Pondhockey-Turnier im Hohen Norden

So erlebten Ex-Profis aus Füssen Abenteuertrip nach Schweden

Zwei ehemalige Füssener Eishockey-Profis, darunter Peter Hartung (rechts), nahmen an einem hochkarätig besetzten Pondhockey-Turnier in Schweden teil und wurden Zweiter.

Zwei ehemalige Füssener Eishockey-Profis, darunter Peter Hartung (rechts), nahmen an einem hochkarätig besetzten Pondhockey-Turnier in Schweden teil und wurden Zweiter.

Bild: Götz/Veranstalter

Zwei ehemalige Füssener Eishockey-Profis, darunter Peter Hartung (rechts), nahmen an einem hochkarätig besetzten Pondhockey-Turnier in Schweden teil und wurden Zweiter.

Bild: Götz/Veranstalter

Zwei ehemalige Füssener Eishockeyspieler nehmen an Pondhockey-Turnier in Schweden teil. Gespielt wird auf einem Weiher, von dem parallel auch Flugzeuge starten.
08.03.2022 | Stand: 12:06 Uhr

Gällstasjön: So heißt der fast unaussprechliche, kleine See in der schwedischen Provinz Angermanland. Bis zu Minus elf Grad hat es dort zur Zeit. Eine dicke Eisschicht hat der kleine See angesichts der niedrigen Temperaturen meist bis weit ins Frühjahr. Ein idealer Ort also, um Eishockey zu spielen, wie es früher einmal gewesen sein muss: Auf einem echten Weiher. Auf Natureis. Ohne große Schutzausrüstung, sondern nur mit dem Allernötigsten: Schläger und Schlittschuhen. Zurück zu den Wurzeln.

Krähenbach Kings werden bei Pondhockey-Turnier in Schweden Zweiter

Kein Wunder, dass Markus Kehle und Peter Hartung da schnell zusagten, als es um die Teilnahme am Höga Kusten Pondhockey Tournament ging. Er wird schon seit Jahren auf dem kleinen See im Norden Schwedens ausgetragen. Gespielt wird dabei auf zwei kleine Holzkästen oder Mini-Tore, in denen Pucks versenkt werden. Harte Checks sind zwar tabu, doch deswegen geht es nicht minder heiß zur Sache.

Ehemalige Eishockey-Profis Markus Kehle und Peter Hartung aus Füssen bei Turnier in Schweden erfolgreich

Genau das Richtige also für die beiden Füssener Ex-Profis Kehle (49) und Hartung (48), deren aktive Zeit zwar längst zurückliegt, die ihre sportliche Ambitionen aber noch nicht aufgegeben haben. Und das bewiesen sie jetzt mit dem zweiten Platz bei diesem Turnier im hohen Norden. Eine beachtliche Leistung. Vor allem, wenn man die Konkurrenz betrachtet: Die bestand bei dem Wettkampf Ende Februar nämlich unter anderem aus Spielern wie dem Schweden Mattias Timander (400 Spiele in der nordamerikanischen National Hockey League). „Von einem zweiten Platz hätte angesichts der Konkurrenz keiner von uns im Vorfeld zu träumen gewagt“, sagt Kehle.

Von dem See Gallstasjön starteten auch Ski-dos und Flugzeuge. Gespielt wurde auf Natureis.
Von dem See Gallstasjön starteten auch Ski-dos und Flugzeuge. Gespielt wurde auf Natureis.
Bild: Götz/Veranstalter

So abenteuerlich war die Reise der Krähenbach Kings zum Spielort

Doch der Sport ist das eine. Das Erlebnis dürfte für die Füssener aber im Rückblick noch mehr zählen: „Das war ein echtes Abenteuer“, sagt Markus Kehle. Denn nach der Landung und Übernachtung am Arlanda Airport ging es für das aus sieben Spielern bestehende Team weitere 500 Kilometer gen Norden. Erst am Abend erreichte der Bus Docksta und den Freizeitpark FriluftsByn mit dem See. Dort traute die deutsche Reisegruppe ihren Augen kaum. Denn was von den Organisatoren auf die Beine gestellte wurde, grenzte an ein Volksfest: Foodtrucks und Getränkestände warteten direkt auf dem Eis, daneben sechs Pondhockeyfelder für die Sportler, und zu allem Überfluss standen weiter abseits auch noch Ski-dos für Ausflüge bereit. „Sogar ein Flugzeug war auf dem Eis.“

Wie Günther Hartmann, ebenfalls Ex-Eishockey-Profi aus Füssen, den Kontakt herstellte

Angetreten sind die beiden Füssener in Schweden übrigens mit den Krähenbach Kings. Einem ursprünglich aus Schwenningen im Schwarzwald stammenden Hobbyteam. Wie die Verbindung zustande kam? Das erklärt Günther Hartmann, ebenfalls Ex-Profi aus Füssen, und Geschäftsführer der AZ Druck- und Datentechnik in Kempten. „Ich hatte vor Jahren erstmals geschäftlich mit Dirk Götz zu tun, der auch für einen schwedischen Papierhersteller tätig ist“, sagt Hartmann. „Dabei kamen wir zufällig auch übers Eishockey ins Gespräch und Götz erzählte mir von seinem Hobbyteam.“

So ging es mit den Krähenbach Kings bergauf

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Nach ein paar Turnieren mit überschaubarem sportlichen Erfolg animierte Hartmann seine Kumpels Kehle und Hartung, bei den Kings mitzumachen. „Und es ging sportlich bergauf.“ Es folgten gute Platzierungen bei Turnieren auf dem Ritten in Südtirol oder wie jetzt in Schweden. „Das ist echt spitze, was die Jungs da abgeliefert haben“, sagt Hartmann, der bei dem ersten Turnier des Teams nach zweijähriger Coronapause verhindert war. Der 54-Jährige lässt aber schon durchblicken, dass er bei einer möglichen weiteren Teilnahme am Höga Kusten Turnier unbedingt dabei sein möchte. „Die Jungs haben mich förmlich mit Bildern und Videos überschwemmt und mich echt neidisch gemacht.“