Djokovic bezieht Stellung

Erster Sieg für den Joker: Visum könnte noch entzogen werden

Die Polizei räumt Fans des serbischen Tennisspielers Novak Djokovic aus dem Weg, als ein Auto die Büros seiner Anwälte in Melbourne verlässt.

Die Polizei räumt Fans des serbischen Tennisspielers Novak Djokovic aus dem Weg, als ein Auto die Büros seiner Anwälte in Melbourne verlässt.

Bild: Mark Baker, dpa/AP

Die Polizei räumt Fans des serbischen Tennisspielers Novak Djokovic aus dem Weg, als ein Auto die Büros seiner Anwälte in Melbourne verlässt.

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Ob Novak Djokovic bei den Australian Open startet, bleibt unklar. Nun hat Rafael Nadal den Skandal kommentiert. Djokovic selbst will sich heute zu Wort melden.
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dpa
10.01.2022 | Stand: 14:08 Uhr

Update, 10. Januar, 13.55 Uhr: Novak Djokovics Vater hat bestätigt, dass sich der Ausnahme-Athlet bei einer Pressekonferenz um 14 Uhr selbst zu Wort melden wird.

Unterdessen hat Tennis-Star Rafael Nadal in einem Interview zur Sache Stellung bezogen. "Es ist ein riesengroßer Zirkus um die Sache entstanden, aber unabhängig davon, ob ich mit seiner Geschichte einverstanden bin oder nicht, hat ein Gericht gesprochen. Und darauf kommt es an", sagte Nadal am Montag in einem Telefoninterview des spanischen TV-Senders Onda Cero.

"Die Justiz muss in diesem Fall entscheiden, und ich bin immer ein Verfechter der Gerechtigkeit", sagte Nadal.

Update, 10 Januar, 12.55 Uhr: Die Entscheidung, ob Novak Djokovic in der nächsten Woche tatsächlich an den Australian Open teilnehmen darf, zieht sich weiter hin.

Nach Informationen der australischen Zeitung "The Age" wird Einwanderungsminister Alex Hawke nicht mehr am Montag darüber entscheiden, ob er von seinem persönlichen Recht Gebrauch macht, das Visum des serbischen Tennisstars doch wieder aufzuheben. Allerdings kann Hawke dies in den nächsten Tagen noch tun.

Einwanderungsminister Alex Hawke behält sich den Entzug des Visums vor

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Auf das persönliche Entscheidungsrecht wies ein Sprecher von Hawke am Montag ausdrücklich hin. Er wurde mit den Worten zitiert, der Minister befasse sich mit der Sache, es handele sich dabei um ein andauerndes Prozedere.

Erst einmal darf sich Djokovic in Melbourne aber frei bewegen, nachdem ein Gericht am Montag seinem Einspruch gegen die Verweigerung seiner Einreise nach Australien stattgegeben hatte.

Der 34 Jahre alte Serbe durfte daraufhin das Abschiebehotel verlassen, in dem er sich die vergangenen Tage aufgehalten hatte. Aktuell halte er sich im Büro seiner Anwälte auf, hatte sein Bruder Djordje Djokovic im serbischen Fernsehen gesagt.

Update, 10. Januar, 10.55 Uhr: Nach Angaben seines Bruders Djordje Djokovic berät Tennisstar Novak Djokovic derzeit mit seinen Anwälten über das weitere Vorgehen, nachdem ein Gericht in Melbourne am Montag die Verweigerung der Einreise aufgehoben hatte. Er sei im Büro seiner Anwälte, sagte Djordje Djokovic dem serbischen TV-Sender TV Prva. "Er geht aktuell alle Optionen durch", sagte der Bruder des 34 Jahre alten Weltranglisten-Ersten. "Das war eine große Niederlage für die australische Regierung, und sie tun sich schwer damit."

Ein australisches Gericht hatte zuvor dem Einspruch von Djokovic stattgegeben. Allerdings kann der australische Einwanderungsminister Alex Hawke noch sein persönliches Recht auf Aufhebung des Visums wahrnehmen. Dafür hat er vier Stunden nach Urteilsverkündung Zeit.

Update: 10. Januar, 7.45 Uhr: Dem Einspruch des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic gegen seine verweigerte Einreise nach Australien ist stattgegeben worden. Das entschied ein Gericht am Montag in Melbourne. Welche Folgen das für die Teilnahme des Titelverteidigers an den in einer Woche beginnenden Australian Open hat, war zunächst unklar.

Djokovic darf Einreisen: Ist er nun auch bei den Australian Open dabei?

Die Nummer 1 der Welt durfte bei der Gerichtsverhandlung auf Verständnis beim zuständigen Richter hoffen. Anthony Kelly unterbrach die Anwälte des Weltranglistenersten am Montag und zählte selbst auf, welche Schritte Djokovic nach seinem Verständnis unternommen hatte, bevor er sich in das Flugzeug nach Melbourne setzte und nachdem er dort von den Beamten aufgehalten wurde. Er schloss seinen Kommentar mit der Frage: "Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?"

Djokovic will mit Ausnahmeregelung an den Australian Open teilnehmen

Dem 34 Jahre alten Serben war am Mittwochabend (Ortszeit) die Einreise nach Australien verweigert worden. Djokovic konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorlegen, um auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen. Seitdem muss er sich in einem Hotel für Ausreisepflichtige aufhalten. (Lesen Sie auch: Sportpsychologe sieht hohe Belastung für Djokovic in Australien)

Richter Kelly ordnete nach Angaben von australischen Medien allerdings an, dass Djokovic die Verhandlung an einem von seinen Anwälten ausgesuchten Ort verfolgen darf. Der 20-malige Major-Sieger kämpft dafür, in Australien bleiben und seinen Titel bei den Australian Open verteidigen zu dürfen. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt am 17. Januar.

Ein Sieg vor Gericht bedeutet nicht gleich die Teilnahme am Turnier

Eine Entscheidung des Gerichts im Sinne des Serben garantiert ihm allerdings nicht die Teilnahme an dem Turnier. Die Regierung hat bereits angekündigt, dass sie Djokovics Visum auch bei einem Urteil zu seinen Gunsten erneut entziehen könnte. (Lauterbach äußert sich zur Causa Djokovic: "Kein Vorbild")

Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft. Australien hat sehr strenge Regeln im Kampf gegen die Pandemie und lässt im Prinzip nur geimpfte Personen ohne Quarantäne über die Grenze. Djokovic und seine Anwälte argumentieren allerdings mit der Ausnahmegenehmigung, die ihm von einer unabhängigen Kommission erteilt worden war.

Innenministerium hält verweigerte Einreise nicht für überzogen

Zum Zeitpunkt des Kommentars von Richter Kelly hatten sich die Vertreter des australischen Innenministeriums allerdings noch nicht geäußert. Anwalt Christopher Tran kündigte nach Berichten australischer Medien vor einer Mittagspause an, mit einigen älteren Entscheidungen begründen zu können, weshalb die Einreiseverweigerung rechtens und nicht überzogen war. (Hierzu: Djokovic setzt bei Einreise auf positiven Corona-Test)

Wegen massiver technischer Probleme hatte die Verhandlung mit einer halben Stunde Verspätung begonnen. Der Livestream war wegen der großen Nachfrage zudem mehrfach für lange Zeit nicht abrufbar und einige Teile der Verhandlung nur für wenige oder mitunter auch gar keine Prozessbeobachter nachvollziehbar.

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