Wieder Zuschauer in den Stadien

Keine Geisterspiele mehr in Bayern - Bis zu 10.000 Fans erlaubt

Die Münchner Spieler feiern mit den Fans nach dem Spiel gegen Borussia Dortmund im Dezember 2021. Die Fans halten ein Banner mit der Aufschrift "Geisterspiel-Irrsinn" hoch.

Die Münchner Spieler feiern mit den Fans nach dem Spiel gegen Borussia Dortmund im Dezember 2021. Die Fans halten ein Banner mit der Aufschrift "Geisterspiel-Irrsinn" hoch.

Bild: Bernd Thissen, dpa

Die Münchner Spieler feiern mit den Fans nach dem Spiel gegen Borussia Dortmund im Dezember 2021. Die Fans halten ein Banner mit der Aufschrift "Geisterspiel-Irrsinn" hoch.

Bild: Bernd Thissen, dpa

Bayern geht in der Zuschauerfrage in die Offensive - die Geisterspiele haben erstmal ein Ende. Das ist allerdings an weitere Bedingungen geknüpft.
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dpa
25.01.2022 | Stand: 16:11 Uhr

Die Fans in Bayern dürfen zurück in die Stadien. Bis zu 10 000 Zuschauer dürfen wieder zu den Begegnungen der Fußball-Bundesliga in die Arenen kommen, die triste Zeit der Geisterspiele ist trotz steigender Corona-Infektionszahlen bis auf weiteres beendet. Damit geht Bayern in der viel diskutierten Fanfrage in die Offensive. Die Regelung, die das Kabinett am Dienstag beschloss und am Donnerstag im Kraft tritt, gilt auch für andere Profiligen, wie Eishockey, Basketball oder Handball.

Neben der Obergrenze von 10.000 Zuschauern gelten für die überregionalen Sportveranstaltungen weitere Einschränkungen: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten und nur Sitzplätze genutzt werden, die Fans müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein (oder eben geboostert) sowie eine FFP2-Maske tragen. Dazu gilt ein Alkoholverbot. In der Fußball-Bundesliga ist an diesem Wochenende spielfrei wegen einer Länderspielpause. Die Clubs haben hier bis zum ersten Februar-Wochenende Zeit, wenn der FC Bayern am 5. Februar gegen RB Leipzig wieder vor Fans auflaufen wird.

Keine Geisterspiele mehr in Bayern

Der Freistaat, der Anfang Dezember wieder zu Geisterspielen zurückgekehrt war, wagt sich damit in der Zuschauerfrage vor dem Hintergrund hoher Corona-Zahlen überraschend weit vor. Die Länderchefs hatten sich am Montag darauf verständigt, dass die Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte allerdings bereits zuvor angekündigt, dass er notfalls einen Alleingang Bayerns machen würde. Er wies darauf hin, dass in anderen Bundesländern schon bisher teils deutlich mehr Zuschauer erlaubt seien. Begründet werden die Lockerungen trotz massiv steigender Neuinfektionszahlen damit, dass die Omikron-Welle das Gesundheitssystem weit weniger belaste als die Delta-Variante zuvor.

"Wir müssen vernünftige Lösungen für alle Lebensbereiche finden, also auch für den Sport", hatte Oliver Kahn, Vorstandschef beim FC Bayern, am Montagabend erklärt. Zuletzt hatten die wichtigsten deutschen Profiligen aus Fußball, Handball, Basketball und Eishockey in einem Schreiben an das Kanzleramt und die Ministerpräsidenten ein Ende von Pauschalverboten gefordert.

Geisterspiele bescheren Clubs hohe Verluste

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Beim FC Bayern bedeutet eine leere Allianz Arena rund 3,5 Millionen Euro Verlust pro Heimspiel. Bei anderen Clubs sind die absoluten Zahlen geringer. Doch gerade in Eishockey, Basketball & Co. machen die Zuschauereinnahmen prozentual einen höheren Anteil aus. Kleineren Vereinen gehe der Einnahmenausfall an die wirtschaftliche Substanz, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann nach der Sitzung des Kabinetts.

Durch die Begrenzung in Bayern auf 10.000 Zuschauer kann der FC Bayern mit seiner 75.000 Zuschauer fassenden Allianz Arena nicht die 25 Prozent, was über 18.000 Fans bedeuten würde, ausschöpfen. Beim FC Augsburg (gesamt etwa 30.000 Zuschauer) oder bei der SpVgg Greuther Fürth (rund 16.000) greift die 25-Prozent-Grenze.

Wie bislang in Bayern dürfen in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen derzeit überhaupt keine Fans in die Arenen. Beim 4:1-Sieg des FC Bayern am Wochenende bei Hertha BSC waren dagegen 3000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion. Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg spielte am vergangenen Sonntag gegen den TSV Havelse sogar vor 13.385 Zuschauern. Das ließ die Verordnung in Sachsen-Anhalt zu, nach der die Stadien bis zu 50 Prozent gefüllt werden dürfen.

Eine solche 50-Prozent-Grenze gilt nun auch in Bayern - allerdings nur für kleinere, regionale Sportveranstaltungen. Auch hier gelten die 2G-plus-Regelung und FFP2-Maskenpflicht.

(Autor: Christian Kunz, Christoph Trost, Marco Hadem, Daniel Josling und Michael Donhauser)

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