die neue Spielzeit zu starten. Gerade das stört die neue Spielergewerkschaft, die sich während der Coronakrise gegründet hatte. "Fest steht für uns: Wir sind für die Nennung eines konkreten Starttermins", hieß es in dem SVE-Statement weiter.

DEL verschiebt Eishockey-Saison-Start schon wieder

Die DEL hatte den Saisonstart zuvor schon von Mitte September auf Mitte November verschoben, in der Hoffnung, dann wieder vor Zuschauern spielen zu können. Bei vielen Clubs machen die Zuschauereinnahmen rund 80 Prozent des Umsatzes aus. Mit der aktuell geltenden Regelung, vor maximal 20 Prozent an Zuschauern der jeweiligen Hallenkapazität spielen zu können, sehen sich viele Clubs nicht in der Lage, einen wirtschaftlichen Spielbetrieb durchzuführen (Lesen Sie auch: DEL 2: Für den ESV Kaufbeuren ist der lange Sommer vorbei).

"Ein Start ohne verlässliche Perspektive auf Zuschauer ist für die DEG fahrlässig und existenzbedrohend. Ab Saisonstart entstehen sofort hohe laufende Kosten. Wir haben dann fast hundertprozentige Ausgaben, aber kaum planbare Einnahmen aus dem Ticket- und Fanartikelverkauf", sagte etwa der Geschäftsführer der Düsseldorfer EG, Stefan Adam.

Moritz Müller mit deutlicher Kritik am deutschen Eishockey

Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller von den Kölner Haien stört sich aber vor allem am Klagen und Forderungen an die Politik aus der Liga, anstatt selbst Konzepte zu entwickeln. "Ich höre, dass alle Vereine spielen wollen, sehe aber nur eine Handvoll Vereine die dafür in der Öffentlichkeit kämpfen. Wieviel Zeit ist verstrichen ohne ein klares Konzept, wie man einen geregelten Spielbetrieb aufstellen kann?", schrieb der Mitbegründer der Spielergewerkschaft SVE bei Facebook. Laut Müller hat man es verpasst, "den Sport auf gesündere, breitere Füße zu stellen".

Im Gegensatz zur DEL ist die Handball-Bundesliga trotz der aktuellen Regelungen in die neue Saison gestartet. Auch die Basketball-Bundesliga hält am Saisonstart Anfang November fest.

Dieser Virus ist nicht nur gesundheitlich ein Problem, er deckt auch Probleme auf, die es schon lange gibt. Wir sind...

Gepostet von Moritz Müller am Freitag, 2. Oktober 2020