Deutsche Eishockey Liga

Sportreporter Stadtler gibt Einblick in die neue DEL-Saison

Patrick Reimer (hier noch im Trikot des ESV Kaufbeuren) startet am 19. Dezember mit den Nürnberg Ice Tigers in die neue DEL-Saison.

Patrick Reimer (hier noch im Trikot des ESV Kaufbeuren) startet am 19. Dezember mit den Nürnberg Ice Tigers in die neue DEL-Saison.

Bild: Benedikt Siegert

Patrick Reimer (hier noch im Trikot des ESV Kaufbeuren) startet am 19. Dezember mit den Nürnberg Ice Tigers in die neue DEL-Saison.

Bild: Benedikt Siegert

Die DEL startet in die neue Saison mit zahlreichen Allgäuern. Auf dem Reporterplatz nimmt Christoph Stadtler aus Wertach Platz, der vorab Einschätzungen abgibt.
17.12.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Nach rund neun Monaten Pause nimmt die höchste deutsche Eishockey-Liga, die DEL, wieder ihren Betrieb auf. Somit jagen auch wieder zahlreiche Allgäuer Akteure, etwa Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers) oder Markus Eisenschmid (Adler Mannheim) nach Punkten.

Fans des Pucksports bekommen ab heute im Fernsehen die volle Dosis Eishockey, denn der neue Spielplan sieht an fast jedem Feierabend ein Match vor. Werktags werden die Spiele etwa um 18.30 und 20.30 Uhr angepfiffen, sodass über vier Stunden Live-Eishockey ins Wohnzimmer gebracht werden.

Pinguine aus Bremerhaven könnten für Überraschung sorgen

Christoph Stadtler (32) aus Wertach ist einer der Männer, die das erledigen. Der Sportreporter arbeitet für den Sender MagentaSport, der die DEL überträgt: „Für die Vereine ist diese Saison überlebenswichtig“, meint der Sportjournalist. Eine Gaudirunde wegen des ausgesetzten Abstiegs erwartet er jedenfalls nicht. Dennoch könnte es in der DEL Verschiebungen geben. „Gerade kleinere Vereine haben noch offene Ausländerstellen. Werden die nicht komplett ausgenutzt, könnte das Gefälle noch größer werden“, sagt er. Oder aber, ein kompletter Außenseiter setzt sich an die Spitze. Die Pinguine aus Bremerhaven seien einer der Klubs, der ihm da auf der Zunge liege. Der neue Spielmodus, der neben einer Nord- und einer Südgruppe auch eine Kreuzung beider Gruppen vorsieht, gefalle Stadtler sehr gut. „Viel besser hätte man das nicht machen können“, lobt der Kommentator.

Natürlich wird er auch die Allgäuer Akteure genau im Auge behalten. „Patrick Reimer wird in Nürnberg vermutlich punkten wie in jeder Saison. Vielleicht schießt er auf seine alten Tage sogar noch mehr Tore“, sagt der Kommentator mit einem Grinsen. Reimer jedenfalls will richtig Gas geben. „Ich glaube, dass es unsere Pflicht ist, als erste Liga in einer schwierigen Phase an den Start zu gehen, den Mut zu haben und den Leuten zu zeigen, dass wir da sind und das Eishockey weiterlebt.“ Eine Sorge vor einer Ansteckung hat Reimer unterdessen nicht mehr. Er bestätigte, dass er im November einer der 14 Akteure war, die sich das Coronavirus beim ESV Kaufbeuren einfingen. Natürlich wisse er aber natürlich nicht, ob er es nicht noch einmal bekommen könne.

Stadtler über Reimer: "Wenn er gesund bleibt, ist er eine Rakete"

Für Reimer zählen übrigens Mannheim und München zum Kreis der Meisteraspiranten und somit auch das Team des Allgäuers Markus Eisenschmid. „Wenn er gesund bleibt, ist er eine Rakete“, lobt Stadtler den Stürmer und attestiert ihm absolutes NHL-Niveau. „Hauptsächlich aber“, ergänzt Stadtler, „wünsche ich ihm Gesundheit“, sagt er angesichts einiger Verletzungen in der Vergangenheit.

Einige junge Allgäuer in der DEL unterwegs

Der Fernsehkommentator freut sich unterdessen auch auf die junge Garde an Allgäuer Spielern im Oberhaus, zu der die Schwenninger Max Hadraschek (Sonthofen) und Daniel Pfaffengut (Kaufbeuren) gehören. Beide Spieler hätten ihm in der vergangenen Saison besonders gut gefallen, obwohl sie „nur“ in der vierten Reihe aufliefen. „Ihnen gönne ich nun viel Spielzeit.“

Spannend zu beobachten werde auch die Entwicklung von Wolfsburg sein, dem Verein der Allgäuer Sebastian Furchner und Armin Wurm. „Wolfsburg hat mich beim MagentaSport Cup ein bisschen enttäuscht“, gibt Stadtler zu. Der Blick des Sportjournalisten geht übrigens auch weiterhin in Richtung der DEL2, denn möglicherweise wird der Meister dieser Spielzeit aufsteigen. „Natürlich würde mich eine Meisterschaft des ESVK riesig freuen, aber ein Aufstieg wäre für den Verein nichts Gutes“, sagt er in Hinblick auf dann viel höhere Budgets.

Der im Vorfeld als klarer Aufstiegsfavorit ausgerufene Verein aus Frankfurt strauchelt ein bisschen. „Ich weiß nicht, was ich von ihnen halten soll, würde sie aber dennoch als Favorit sehen.“ Auch den Ravensburg Towerstars mit Andreas Driendl (34, aus Schongau) und Justin Volek (18, aus dem Kaufbeurer Nachwuchs) traut er viel zu. Für Stadtler selbst beginnt die neue DEL-Saison der Deutschen Eishockey Liga übrigens mit dem Match Schwenninger Wild Wings gegen den EHC Red Bull München am 10. Januar 2021. Zuvor wird Stadtler sieben Spiele der U20-Weltmeisterschaft am Mikrofon begleiten.