Fußball

Lösungsvorschlag: Wie können Amateurfußballer im Sommer wechseln?

Nach der Zwangspause soll im Amateurfußball die unterbrochene Saison nachgeholt werden. Die Arbeitsgruppe hat hierfür einen Lösungsvorschlag erarbeitet.

Bild: Matthias Wild

Nach der Zwangspause soll im Amateurfußball die unterbrochene Saison nachgeholt werden. Die Arbeitsgruppe hat hierfür einen Lösungsvorschlag erarbeitet.

Bild: Matthias Wild

Nach der Corona-Zwangspause soll die unterbrochene Saison nachgeholt werden.  Wie sieht es mit dem Vereinswechseln der Spieler aus? Welche Planungssicherheit haben die Vereine? Eine Arbeitsgruppe hat dazu einen Lösungsvorschlag. Heute soll er über eine Videokonfernez vorgestellt werden.

02.06.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Die unterbrochene Saison 2019/2020 im bayerischen Amateurfußball soll im September – sofern es die politischen Vorgaben erlauben – nach der Corona-Zwangspause fortgesetzt werden. Aber wie sieht es mit den Vereinswechseln der Spieler aus, die gewöhnlicherweise im Sommer über die Bühne gehen? Welche Planungssicherheit haben die Vereine? Dazu hat eine Arbeitsgruppe nun einen Lösungsvorschlag erarbeitet, der am Dienstag über Videokonferenzen den Vereinen vorgestellt und anschließend am Donnerstag vom Bayerischen Fußballverband (BFV) verabschiedet werden soll. In dieser Arbeitsgruppe waren unter Leitung von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch nicht nur Verbandsfunktionäre dabei, sondern auch 12 Vereinsvertreter quer durch Bayern, die alle Spielklassen von der 3. Liga bis zur B-Klasse bei den Herren sowie die Junioren- und Frauen-Spielbetrieb repräsentierten. Vom FC Memmingen wurde der Vorsitzende Armin Buchmann in die Gruppe berufen. Es waren auch Vertreter darunter, die nicht – wie der FCM – auf der Verbandslinie einer Saisonfortsetzung waren, sondern für Abbruch gestimmt hatten.

Im Sommer sollen Regeln des Winterfenster-Wechsels gelten 

Der Vorschlag: Im Prinzip sollen im Zeitraum vom 30. Juni bis 31. August die Regeln des Winterfenster-Wechsels gelten. Das bedeutet, dass bei Spielerwechseln von Amateurkickern der abgebende Verein einverstanden sein muss. Anderenfalls wird der betreffende Spieler sechs Monate gesperrt. Abgänge müssen sich bis Ende Juni bei ihrem Club abmelden. Der wiederum muss innerhalb von zwei Wochen die Freigabe erteilen oder eben ablehnen. Die Ausnahme: Vertragsspieler, bei denen der Kontrakt ausläuft, können aus arbeitsrechtlichen Gründen ohne Zustimmung wechseln, wenn sie auch bei Ihrem neuen Verein Vertragsspieler werden.

Koch ist mit diesem Vorschlag nach intensiven Diskussionen zufrieden, weil er maximal möglichen Schutz für die Vereine biete: „Nahezu alle Klubs haben in diesem Jahr noch kein Pflichtspiel bestreiten können, von daher verändert sich im Vergleich zum Spielerwechsel im Winter nichts. Wir erleben mit der Unterbrechung gerade quasi eine verlängerte Winterpause“.

Winterwechselmodus liegt im Interesse vieler bayerischen Vereine

Buchmann, der für den FCM die Interessen der Regionalliga- und Landesliga-Mannschaft sowie für alle Jugendaltersklassen vertrat, sieht die Lösung als wichtigen Schutzschirm sowohl für den Amateur-Spitzenfußball als auch für die Breite der unterklassigen Amateurvereine: „Den Vereinen wird die große Angst genommen, bei Wiederaufnahme des Spielbetriebes keine ausreichende Kaderquantität für einen geregelten Spielbetrieb verfügbar zu haben. Der Umgang aller Beteiligten war trotz kontroverser Ansichten sehr respektvoll und zielführend“. Aus seiner Sicht ist die „Lösungsarbeitsgruppe Vereinswechsel“ mit ihrer Empfehlung an den BFV, im Sommer den Winterwechselmodus anzuwenden, den Interessen des Großteils aller bayerischen Vereine gerecht geworden. Auch die jetzt im Sommer altershalb in den Herrenbereich übergehenden A-Jugendlichen könnten beispielsweise für die Kaderplanungen entsprechend berücksichtigt werden.

Ausführliche Informationen zum Vereinswechsel sind unter www.bfv.de zu finden.