Berlin

"Quo Vadis, Aida?" gewinnt Europäischen Filmpreis

Die bosnische, in Berlin lebende Filmemacherin Jasmila Žbanić hat mit «Quo Vadis, Aida?» den Europäischen Filmpreis gewonnen.

Die bosnische, in Berlin lebende Filmemacherin Jasmila Žbanić hat mit «Quo Vadis, Aida?» den Europäischen Filmpreis gewonnen.

Bild: Kemal Softic/AP, dpa

Die bosnische, in Berlin lebende Filmemacherin Jasmila Žbanić hat mit «Quo Vadis, Aida?» den Europäischen Filmpreis gewonnen.

Bild: Kemal Softic/AP, dpa

Schauspieler Franz Rogowski geht beim Europäischen Filmpreis aber leer aus. Als bester Film wird das Drama "Quo Vadis, Aida?" ausgezeichnet.
12.12.2021 | Stand: 10:32 Uhr

Das Drama "Quo Vadis, Aida?" ist als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnet worden. Regisseurin Jasmila Zbanic erzählt darin vom Massaker in Srebrenica. Die Europäische Filmakademie gab die Entscheidung am Samstagabend in Berlin bekannt. Der Film erhielt auch die Auszeichnungen für die beste Regie und die beste Darstellerin.

Der Film erzählt von einer Frau, die als Übersetzerin in der UN-Schutzzone Srebrenica im Bosnienkrieg arbeitet. Sie kämpft darum, ihren Mann und ihre Söhne zu retten. Serbische Einheiten hatten 1995 die UN-Schutzzone überrannt und anschließend mehr als 8000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen ermordet.

Der Europäische Filmpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Die mehr als 4000 Akademiemitglieder stimmten über viele Preisträgerinnen und Preisträger ab, ähnlich wie bei den Oscars in den USA. Die Auszeichnungen werden dann in der Regel abwechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Stadt verliehen.

"Herr Bachmann und seine Klasse" beim Filmpreis im Rennen

Wegen der Pandemie fiel eine große Verleihung erneut aus. Stattdessen gab es eine Liveschalte mit wenigen Gästen aus Berlin. Regisseurin Zbanic bedankte sich in einer Videoschalte und widmete den Film den Frauen von Srebrenica.

Nominiert war auch der deutsche Schauspieler Franz Rogowski ("Große Freiheit"), er ging allerdings leer aus. Stattdessen wurde Anthony Hopkins für seine Rolle im Demenzdrama "The Father" als bester Darsteller ausgezeichnet. Als bester Dokumentarfilm war "Herr Bachmann und seine Klasse" von der deutschen Regisseurin Maria Speth im Rennen, ausgezeichnet wurde aber der Animationsfilm "Flee".

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Als bester Spielfilm waren insgesamt fünf Titel nominiert. Neben "Quo Vadis, Aida?" und "The Father" waren das der Horror-Fantasyfilm "Titane", der Film "Abteil Nr. 6" über eine Zugreise sowie "The Hand of God" von Paolo Sorrentinoüber Neapel in den 1980ern.

Europäischer Filmpreis: "Ninjababy" aus Norwegen beste Komödie

Die dänische Regisseurin Susanne Bier ("In einer besseren Welt", "The Undoing") wurde für europäische Verdienste in der Filmszene geehrt. Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an die ungarische Regisseurin Márta Mészáros. Filmemacher Steve McQueen ("12 Years a Slave") wurde für seine Reihe "Small Axe" für innovatives Geschichtenerzählen ausgezeichnet. Beste Komödie wurde "Ninjababy" aus Norwegen.

Im vergangenen Jahr war die Tragikomödie "Der Rausch" von Thomas Vinterberg als bester europäischer Spielfilm ausgezeichnet worden. In der Geschichte testen mehrere Männer die Grenzen des Alkohols aus. Die deutsche Schauspielerin Paula Beer gewann damals eine Auszeichnung als beste Darstellerin - für ihre Rolle der mysteriösen Undine im gleichnamigen Film von Christian Petzold. (dpa)

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