Fußball-Bundesliga

Schalkes neuer Sportchef Knäbel: "Verpflichtet, Ambitionen zu haben"

Fußball, Bundesliga FC Schalke 04: Peter Knäbel, Sportvorstand von FC Schalke 04, bei einer Pressekonferenz. +++ dpa-Bildfunk +++

Fußball, Bundesliga FC Schalke 04: Peter Knäbel, Sportvorstand von FC Schalke 04, bei einer Pressekonferenz. +++ dpa-Bildfunk +++

Bild: Karsten Rabas

Fußball, Bundesliga FC Schalke 04: Peter Knäbel, Sportvorstand von FC Schalke 04, bei einer Pressekonferenz. +++ dpa-Bildfunk +++

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Voller Elan präsentiert sich Peter Knäbel als Schalkes neuer Sportvorstand. Wie er S04 umbauen will - und womit er als erstes beginnt.
31.03.2021 | Stand: 18:55 Uhr

Nach einem kernigen "Glückauf" legte Peter Knäbel als neuer Sportchef ohne Umschweife die Marschroute für den abgestürzten Fußball-Traditionsclub Schalke 04 fest. "Wir sind verpflichtet, Ambitionen zu haben. Schalke gehört in die Bundesliga, dahin wollen wir zurück", sagte der 54-Jährige am Mittwoch bei seiner Vorstellung als neuer Vorstand Sport und Kommunikation. Worte, die auch die 150 000 königsblauen Mitglieder gerne gehört haben dürften. Neben Knäbel saß mit zufriedener Miene Jens Buchta, unter dessen Vorsitz der Aufsichtsrat am Dienstag nach einem Monat zum Teil chaotischer Suche einstimmig für Knäbel votierte.

Ralf Rangnick war der Wunschkandidat, der mit viel Getöse von einer Initiative und dem zurückgetretenen Aufsichtsratsmitglied Stefan Gesenhues protegiert worden war und dann doch absagte. Auch der Ex-Mainzer Rouven Schröder soll abgewunken haben. Aufsichtsrat Buchta hatte sich bei der Suche nach einem Nachfolger des entlassenen Jochen Schneider salopp formuliert zunächst eine blutige Nase geholt. Dass er bestenfalls zweite Wahl sei, bereitete Knäbel an diesem sonnigen Tag auf Schalke aber kein Unbehagen. "Überhaupt kein Problem", sagte er.

Peter Knäbel baute keine Schalke-Luftschlösser

Knäbel punktete am Mittwoch durch seinen Realismus. Auch baute er nicht die auf Schalke zuweilen beliebten Luftschlösser, etwa, in den vorerst letzten acht Bundesligaspielen noch ein Wunder zu schaffen. Er sprach von der 2. Liga, "druckresistenten" Spielern mit Schalker Herz, und er warnte vor einer "Herkulesaufgabe".

Denn die direkte Rückkehr in die Bundesliga sei kein Selbstläufer. "Daran sind aber schon andere gescheitert. Wichtig, dass wir daraus lernen", sagte er mit Blick auf seinen Ex-Verein Hamburger SV, der bereits zweimal scheiterte. Zu Spekulationen, nach denen HSV-Stürmer und Zweitliga-Spezialist Simon Terodde ein Thema sei, äußerte sich Knäbel nicht (Lesen Sie auch: Neu-Schalker Grammozis zuversichtlich: "Keiner lässt den Kopf hängen").

Schalke-Abstieg kaum vermeidbar

Auf Knäbel wartet jede Menge Arbeit. Schließlich steht nach dem wohl kaum noch vermeidbaren Abstieg ein radikaler Umbau des Kaders an. Als treue Helfer habe er Vereinsidole Norbert Elgert, Mathias Schober und Mike Büskens. Die "Taskforce Kaderplanung" tage zweimal wöchentlich. Dabei ist angesichts des hohen Schuldenstandes von rund 240 Millionen Euro viel Einfallsreichtum vor allem bei der Entwicklung von Talenten gefragt. Der Knappenschmiede stand Knäbel seit 2018 vor. Zunächst sucht der neue Sportchef aber einen Sportdirektor, weil man die bevorstehende große Aufgabe "nicht alleine bewältigen" könne.

Ralf Rangnick sollte per Petition zu Schalke 04 zurückkehren - daraus wurde nichts.
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Bild: Ina Fassbender, dpa (Archiv)

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Der in Witten geborene ehemalige Profi Knäbel, der nach dem Ende seiner Profikarriere beim FC Basel und beim Schweizerischen Fußballverband Technischer Direktor war und weitere Erfahrungen als Sportdirektor beim Hamburger SV sammelte, tritt sein neues Amt mit einem Handicap an. Viele Fans hatten sich in einer Online-Petition mit über 50.000 Unterschriften für die Rückkehr des einstigen Trainers Rangnick stark gemacht.

Knäbel bewies sich als HSV-Sportdirektor

Es spricht für Knäbel, dass er als Sportdirektor beim HSV 2015 bewies, dass man auch mit einem abgespeckten Etat einen negativen Trend stoppen kann. Obwohl die Aufwendungen für den Profikader um zehn Millionen Euro reduziert wurden, beendeten die Hamburger nach zuvor zwei Jahren in der Relegation die Saison als achtbarer Zehnter. Gleichwohl läutete die peinliche "Rucksack-Affäre" das vorzeitige Ende seiner Tätigkeit an der Elbe ein.