Eishockey

Virtuelle Premiere für den Spengler-Cup - und dieser Memminger ist dabei

Der Spengler-Cup in Davos fasziniert seit Jahrzehnten Eishockey-Fans auf der ganzen Welt. Wegen der Corona-Pandemie wird das Turnier heuer erstmals nicht im Stadion, sondern auf der Playstation ausgetragen. Mit Kevin Würterle ist auch ein Allgäuer dabei.

Der Spengler-Cup in Davos fasziniert seit Jahrzehnten Eishockey-Fans auf der ganzen Welt. Wegen der Corona-Pandemie wird das Turnier heuer erstmals nicht im Stadion, sondern auf der Playstation ausgetragen. Mit Kevin Würterle ist auch ein Allgäuer dabei.

Bild: Benedikt Siegert

Der Spengler-Cup in Davos fasziniert seit Jahrzehnten Eishockey-Fans auf der ganzen Welt. Wegen der Corona-Pandemie wird das Turnier heuer erstmals nicht im Stadion, sondern auf der Playstation ausgetragen. Mit Kevin Würterle ist auch ein Allgäuer dabei.

Bild: Benedikt Siegert

Weil der Spengler-Cup in Davos wegen Corona ausfällt, wird Eishockey auf der Playstation gespielt. Kevin Würterle aus Memmingen schafft es in die Finalrunde.
23.12.2020 | Stand: 12:35 Uhr

Seit 1923 geht es zwischen Weihnachten und Silvester in Davos beim ältesten Eishockey-Turnier der Welt um den begehrten Spengler-Cup. Die Zauberformel des Turniers besteht aus dem Flair des Schweizer Kurorts, der einzigartigen Architektur des Eisstadions, dem Termin zwischen den Jahren und dem Zusammentreffen verschiedener Eishockey-Philosophien. Auch der EV Füssen gewann die Trophäe 1952 und 1964. Heuer ist wieder ein Allgäuer dabei. Auf andere Art und Weise.

Spengler-Cup wird zum ersten Mal virtuell ausgetragen

Wegen der Corona-Pandemie wurde das Turnier abgesagt. Zum ersten Mal wird der Spengler-Cup stattdessen als E-Sports-Wettbewerb auf der Playstation mit der Eishockey-Simulation NHL 21 ausgetragen. Digital starten mit Davos, Ambri-Piotta, dem Team Canada, Bars Kazan (Russland), Sparta Prag (Tschechien) und Kouvola (Finnland) dieselben Teams, die auch am herkömmlichen Spengler-Cup teilgenommen hätten. Jede Mannschaft wird von einem E-Sportler repräsentiert.

In der Qualifikation setzte sich Kevin Würterle gegen hunderte Mitspieler durch

Der Memminger Kevin Würterle hatte sich in der Qualifikation gegen hunderte Mitspieler durchgesetzt und den Startplatz für den Kultklub HC Ambri-Piotta erhalten. Mit sechs Siegen und einem Erfolg nach Penaltyschießen im Finale. Für ihn war das wenig überraschend. Der 27-Jährige ist seit 2019 in diesem Bereich aktiv, kämpft mit dem E-Sports-Team des ECDC Memmingen gerade um den Aufstieg in die 2. Division und zählt im Modus „Eins gegen eins“ mittlerweile zu den besten Gamern Deutschlands. „Ich habe gesehen, wer mitspielt ist. Dann war mir klar, dass ich das Ding gewinnen kann. Man kennt sich in der Szene“, erzählt er (News und Ergebnisse von den Eishockey-Clubs im Allgäu immer aktuell in unserem Eishockey-Newsblog)..

Gegen Spitzenspieler Tim Hess muss der Memminger die Segel streichen

Im Halbfinale war allerdings Schluss für Würterle und seinen HC Ambri-Piotta. Er unterlag dem Team Canada, das vom deutschen Spitzenspieler Tim Hess (Bad Nauheim) vertreten wird. „Der gewinnt so ziemlich alles. Mein Problem war aber auch, dass Ambri bei NHL21 im Vergleich zum Team Canada deutlich schlechter gewertet ist. Ich bin daher mit Platz vier in der Schlusswertung nicht ganz zufrieden“, sagt Würterle. Mit einem besseren Team, glaubt er, wäre mehr möglich gewesen. Vielleicht sogar der Einzug ins „Grand Final“, das am 26. Dezember um 15 Uhr ausgetragen und sogar vom Schweizer Fernsehen live gesendet wird. Immerhin geht es für den Turniersieger um ein Preisgeld von 6 000 Franken, knapp 5500 Euro.

Kevin Würterle bereitet sich jetzt auf die Qualifikation zur WM vor

Würterle bereitet sich jetzt auf die Quali für die WM im April 2021 vor. Um auf diesem internationalen Top-Niveau mithalten zu können, muss er viel trainieren. „Mehrere Stunden täglich“, sagt der glühende Fan des Oberligisten Memmingen. Dabei geht’s nicht nur ums bloße Zocken. Würterle: „Ich übe auch Spielzüge und studiere Taktiken ein. Ein Gelegenheitsspieler kommt da nicht mehr hinterher.“

Sein Traum: Einmal selbst beim Spengler-Cup im Stadion dabei zu sein

Beim echten Spengler-Cup war der Allgäuer übrigens noch nie live dabei. Er sagt: „Ich habe aber schon von Freunden gehört, dass Stadion und Stimmung in Davos einmalig sein müssen. Ich will mir das unbedingt auch mal selbst anschauen.“ (Lesen Sie auch: Was das alte Kaufbeurer Eisstadion unseren Lesern bedeutet)