Eishockey ESV Kaufbeuren

Statistik ohne Aussagekraft - Joker verlieren in Weißwasser

Lausitzer Fuechse vs. ESV Kaufbeuren

Dicke Luft vor dem Kaufbeurer Tor: Der ESVK mit (von links) Stefan Vajs, Branden Gracel und Simon Schütz hatte gegen die Lausitzer Füchse mit Stéphane Döring und Jan Bednar viel Arbeit – vor allem weil eigene Chancen nicht genutzt wurden.

Bild: Thomas Heide

Dicke Luft vor dem Kaufbeurer Tor: Der ESVK mit (von links) Stefan Vajs, Branden Gracel und Simon Schütz hatte gegen die Lausitzer Füchse mit Stéphane Döring und Jan Bednar viel Arbeit – vor allem weil eigene Chancen nicht genutzt wurden.

Bild: Thomas Heide

Der ESVK schnürt im ersten und letzten Drittel die Lausitzer Füchse ein – doch im zweiten Abschnitt schießen die Sachsen das 4:1 heraus. Trainer Tray Tuomie gehen die Verteidiger aus.
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Von Sebastian Matthieu
29.11.2021 | Stand: 14:30 Uhr

Nimmt man das nackte Resultat, dann scheint das Auswärtsspiel der Buron Joker bei den Lausitzer Füchsen eine klare Sache gewesen zu sein. Mit 1:4 mussten sich die Schützlinge von Trainer Tray Tuomie geschlagen geben, was zugleich die vierte Pleite in Serie bedeutete. Tatsächlich aber verkaufte sich der ersatzgeschwächte ESVK in Weißwasser sehr achtbar und hätte durchaus Zählbares verdient.

Jedes Drittel ein neuer Spielabschnitt

„Ab und an machen wir in der Defensive dumme Sachen. Uns haben drei Verteidiger gefehlt. Und das war heute auch zu merken. Die Leute brauchen wir einfach. Dennoch bin ich stolz auf meine Mannschaft, die nie aufgegeben hat“, fasste Coach Tray Tuomie das Match zusammen, das eine Torschussstatistik von 44:29 pro Kaufbeuren ausweist. Ein Blick in die pro Drittel abgegebenen Torschüsse lässt treffende Rückschlüsse auf den Spielverlauf zu.

Eisbär im Tor der Füchse

Denn die Wertachstädter starteten gut, passierten die Mittelzone schnell und sorgten immer wieder für Gefahr vor dem Füchse-Tor, das von Tobias Ancicka gehütet wurde. Der Förderlizenzgoalie der Eisbären Berlin erwischte einen ganz starken Tag und avancierte zur Lebensversicherung der Hausherren. Mit 12:6 nahmen die Rot-Gelben das Gehäuse der Ostsachsen doppelt so häufig unter Beschuss, lagen aber nach 20 Minuten mit 0:1 hinten. Einmal verlor der ESVK Goldhelm und Füchse-Top-Scorer Peter Quenneville aus den Augen, der sich die Ecke aussuchte. Derweil scheiterten Yannik Burghardt (2.), Sami Blomqvist (10.), John Lammers (11.) und im Duo Blomqvist und Tyler Spurgeon aus besten Positionen an Ancicka. Als im Mittelabschnitt in Überzahl endlich das da längst fällige 1:1 durch Joey Lewis fiel, schien das Momentum auf die Seite der Joker zu kippen. Denkste!

Elf Minuten zum Vergessen

Nur 128 Sekunden nach dem Ausgleich hämmerte erneut Quenneville das Spielgerät an Stefan Vajs vorbei in die Maschen - der ohnehin keine guten Erinnerungen an Weißwasser hat. Und mit dem 2:1 begann die beste Phase der Oberlausitzer, die nun Chancen en gros hatten und auch auf 4:1 davonzogen. „Nachdem endlich der Ausgleich gefallen war, dachte ich, nun sind wir zurück im Spiel. Aber irgendwie haben wir den Faden verloren. Weißwasser hat diese drei Tore geschossen, was letztlich ausschlaggebend war“, analysierte Tuomie den spielentscheidenden Abschnitt zwischen der 28. und 39. Minute.

Sturmlauf der Joker

Bei 16:10 Torschüssen pro Weißwasser wäre nach zwei Dritteln auch eine höhere Führung möglich gewesen. Die letzten 20 Minuten sahen dann einen einzigen Sturmlauf der Buron Joker, die sich hochkarätige Einschussmöglichkeiten im Minutentakt erarbeiteten. „Nach unserer Statistik haben wir da 25 Mal auf das Tor geschossen. Aber Ancicka hat super gehalten. Ich denke, dass im zweiten Drittel unser Torwart einen höheren Rückstand verhindert hat. Aber entscheidend war dann das, was Ancicka im letzten Drittel alles pariert hat“, kommentierte Tuomie den Spielausgang. Offiziell sollen es in der letzten Periode 22:7 Torschüsse der Kaufbeurer gewesen sein. Die letzten 181 Sekunden versuchten es die Joker noch mit dem sechsten Feldspieler, der für Stefan Vajs gekommen war.

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Bezeichnend für das, was da am Sonntag im Fuchsbau passierte, war Minute 57: Als Joey Lewis völlig frei und zentral aus vier Metern abzog, Ancicka aber mit tollem Fanghandsave spektakulär rettete, setzte bei den Rot-Gelben das kollektive, ungläubige Kopfschütteln ein.