Deutsche Eishockey-Liga

Warum der Kaufbeurer Markus Eisenschmid in Mannheim bleibt

14.05.2019, Slowakei, Kosice: Eishockey: WM, Deutschland - Frankreich, Vorrunde, Gruppe A, 3. Spieltag in der Steel Arena. Deutschlands Marco Nowak (l-r), Markus Eisenschmid und Jonas Müller jubeln über das Tor zum 2:1. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Markus Eisenschmid (Bildmitte) spielt weiterhin für die Adler Mannheim in der DEL. Der Kaufbeurer hat seinen Vertrag um drei Jahre verlängert.

Bild: dpa

Markus Eisenschmid (Bildmitte) spielt weiterhin für die Adler Mannheim in der DEL. Der Kaufbeurer hat seinen Vertrag um drei Jahre verlängert.

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Der Nationalspieler, der beim ESV Kaufbeuren groß geworden ist, hat seinen Vertrag beim DEL-Klub Adler Mannheim um drei Jahre verlängert.

14.06.2020 | Stand: 06:45 Uhr

Drei weitere Jahre bleibt Stürmer Markus Eisenschmid, groß geworden im Nachwuchs des ESV Kaufbeuren, der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erhalten. Der 25-Jährige verlängerte seinen Vertrag bei den Adlern Mannheim bis Sommer 2023. Im Gespräch mit unserer Zeitung verriet der Allgäuer, dass die Fortsetzung der Zusammenarbeit schon länger unter Dach und Fach ist, als bisher bekannt war.

Sie haben einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Adlern unterschrieben. War es Ihnen wichtig, dass Sie jetzt längerfristig Planungssicherheit haben? Sind damit auch mögliche Gedanken eines Wechsels nach Nordamerika zu den Akten gelegt?

Markus Eisenschmid: Nein, das war mir eigentlich gar nicht so wichtig. Natürlich ist es etwas erleichternd, jetzt in der Corona-Zeit auch so gut es geht, abgesichert zu sein. Aber ich fühle mich in Mannheim einfach wohl. Mir war klar, dass – sollte ich in Deutschland bleiben – nur Mannheim infrage kommt. Das Thema Ausland ist aber immer noch interessant für mich.

Die Corona-Pandemie hat die Klubs finanziell hart getroffen. Die DEL diskutiert über einen Gehaltsverzicht um bis zu 25 Prozent. Sind die Spieler ihren Vereinen das aus Ihrer Sicht schuldig?

Eisenschmid: Ich denke, jeder versteht, dass alle auf etwas verzichten müssen. Aber wir wollen, dass mit uns gesprochen wird, damit beide Seiten glücklich weitermachen können. Deswegen denke ich, dass wir Spieler niemandem etwas schuldig sind. Letztlich wollen wir aber auch einfach wieder Eishockey spielen und müssen deswegen gemeinsam eine Lösung finden, mit der jeder zufrieden ist.

"Gekürzt wird auch bei mir"

Müssen denn auch Sie bei Ihrem neuen Vertrag finanzielle Abstriche machen?

Eisenschmid: Ich habe meinen Vertrag zwar schon vor dem Corona-Ausbruch unterschrieben, also noch zu normalen Bedingungen. Gekürzt wird aber auch bei mir – zumindest für diese Saison. So wie bei allen anderen auch.

Ihre ganze Familie macht sich stark für die Rechte der Spieler. Ihre Schwester Tanja hat vor einiger Zeit ein viel beachtetes Interview rund um das Thema Geld im Frauen-Eishockey gegeben. Auch in der DEL sollen Spieler jetzt eine stärkere und gemeinsame Stimme bekommen. Längst überfällig?

Eisenschmid: Ja, ich habe mich ehrlich gesagt immer gewundert, warum wir so etwas hier nicht haben. In der AHL in Amerika und Kanada gab es das auch und es hat uns Spielern wirklich weitergeholfen. Seien es freie Tage oder eine höhere Bezahlung – es wurde sich immer für die Spieler eingesetzt. Ich meine, die Zeit beim Eishockey ist begrenzt. Und man will nach seiner Karriere finanziell auch so gut dastehen wie möglich.

Wie wird sich Corona aus Ihrer Sicht auf die Qualität der kommenden DEL-Spiele auswirken? Einiges ist ja noch ungewiss…

Eisenschmid: Darüber will ich mir noch gar keine Gedanken machen. Ich hoffe einfach nur, dass wieder gespielt wird.